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Fahrtbericht Toyota Urban Cruiser : Bekannte Mittel zum neuen Zweck

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Städte gibt es überall. Und wenn sich ein Auto mit seinem Namen speziell für diesen Lebensraum empfiehlt, dann muss es mehr können als nur cruisen. Doch mit Wendigkeit glänzt der Toyota Urban Cruiser nicht, dafür bietet er viel Platz im Innenraum.

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          Urban Cruiser – wenn das keine Ansage ist! Toyotas jüngstes Produkt am deutschen Markt wird, so denken wir, nicht zuletzt auf jene junge Klientel angesetzt, die es in die Ballungsräume zurück zieht, nachdem ihre Eltern sich auf dem Land angesiedelt und weite Pendlerwege in Kauf genommen hatten – nicht zuletzt um ihre Kinder in frischer Luft aufwachsen zu lassen. Solche Lebensentwürfe werden heute in Frage gestellt, der Lauf der Welt ändert sich wieder einmal.

          Ein Stadtauto muss vor allem eins sein: kompakt. Das ist der neue Toyota, denn er basiert auf der zweifellos kompakten kleinen Limousine Yaris. Die überragt er in der Länge zwar um 14 Zentimeter, und wenn man ihn so anschaut, möchte man ihm auch 4,20 Meter zutrauen.

          Doch ein kleines Stadtauto sollte möglichst auch der eigentlich unerfüllbaren Forderung gehorchen, innen größer zu sein als außen. Dafür bietet der Urban Cruiser mit seiner überdurchschnittlichen Höhe und seinem steilen Heck gute Voraussetzungen.

          Hinten deutlich eingeschränkter

          Er hält in der Tat Platz für fünf bereit: vorn diskussionslos bequem, hinten deutlich eingeschränkter, denn ohne Not hat Toyota die Tiefe der – mit 1,28 Meter ansehnlich breiten – Rückbank viel zu knapp gehalten, erst recht auf dem dritten Platz, der im Übrigen gar nicht so übel ist, weil der übliche Mitteltunnel hier fehlt.

          Der Knieraum hinten reicht jedenfalls ebenso aus wie die Kopffreiheit, nur die Lehne müsste mindestens fünf Zentimeter höher sein. Zwei Isofix-Halterungen im Fond machen den Urban Cruiser kinder- und enkeltauglich. Und die Großeltern werden lobend vermerken, dass es sich gut einsteigt in den Toyota, über den recht hohen Schweller und an Dachholmen vorbei, die auch weniger Gelenkigen keine Kopfnüsse verpassen.

          Erst beim Kofferraumvolumen spielt der Urban Cruiser seinen Längenvorteil gegenüber dem Yaris aus. Im Normalzustand ist es mit 314 Liter um etwa 40 Liter größer als dort; zieht man die (bei beiden Modellen) um bis zu 15 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank ganz nach vorn, beträgt das Cruiser-Plus mit 388 immer noch 25 Liter.

          Und wenn man die geteilte Lehne umklappt – dann entsteht leider eine mit 17 Zentimeter noch höhere Stufe im Ladeboden als beim Yaris –, kommen maximal 750 Liter heraus, eine Kleinigkeit mehr als bei der Limousine, jeweils bis zum Fensterrand gemessen (bis zum Dach sind es 1010 Liter gegenüber 1085 beim Yaris). Nicht so toll sieht es mit der Einfachheit des Beladens aus: 75 Zentimeter hoch liegt die Bordkante über der Straße, und nach innen geht es wieder 21 Zentimeter hinab – nichts für vorgeschädigte Rücken.

          Abzüge beim Wendekreis

          Der Innenraum wirkt etwas trist mit seinen dunklen Farben, aber die verwendeten Materialien beleidigen das Auge nicht. Der Bodenteppich hält nicht jeden Fussel krampfhaft fest – das verdient erwähnt zu werden, weil kaum ein Hersteller darauf Innovationskraft verschwendet.

          Anders als beim Yaris sind die Instrumente am gewohnten Platz vor dem Fahrer versammelt, aber nach dem Ratschluss der Designer müssen sich Tacho und Drehzahlmesser eine gemeinsame Rundskala teilen, so dass man keinen von beiden vernünftig ablesen kann.

          Alles andere ist wie gewohnt, der Farbbildschirm des relativ preisgünstigen DVD-Navigationsgeräts (950 Euro) ist allerdings etwas zu tief angebracht. Es gibt also Abzüge bei der Stadt-Eignung des Urban Cruiser, ebenso für den Wendekreis, der mit elf Meter ein so kleines Auto geradezu disqualifiziert; hier ist der Yaris bei gleichem Radstand weit besser. Dafür hat der Neue einen minimalen Vorsprung bei den Sichtverhältnissen vor allem nach hinten, zumal die Heckscheibe bei Nässe erstaunlich wenig verschmutzt.

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