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Fahrtbericht Toyota RAV 4 2.2 D-Cat : Innere Flauschigkeit und etwas derbe Technik

  • -Aktualisiert am

Toyota RAV 4 2.2 D-Cat: Die Preisliste beginnt bei 25.700 Euro Bild: Toyota

Die Ausstattung des Toyota RAV 4 ist üppig, die Fahrleistungen sind beeindruckend und der Innenraum empfängt den Fahrer voller flauschiger Annehmlichkeiten. Für den Einsatz im Gelände ist der Wagen eigentlich viel zu schade.

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          SUVs, die Sport Utility Vehicles, sind fraglos eine der beliebtesten Auto-Klassen der Neuzeit. Ihr Heil suchen sie freilich nicht in natürlicher Wildnis, sondern vielmehr im Dickicht der Großstadt. Auch vor Kindergärten und Grundschulen wird diese Spezies häufig beobachtet. Mittlerweile spielen fast alle Marken in dieser Liga mit, kaum eine jedoch bringt ihre Vertreter schon in der dritten Generation auf die Märkte. Die jüngste Ausgabe des Toyota RAV 4 ist so manchem einen Schritt voraus, was sich auf den Erfolg und noch mehr auf die Größe bezieht. Er bringt es jetzt auf stolze 4,4 Meter Länge, die Preisliste beginnt bei 25.700 Euro. Der mit einem 130 kW (177 PS) starken Dieselmotor bestückte SUV in der Spitzenausstattung Executive kommt auf 33.800 Euro. Der ist, hübsch dekoriert und ausgestattet, artgerecht equipiert, aber fürs Gelände viel zu schade.

          Der Toyota empfängt mit einem Innenraum voller flauschiger Annehmlichkeiten. Üppig ausgeformte Sportsitze mit Lederbezügen geben guten Seitenhalt. Das ist nützlich, denn der Wagen bewegt sich zwar mit deutlichem Hang zum Rand der Kurve hin um die Biegungen, es lassen sich dennoch recht hohe Geschwindigkeiten bei der Fahrt durch Kehren und Windungen erreichen. Selbst die Polsterung unterstützt den RAV-4-Fahrer dort, wo das Fahrwerk zu Schwäche neigt: Denn die Federung macht ihre Sache nicht immer gut, aber gerade bei kurzen Stößen, die Federn und Dämpfer nicht eliminieren können, springt das weiche Sitzkissen ein und filtert die gröbsten Stöße im Sinne eines guten Fahrkomforts heraus.

          RAV 4 ist erheblich gewachsen

          Akustisch hält sich der Toyota zurück. Der 2,2-Liter-Vierzylinder ist fein gedämpft und kündet nur bei niedrigem Tempo davon, mit welcher Art der Verbrennung er arbeitet. Jenseits der Stadtgeschwindigkeit übertönen die deutlich vernehmbaren Abrollgeräusche den Motorlauf, bei forschem Autobahntempo mischt sich das Rauschen des Fahrtwinds in die Komposition. Das alles ist nicht wirklich störend, der RAV 4 ist zwar erheblich gewachsen und strengt sich erfolgreich an, die Premium-Abteilung besetzt Toyota aber mit den Fahrzeugen der Marke Lexus. Da muß der RAV 4 nicht mithalten können.

          Die Federung hat Probleme bei kurzen Stößen.
          Die Federung hat Probleme bei kurzen Stößen. : Bild: Toyota

          Wohl aber finden die Materialwahl und die Verarbeitung volle Zustimmung. Das fein ausgeformte Armaturenbrett teilt eine horizontal verlaufende Leiste in zwei Hälften. Das wirkt sehr schön aufgeräumt, und die Bedienung fällt auf Anhieb leicht. Eine hübsche Erfindung ist das zweite, in der oberen Hälfte angeordnete Ablagefach. Auf Knopfdruck wird es geöffnet und wieder geschlossen, der Druck auf die Taste spannt beim Schließen eine Feder vor, die den Deckel beim wiederholten Berühren des Knopfes sanft aufgleiten läßt. Das kann ein Audi Q7 nicht, und der will schließlich Premium-Charakter haben.

          Instrumentierung leidet unter ihrer Schönheit

          Mißraten ist die Instrumentierung. Sie leidet unter ihrer Schönheit, den mattschimmernden Skalen und den dunklen Kunststoffscheiben der Abdeckung. Tacho und Drehzahlmesser sind schlicht zu dunkel, bei Sonneneinstrahlung kaum vernünftig abzulesen. Nur die Informationen des Bordcomputers über Reichweite, Verbrauch oder Durchschnittsgeschwindigkeit, die wahlweise abgerufen werden können, sind gut zu erkennen. Der Schalter der Warnblinkanlage findet sich in arg weiter Entfernung vom Fahrer fast auf der Seite des Co-Piloten. Besser plaziert sind Navigationssystem, die Bedienung der Audio-Anlage und die Regler der automatischen Klimatisierung. Sie liegen zentral und weit oben angeordnet für alle Akteure im Blickfeld und in angenehmer Reichweite. Ablagen gibt es reichlich im RAV 4, unter dem als Armlehne ausgeformten Deckel der Mittelkonsole verbergen sich zwei unterschiedlich große Fächer, Getränkehalter und angemessen dimensionierte Türtaschen sowie das große Handschuhfach in der unteren Hälfte des Armaturenbretts helfen, im Toyota Ordnung zu halten.

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