https://www.faz.net/-gya-xx3e

Fahrtbericht Toyota Auris Hybrid : Bestens für die Sparfahrt gerüstet

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der erste Hybridwagen in der Kompaktklasse kommt natürlich von Toyota. Er weiß mehr zu gefallen als der größere Prius, perfekt ist er noch lange nicht. Denn es mangelt an Platz und präziser Lenkung. Doch der Verbrauch kann sich sehen lassen.

          4 Min.

          Toyota zeigt großen Willen zum Spritsparen. Gleich zwei Modelle im Programm nutzen einen Hybridantrieb – Benzin- und Elektromotor, die sich zum Zweck der Verbrauchsreduzierung zuarbeiten –, und wer die Tochtermarke Lexus dazuzählt, trifft auf ein komplettes Angebot von Fahrzeugen, die diese Technik nutzen.

          Die jüngste Neuerscheinung mit diesem Antriebssystem heißt Auris und ist das erste Toyota-Kompaktauto mit der Kraft zweier Herzen. Der Antriebsstrang ist mit dem des Prius identisch, der 4,25 Meter lange Auris kostet in Executive-Ausstattung 24.950 Euro, knapp 4000 Euro weniger als die vergleichbare Prius-Version.

          Design
          Von außen ist die Hybrid-Ausgabe der Baureihe nur an der blau unterlegten Plakette zu erkennen, die auf das Antriebskonzept hinweist. Auch der H-Auris ist ein Schrägheckauto mit einer weit nach vorne verlagerter Dachkante und flacher Heckklappe.

          Kofferraum
          Der Kofferraum ist mit einem Fassungsvermögen von 310 Liter etwas kleiner als in einem herkömmlichen Modell (dort 345 Liter). Eine Stufe im Boden schränkt das Ladevermögen ein. Hinter der dicken Schwelle hat die Batterie ihren Platz, in der die Energie für den Elektromotor gespeichert wird. Ein Wasserkasten passt dennoch ins Heck, ein zweiter lässt sich nur mit Mühe zwischen Gepäckraumabdeckung, Rückenlehnen und der Stufe verstauen.

          Bild: F.A.Z.

          Wer die Rücksitzlehnen umklappt, was mit einem Handgriff und mühelos gelingt, muss mit einer zweiten Stufe zwischen Laderaumboden und Rücksitzfläche kämpfen, die nur unzureichend von einem Filzteppich abgedeckt wird. Immerhin können dann sperrige Güter geladen werden, das maximale Kofferraumvolumen liegt bei 1290 Liter.

          Rückbank
          Geräumiger geht es im Fond zu. Zwei weit öffnende Türen machen den Weg dorthin frei, auf der gutgepolsterten Sitzbank findet ein Passagier-Duo bequeme Plätze. Für Knie und Köpfe bleibt genügend Luft zu Vordersitzlehnen und Dachhimmel. Zu dritt wird es eng, zumindest jenseits der Kurzstrecke, zumal dann die Hüfte des rechten Hintermanns unversehens ein Lüftungsgitter in der Rückbankseite verdeckt, das zur ausreichenden Kühlung der empfindlichen Batterie jedoch tunlichst frei bleiben sollte.

          Ablagen
          Vorne herrschen jedoch keine guten Platzverhältnisse. Zwar lassen sich die ordentlich geformten und gepolsterten Sitze ausreichend weit in Längsrichtung verschieben, in der Breite wird das Raumangebot jedoch durch die unsinnig ausladende Mittelkonsole eingeschränkt, die schon beim konventionell motorisierten Auris nicht begeistern konnte. Darunter versteckt sich eine Ablage, die zusammen mit dem doppelten Handschuhfach, gut bemessenen Türtaschen und dem Fach unter der Mittelarmlehne ordentliche Staumöglichleiten für die Dinge des Alltags bietet. Rutschfest ist jedoch keine dieser Ablagen, auf ihren glatten Böden bekommen Schlüsselbund, Park-Münzen oder das Handy in Kurven ein Eigenleben.

          Lenkung
          Dabei macht der Auris eine anständige Figur, wenn es um die Ecke geht. Leichtes Untersteuern prägt sein Fahrverhalten, geringe Karosserieneigungen und Spurtreue machen ihn trotz der eher ungenauen und wenig Gefühl vermittelnden Lenkung agil und handlich.

          Bedienung
          Wer bislang auf konventionell von einem Verbrennungsmotor angetriebene Automobile eingestellt war, muss beim Auris Hybrid kräftig umdenken. Der Druck auf den Startknopf erweckt keineswegs den Motor zum Leben, er lässt nur die Instrumentenbeleuchtung aufleuchten und schaltet das Radio ein.

          Der Wahlhebel auf der Mittelkonsole – er sieht mit blauen Intarsien verziert recht elegant aus und hat das Format eines Designer-Feuerzeugs, wirkt aber auf der großen silbernen Kunststofffläche eher verloren –, muss kurz in Richtung der D-Stellung gerückt werden, kehrt dann wieder in seine Ausgangsstellung zurück. Das Display in der Instrumententafel signalisiert, ob der Befehl angekommen ist. Mehr passiert immer noch nicht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Das Wahlplakat der Grünen

          #Allesistdrin : Die schöne Welt mit Lastenrad

          Ein Wahlplakat der Grünen zeigt eine vierköpfige Familie, die mit einem Lastenfahrrad durchs Grüne fährt. Und es zeigt ein Problem, das die Partei in ihrer Ansprache hat.
          Am 17. Februar im libyschen Benghazi: Frauen halten Landesfahnen hoch, um den 10. Jahrestag des Arabischen Frühlings in Libyen zu feiern, der zum Sturz des damaligen Gewaltherrschers Gaddafi führte.

          Hilfe für Libyen : Zwischen Wahl und Warlords

          Bisher hält der Waffenstillstand in Libyen. Nun soll eine weitere Konferenz in Berlin die Stabilisierung des Landes voranbringen. Doch nicht jeder Akteur hat daran ein Interesse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.