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Fahrtbericht: Suzuki SX4 C 1.9 DDiS 4x4 Comfort : Ein Zwilling rüstet sich zum Bruderzwist

  • -Aktualisiert am

Ein Heck zum Verstauen - nur die Ladekante liegt zu hoch Bild: Suzuki / Wolfgang Groeger-Meier

Das Kooperationsprodukt mit Fiat stammt aus Ungarn

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          Ein japanisch-italienisches Gemeinschaftsprodukt wird in Ungarn hergestellt - und keiner wundert sich darüber. So weit ist es mit der Globalisierung bereits gekommen. In der Autoindustrie bandelt inzwischen schon (fast) jeder mit (fast) jedem an, und spätestens die schiere Not diktiert die Zusammenarbeit, wenn es gilt, das Programm in alle nur denkbaren Nischen auszudehnen. Fiat wollte endlich einen SUV, also einen Soft-Geländewagen, anbieten können, war aber so klamm, daß nur eine Kooperation mit Arbeits- und Kostenteilung in Frage kam. Als Partner bot sich Suzuki an, der japanische Auto- und Motorradproduzent, der viel Erfahrung im Kleinwagenbau und mit dem Allradantrieb mitbrachte. Die gemeinschaftliche Anstrengung führte zum Modell-Doppelpack Fiat Sedici/Suzuki SX4. Als Fertigungsstätte eignete sich das (auch für den japanischen Konkurrenten Subaru arbeitende) Suzuki-Werk in Esztergom - an der Donau nördlich von Budapest. Und die beiden Neuen starten nun in den Markt.

          Eigentlich sind die Zwillinge nicht einmal SUVs, sondern sogenannte Crossovers oder bloß etwas hochbeinige kleine Kombis. Während sich aber Fiat entschieden hat, seinen Sedici nur mit Allradantrieb zu verkaufen (wohl um benachbarte Modelle im Programm nicht zu stören), bietet Suzuki den SX4 auch als Fronttriebler an. Der Preisunterschied beträgt hier immerhin 2500 Euro, und so wird mancher Käufer, der seine Ambitionen schon mit dem etwas abenteuerlustigen Aussehen des Suzuki erfüllt sieht, auf die Allrad-Option verzichten. Wer dennoch 4x4 kauft, erwirbt keine Billiglösung. Der Hinterradantrieb schaltet sich über eine elektrische Lamellenkupplung automatisch zu, wenn vorn der Schlupf überhandnimmt - aber nur dann, wenn man vorher einen Kippschalter von "2WD" auf "4WD" gestellt hat. Die dritte Option des Schalters heißt "4WD Lock", sie bewirkt das Sperren des Mitteldifferentials und damit eine je hälftige Kraftverteilung auf die beiden Achsen. Das ist aber nur auf losem oder glattem Untergrund ratsam, sonst gibt es spätestens in Kurven materialquälende Verspannungen im Antriebsstrang. Bei mehr als nur ganz geringer Geschwindigkeit wechselt der SX4 daher selbsttätig vom Lock- in den normalen 4WD-Status zurück. Trotz seiner 19 Zentimeter Bodenfreiheit (ein VW Golf zum Beispiel hat nur 13) ist der 4x4-Suzuki noch kein Geländewagen. Aber auf unbefestigten Straßen und Wegen oder winterglatten Fahrbahnen kommt er jedenfalls besser zurecht als alle Fronttriebler.

          Die vom Turiner Meister Giugiaro gezeichnete Karosserie mit knapp Golf-Länge (4,10 Meter) wird von Fiat und Suzuki unterschiedlich dekoriert. Sie ist von jener gescheiten Pfiffigkeit, die funktionelle Pflichten nicht mißachtet und zugleich nett und modern wirkt. Vier Türen sind Standard, und eine große, aber nicht weit genug hochschwingende Heckklappe schafft Zugang zu einem leider unterentwickelten Kofferraum: 270 Liter sind arg wenig für die Außenlänge, und mehr als magere 1045 Liter sind auch nicht herzustellen, wenn man die Rückbank und ihre Lehne faltet (das ist in zwei ungleichen Teilen möglich) und das entstehende Paket etwas umständlich mit einem Riemen am Stengel der vorderen Kopfstütze festmacht. Nicht sehr ladefreundlich ist die Höhe der Bordwand; der Sack Rasendünger muß erst 76 Zentimeter hochgehoben und dann wieder 18 Zentimeter abgelassen werden - ach du armes Kreuz! Und allzu schwer dürfen die Einkäufe auch nicht sein, denn als erlaubte Zuladung ergaben sich bei unserem SX4 nur 365 Kilogramm.

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