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Fahrtbericht Suzuki Kizashi : Der weite Weg vom LJ 80 bis ins Jahr 2011

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der Name Suzuki steht in Deutschland für Motorräder und kleine Autos. Mit dem winzigen Geländewagen LJ 80 hatte 1979 die automobile Karriere der Japaner in Deutschland begonnen. Mit dem großen Kizashi ist sie 2011 auf einem Höhepunkt.

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          Suzuki dürfte die am meisten unterschätzte Automobilmarke in Deutschland sein. Seit der Geländekrabbler LJ 80 mit dazu beitrug, den 4×4-Stein ins Rollen zu bringen, und seit kurz danach die Suzuki Alto und Swift den deutschen Kleinwagenmarkt beglückten, hat sich am Angebot des japanischen Herstellers wenig geändert: Es blieb bei kleinen Autos und schmalen SUVs.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Doch diese haben ihren treuen Freundeskreis, es sind solide und zuverlässige Fahrzeuge ohne Schnörkel. Dass sich vor Jahresfrist VW an Suzuki beteiligte, zeigt die Wertschätzung, die das 102 Jahre alte Unternehmen genießt. Mit dem Autobau startete Suzuki erst 1955, da lief die Motorradproduktion bereits seit drei Jahren. Der Suzulight war ein Kleinwagen, und dabei blieb es.

          Design
          Bis der Kizashi kam. Er ist im wahrsten Wortsinne der „Auftakt zu etwas Neuem“, zu Suzukis erstem Auftritt in der Mittelklasse. 4,65 Meter ist der Kizashi (gesprochen Kisaschi) lang, und weil die Suzukis bei seiner Entwicklung den heimischen sowie den amerikanischen und den russischen Markt im Blick hatten, kommt er mit einem klassischen Stufenheck. Kombis sind auf diesen Märkten nicht gefragt (dann nimmt man gleich ein SUV), das gerät dem deutschen Kunden zum Nachteil, der in dieser Klasse liebend gern zum Wagen mit dem hohen Heck greift.

          Kofferraum
          Doch auch als Limousine ist der Kizashi hinsichtlich Ladevolumen nicht untalentiert: 461 Liter passen in den Kofferraum, und unter dem Boden ist noch Platz für Kleinkram. Aber auch bei Suzuki gibt es kein Reserverad mehr, sondern nur noch Tirefit. Wer mehr Stauraum benötigt, kann die Rückbank asymmetrisch geteilt umklappen, dann passen Skier bis zu 1,90 Meter Länge in den Wagen. Für diese würde es aber genügen, die kleine Durchreiche in der Mitte zu öffnen.

          Bild: F.A.Z.

          Platzangebot
          Im Fond ist reichlich Platz für zwei Personen, eine dritte sitzt wie inzwischen fast überall in der Autowelt mehr schlecht als recht etwas erhöht mit knapper Kopffreiheit auf harter Bank. Dafür können die beiden Piloten über Platzmangel nicht klagen, und sie können zudem ihre Sitze elektrisch verstellen. Der Fahrersitz hat sogar eine Memoryfunktion dafür.

          Ausstattung
          Das ist eine der großen Stärken des Kizashi: Er ist komplett ausgestattet, solange nicht nach modernsten Assistenzsystemen wie Spurhaltekontrolle oder Rückfahrkamera gefragt wird. In dieser Hinsicht herrscht komplett Fehlanzeige, auch Start-Stopp oder eine Automatik gibt es nicht (letztere nur in Zwangsverbindung mit Allradantrieb).

          Dafür aber Lederausstattung, Schiebedach, Tempomat, elektrische Fensterheber, Alu-Räder, Klimaautomatik, CD-Radio, Regensensor, Parkpilot vorn und hinten, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und etliches mehr.

          Dazu kommen ABS, ESP, sieben Airbags und zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen im Fond. Als aufpreispflichtig ist lediglich Metallic-Lack ausgewiesen (490 Euro). Ein Navigationssystem von Pioneer, mit dem wir uns kaum anfreunden konnten, findet sich für rund 1700 Euro in der Zubehörliste. Das war's dann aber auch. Die 26.900 Euro, die für den Kizashi aufgerufen werden, sind daher ein mehr als heißer Preis.

          Motor
          Denn unter der Haube wartet ein dicker 2,4-Liter-Vierzylinder mit 131 kW (178 PS) auf seinen Einsatz, der in Zusammenspiel mit dem flott und knackig zu schaltenden Sechsganggetriebe viel Krawall macht. Der Motor ist ein Sauger alter Schule, und wir hatten fast schon vergessen, wie viel Spaß diese machen können.

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