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Fahrtbericht Skoda Roomster 1.9 TDI Comfort : Umbauter Raum in seiner nettesten Form

  • -Aktualisiert am

Der neue Skoda Roomster Comfort Bild: Hersteller

Beim Skoda Roomster 1.9 TDI Comfort läßt das Design die Funktionalität nicht aus den Augen. Trotz der vielen Nutzfahrzeugtalenten ist der Roomster in technischer Hinsicht kein Kleintransporter, sondern ganz und gar ein Personenwagen.

          4 Min.

          Originelles Design kann auch bei Autos ein zuverlässiger Erfolgsgarant sein - wenn es nicht in funktionsschädlichen Spielereien versandet. Skoda, Volkswagens tschechischer Zweig, hat für das richtige Maß ein fröhliches Beispiel geliefert: den Roomster. Sein Name ist Programm, denn der Raum ist hier das entscheidende Kriterium. Und den haben die Schöpfer des jüngsten Polo- und Fabia-Derivats mit einer wirklich pfiffigen Karosserie umbaut. Vor allem an die Kinder hat man gedacht, die sich auf den Hintersitzen vieler anderer moderner Autos wie in der Grünen Minna fühlen müssen: Sie begrüßen jubelnd die freie Aussicht, die ihnen ihr neuer Freund aus Tschechien mit seinen riesigen hinteren Seitenfenstern und den hoch plazierten Fondsitzen bietet. Ganz ohne kleinen Sündenfall ging es allerdings auch beim Roomster nicht ab. Begangen wurde er bei den vorderen Seitenfenstern, wo man sich offenbar von einer Airbus-Kanzel inspirieren ließ. Das resultierte in einer unnötig breiten mittleren Dachsäule, die den Blick nach seitlich hinten gefährlich erschwert. Der asphärische Spiegel auf der Fahrerseite ist da ein Muß und wenigstens eine kleine Wiedergutmachung.

          Aber wir wollten ja vom Raum des Roomster reden, und darin liegt in der Tat seine ganz große Stärke. Der Einstieg durch die hohen und breiten Türen ist traumhaft bequem. Kopfhöhe vorn: bis zu 105 Zentimeter. Kopfhöhe hinten: 100 Zentimeter. Knieraum für die Hintensitzenden: 30 Zentimeter, ein Oberklassemaß. Wenn man davon etwas entbehren kann, darf man die äußeren Rücksitze (oder auch nur einen davon) um bis zu 15 Zentimeter nach vorn verschieben, dann wächst die Kofferraumtiefe dahinter auf fast 92 Zentimeter. Der mittlere Sitzteil im Fond ist dagegen für die Katz: nur 31 Zentimeter breit, Lehne und Kopfstütze zu kurz, im Fußraum störend der hohe und breite Tunnel. Das untaugliche Stück ist freilich klappbar und verwandelt sich dann in ein viel sinnvolleres Tischchen. Am besten aber, man baut es gleich ganz aus (das geht mit wenigen Handgriffen) und macht Gebrauch von der Option, die äußeren Sesselchen - die beide eine Isofix-Halterung für Kindersitze haben - gen Mitte zu verschieben. Dann wächst ihr Abstand von der Tür auf 16 Zentimeter, und der auf ihnen untergebrachte Mensch freut sich der zusätzlichen Freiheitsgrade. Damit nicht genug. Das Rücksitz-Trio läßt sich nach vorn falten und per Gummiband an den vorderen Kopfstützen verzurren, dann ist der Kofferraum statt normal 79 immerhin 128 Zentimeter tief. Und man kann die äußeren zwei ebenso wie schon den Mittelteil ausbauen und so eine reichlich 160 Zentimeter tiefe, ganz ebene Ladefläche schaffen, auf der sich, leider hinter einer ausgeprägten Bordkante, ein riesiges Volumen von 1780 Liter unterbringen läßt. 1555 Liter sind es bei gefalteten Rücksitzen, 450 im Normalzustand und bis zu 530 nach Längsverschieben der Rücksitze, das allerdings eine zunehmende Lücke zur Kofferraumabdeckung öffnet und ihre Funktion als Sichtschutz fürs Gepäck beeinträchtigt. Mit 425 Kilogramm Zuladung ist auch für gewichtigeres Ladegut Vorsorge getroffen, und nicht einmal auf ein voll nutzbares Reserverad im Untergeschoß muß man verzichten.

          Vernünftige Funktionalität

          Zusätzlich zum vielen Platz im Innenraum und den massenhaften Ablagen gibt es, dem Fahrer zuliebe, vernünftige Funktionalität. Von kindischen Design-Eskapaden rings ums Armaturenbrett hat man bei Skoda gottlob abgesehen. So blickt man auf große Instrumente, die freilich noch einen Tick besser ablesbar sein dürften, und hat die Bedienelemente für CD-Radio (außer in der Basisversion serienmäßig) und Klimaanlage (nur bei der Basis mit 1090 Euro aufpreispflichtig und bei den besseren Ausstattungen, wie in unserem Wagen, gegen 290 Euro zur Klimaautomatik hochzurüsten) bestens im Griff. Ein Novum: Skoda bietet im Roomster alternativ zu einem fest eingebauten Navigationssystem (für 890 bis 1050 Euro) eine mobile Ausführung von ViaMichelin mit SD-Speicherkarte an (599 Euro), die ganz links oben auf dem Armaturenbrett postiert ist, deren Bildschirm dort aber so stark spiegelt, daß man wenig Freude daran hat - von der blechernen Stimme der Wegweiserin ganz abgesehen.

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