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Fahrtbericht Škoda Rapid Spaceback : Minigolf ganz groß

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Skoda

Der Kurzheckkombi von Škoda ist ein echter Rivale des VW Golf. Der Preis ist wesentlich niedriger, das Ladevolumen ist sogar höher. Erst nach genauerem Hinsehen offenbart sich der Klassenunterschied.

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          Der Raum wird langsam knapp beim Škoda-Händler. Aus zwei Baureihen beim Neustart der Marke unter VW-Regie vor gut 20 Jahren sind sieben geworden, ohne Derivate. Jüngste Neuerscheinung ist der Rapid, der in der Version Spaceback trotz geringerer Länge den Passagieren ein gleiches Platzangebot bietet wie die gleichnamige, aber 18 Zentimeter längere Schrägheck-Limousine. Dazu bietet er ein gutes Stück mehr Kofferraumvolumen als der etwa ebenso lange VW Golf. Trotzdem, und das ist die Konstante im Sortiment von Škoda, ist er deutlich günstiger als der Kassenschlager aus Wolfsburg. Im Vergleich kostet ein Rapid Spaceback 1.2 TSI Greentec rund 1200 Euro weniger als ein entsprechend motorisierter und ausgestatteter Golf mit dem durchzugsstarken Vierzylinder-Benziner und 105 PS.

          Nicht aus dem Baukasten

          Formal nähert sich das von Škoda als „Kurzheckkombi“ bezeichnete Auto eher dem Golf als das Schrägheckmodell: klare Linien, steiles Heck; die Ästhetik der Linienführung leidet nicht. Doch Golf und Rapid sind technisch höchst unterschiedlich. Der Škoda rollt auf der Vorderachse des Fabia, unter dem Heck führt die Verbundlenkerachse der leistungsärmeren Octavia-Versionen die Räder. Der modulare Querbaukasten, mit dem der Konzern das Programm zu geringen Kosten erweitern will, bleibt dem kompakten Škoda vorenthalten. Das ist kein Nachteil, führt aber unter anderem zu geringerer Aufbaubreite. Auf den einfach gestrickten Vordersitzen fällt das kaum auf, im Fond dagegen reisen drei Mitfahrer trotz ausreichender Beinfreiheit eher zweiter Klasse und mit engem Schulterschluss.

          In Gepäcktransport kann der Spaceback dem Golf locker das Wasser reichen. 415 Liter können eingeladen werden, wenn die Rücksitze belegt sind. Klappt man diese um, lassen sich 1380 Liter verstauen. Der Golf schafft 380 und 1270 Liter Gepäck von der Stelle. Und bei Škoda gibt es praktisches Zubehör wie die Wendematte, bei der entweder eine wasserabweisende oder eine weiche Seite nach oben zeigt. Ein variabler Laderaumboden hilft außerdem bei der passgenauen Konfiguration des Kofferraums.

          Hartplastik in Elegance

          Im Innenraum wird deutlich, wo der Preisunterschied zum Golf herkommt. Zwar wurde die Spaceback-Version nach der Kritik am Rapid-Basismodell ins Programm „unser Auto soll schöner werden“ aufgenommen, doch erfühlen die Finger nach wie vor einfaches Hartplastik selbst dort, wo häufig hingegriffen wird, kratzig wandern sie über die Türverkleidungen. Selbst in der im Vergleich zum Basismodell 4000 Euro teureren Ausstattungsversion Elegance sucht man textile Bezüge oder griffsympathisches Material vergebens. Die nachgebesserten Schmuckelemente dienen allein der Optik, die Haptik wurde vernachlässigt. Und eine Frontkamera, Fahrspurüberwachung oder eine Kontrolle des toten Winkels gibt es weder für Geld noch für gute Worte. Das mag manch einer als Manko empfinden, hat aber auch den Reiz des ursprünglichen, puristischen Autofahrens.

          Denn der Rapid gehört zu den Leichtgewichten seiner Klasse. 1075 Kilogramm wiegt er unbeladen, der gleiche Motor muss im Golf rund 100 Kilogramm mehr in Schwung bringen. Und so gibt sich der 1,2-Liter-Benziner mit Turbo munter und agil, beschleunigt den Viertürer in 10,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und macht ihn bis zu 193 km/h schnell. Die sechs Gänge des leichtgängig wie präzise zu schaltenden Getriebes sind nicht zu lang ausgelegt, eher schön kurz. Die Drehmomentspitze von 175 Newtonmeter liegt früh an, schon bei 1550 Umdrehungen in der Minute steht das Maximum bereit, vernünftige Durchzugskraft bietet das direkteinspritzende Triebwerk schon bei wenig mehr als 1400 /min an.

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