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Fahrtbericht Skoda Oktavia 1.6 : Einfach ein guter Kauf

  • Aktualisiert am

Die Volkswagen-Technik überzeugt selbst zweifelnde Käufer. Bild: Skoda

Die Oktave ist in der Musik der Gleichklang, das Symbol für spannungsfreie Ruhe. Auch der Octavia aus Tschechien bezieht seinen guten Ruf und seinen Erfolg nicht aus polarisierender Extravaganz, sondern aus gefälliger Schlichtheit.

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          Die Oktave ist in der Musik der Gleichklang, das Symbol für spannungsfreie Ruhe. Auch der Octavia aus Tschechien bezieht seinen guten Ruf und seinen Erfolg nicht aus polarisierender Extravaganz, sondern aus gefälliger Schlichtheit und - derzeit noch - dem gutem Gegenwert fürs Geld seiner Kunden, von denen immer noch ein großer Teil östlich der Elbe lebt und seine Moneten zusammenhalten muß. Ansehen und Marktposition verdanken die Autos von Skoda vor allem ihrem technischen Hintergrund, der Volkswagen heißt. Die Käufer haben schnell kapiert, daß sie hier VW-Qualität mit einem Rabatt bekommen, der deutlich den Unterschied zwischen dem Wolfsburger Haustarif und dem Lohnzettel eines Werkers in Mladá Boleslav widerspiegelt. Dieses Gefälle ist zwar nicht für die Ewigkeit, doch im Moment hat Skoda mit seinen Preisen noch ein starkes Argument bei der Hand.

          Der erste Octavia unter VW-Ägide - in der Ostblock-Tschechoslowakei gab es schon ein Modell gleichen Namens - hat in sieben Jahren den Boden für die zweite Generation bereitet, die jetzt startet. Am Grundsätzlichen hat sich nichts geändert: Auch der Neue ist kein Produkt experimentierfreudiger oder gar zum Schockieren neigender Designer, sondern ein unaufgeregt ansehnliches Auto von stattlicher Statur und hohem Praxiswert. Während beim Octavia von 1997 noch die Schwierigkeiten offenkundig waren, eine Limousine von gut 4,50 Meter Länge auf den knappen Radstand des Golf IV zu setzen - besonders im Fond ging es ganz und gar nicht mittelklassegemäß zu -, schuf jetzt die Plattform des Golf V mit ihren 7 Zentimeter mehr Achsabstand bessere Voraussetzungen. So konnte das neue Modell in der Außenlänge um 6 Zentimeter zulegen, doch wichtiger war der Komfortgewinn für die Hintensitzenden, deren Knien jetzt mehr als 5 Zentimeter zusätzlicher Freiraum geboten wird, bei zugleich sehr auskömmlicher Kopfhöhe. Auch das Kofferabteil profitierte: Sein Inhalt wuchs von den schon lobenswerten 530 Liter des Vorgängers auf 560 Liter, die selbst großes Urlaubsgepäck nicht fürchten müssen; auch die Combi-Version des neuen Octavia übertrifft das nur noch um weniges. Es blieb zum Glück bei der großen und sehr weit aufschwingenden Heckklappe. Kombiähnliche Ladefreundlichkeit wird freilich vermißt: Die Bordkante liegt hoch, und mit dem Klappen der geteilten Rückbanklehne entsteht keine ebene Fläche. Doch die ist immerhin mehr als 1,80 Meter lang und eröffnet ein Stauvolumen von maximal 1350 Liter, 20 mehr als beim Vormodell. Nicht unwichtig zu erwähnen, daß ein vollwertiges Reserverad mitreist - speziell in Osteuropa will niemand auf Dichtmittel und Kompressor angewiesen sein. Auch mangelhafte Zuladung käme dort schlecht an: Bei unserem Octavia betrug sie 565 Kilogramm, ein Top-Wert.

          Ein echter Fünfsitzer ist der Octavia allerdings nicht geworden. Dagegen spricht schon die unzureichende Höhe der dritten Kopfstütze im Fond - der mittlere Platz ist dort allenfalls für Kinder. Der Fahrer dagegen darf zwar gern mehr als 1,90 Meter messen, doch stimmt es nicht mit den relativen Raumverhältnissen: Seine Beine müssen sich zu den Pedalen hin noch arg strecken, wenn die Brust schon suboptimal nahe am Lenkrad ist - da hilft auch dessen doppelte Verstellbarkeit nicht. Instrumente und Bedienungselemente sind ohne die Mätzchen gezeichnet und plaziert, die anderwärts modern sind. Und wo gibt es das noch, daß sich alle vier Seitenfenster ohne herausstehenden Rest nach unten fahren lassen? Die Passagiere erfreuen sich an der guten Aussicht, und sie sind nicht auf jugendliche Gelenkigkeit angewiesen, um sich in dem Skoda niederzulassen: Die Türen sind großzügig geschnitten und öffnen sich weit. Am Lenkrad hapert es freilich an der Übersicht, besonders nach hinten fährt man ins Ungewisse.

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