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Fahrtbericht Skoda Octavia Combi : Viel Laderaum in schickem Gehäuse

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Skoda, das sind die anderen Volkswagen aus Tschechien. Manchmal möchte man meinen, sie seien fast die besseren. Wie der Octavia Combi. Der bietet sehr viel Gepäckraum und einen sparsamen, aber kräftigen Motor.

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          Es ist schon eine tolle Erfolgsgeschichte. Während andere alte Auto-Marken den Bach hinuntergehen, kennen die Tschechen von Skoda nur eine Richtung: aufwärts. Von den 86 Jahren Automobilbau, auf die sie inzwischen zurückblicken können, waren die jüngsten die besten.

          Gewiss, man hatte mit der Übernahme durch Volkswagen 1991 eine optimale Startposition auf den wirtschaftlichen Trümmern des ehemaligen Ostblocks. Doch wie man sie genutzt hat, mit personeller und materieller Hilfe aus Wolfsburg, ist schon eindrucksvoll. Die Marke ist inzwischen in Deutschland - und durchaus nicht nur in den neuen Bundesländern - fest etabliert. Und das nicht mit modischem Schnickschnack, sondern mit grundsoliden, vernünftigen Autos hoher Qualität, für deren Schöpfer Funktion immer noch vor Design kommt.

          Vielleicht das schönste Beispiel dafür ist Skodas Golf-Ableger, der Octavia. Seit 1996 wird er gebaut, das erste Modell auf Basis des Golf IV, das zweite - ab 2004 - mit der Plattform des Golf V. In beiden Fällen wurde auf dem Radstand des kompakten Wolfsburgers ein Beinahe-Mittelklasseauto geschaffen, das eine Menge Nutzraum bietet, ohne deswegen unharmonisch auszusehen.

          Bild: F.A.Z.

          Das gilt für den aktuellen Octavia auch nach dem Facelift vom vergangenen Jahr, der an den Abmessungen nichts geändert hat, wohl aber an der Front- und Heckpartie - mit strafferen Linien, die das künftige Markengesicht bestimmen sollen und bei der großen Limousine Superb schon vorgezeichnet sind.

          Auch die Kombi-Version des Octavia hat daran teil - Skoda schreibt sie mit „C“ -, und sie ist ein überzeugendes Exempel dafür, dass viel Laderaum auch in einem schicken Gehäuse Platz finden kann. Skoda hat das Dach nach hinten nicht zu stark abgesenkt, wie es andernorts üblich geworden ist, und so die Transporter-Qualitäten dieser Auto-Kategorie nicht drangegeben.

          Das Ergebnis: ein maximales Volumen von 1620 Liter, und das ist für einen knapp 4,60 Meter langen Kombi nicht schlecht. Die 580 Liter im Normalzustand sind sogar vorbildlich. Dass beim Vergrößern des Kofferraums eine ebene Fläche entsteht, die nach außen hin auch nicht von einer Bordwand überragt wird, gehört sich eigentlich für einen Kombi, wird aber durchaus nicht überall geboten.

          Der verbreitete Trick, das unsichtbare Untergeschoss dem Gepäckraum zuzurechnen, hätte hier nicht verfangen können, denn im Octavia enthält es ein voll taugliches Reserverad - heute schon eine große Seltenheit. An der Zuladung von 565 Kilogramm muss kein Transport scheitern.

          Versagen der Skoda-Vernunft

          Dass der Octavia auf den Radstand seines Organspenders Golf angewiesen ist - 2,58 Meter sind nicht besonders viel -, wirkt sich erstaunlicherweise im Innenraum kaum nachteilig aus. Im Fond geht es sogar fast großzügig zu: 20 Zentimeter minimale Kniefreiheit sind ein Mittelklasse-Maß, und es kann sogar noch zwei Fingerbreit größer sein, wenn vorn nicht gerade ein Riese Platz genommen hat.

          Auch an der Tiefe der Rückbank wurde nicht gespart, und nahezu ein Meter Kopfhöhe taugt für alle Figuren. Etwas knapp ist nur der Bodenabstand der Fondsitze geraten. Die Breite genügt bequem für drei, aber der Mittelplatz ist wie fast überall nur ein Nominalwert - lächerlich geringe Tiefe, im Fußbereich ein riesiger Mitteltunnel, oben eine viel zu kurze Kopfstütze. Irgendwo versagt leider auch die Skoda-Vernunft, ähnlich wie zum Beispiel bei der dem Facelift geschuldeten Verlegung der Seitenblinker in die extrem gefährdeten Außenspiegel.

          Das Spiel mit den Aufpreisen

          Auch vorn sitzt man ordentlich im Octavia, obwohl die Sessel merkwürdig schmal geschnitten sind. Sie waren bei unserem Wagen mit einer aufgeldpflichtigen hellen Leder-Alcantara-Kombination bezogen, die wir wegen ihrer Empfindlichkeit niemals wählen würden. Aber sie putzte ganz ungemein, und da auch die sonstigen Materialien im Innenraum und ihre Verarbeitung einen guten Eindruck machten, sahen wir dem Skoda diese Extravaganz gern nach.

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