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Fahrtbericht Skoda Octavia 2.0 TDI PD Elegance : Was aus einem VW Golf alles werden kann

Skoda Octavia Combi 2.0 TDI PD Elegance Bild:

Zwar basiert der Skoda Octavia Kombi auf dem alten VW Golf, trotzdem ist er eher ein Wagen der Mitte der Mittelklasse. Das tschechische Modell überzeugt mit Ladetalent und praktischen Werten.

          4 Min.

          16 Jahre nach der politischen Wende in Osteuropa gibt es nicht viele Erfolgsgeschichten. Skoda ist eine davon. Unter kräftiger Mithilfe des VW-Konzerns, der seit 1991 in Tschechien engagiert ist, wurde aus der Traditionsmarke, deren Anfänge bis 1895 zurückreichen und die nach dem Zweiten Weltkrieg einer der bedeutendsten Autobauer in Osteuropa war, ein ernst zu nehmender Mitspieler auf dem deutschen Markt. Wer ein qualitativ hochwertiges Auto fahren will, ohne dabei zu sehr in die Tasche zu greifen, der fährt Skoda. Die Technik stammt von VW, da kann doch kaum etwas schiefgehen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Tut es auch nicht. Wir fuhren die Kombi-Variante des Octavia mit dem 2,0-Liter-Pumpe-Düse-Diesel über mehr als 2500 Kilometer, und es fällt schwer, dem Wagen ein Minus zu verpassen. Das fängt schon bei der Inneneinrichtung an. Alles paßt, alles sitzt, nichts wirkt billig, die Verarbeitungsqualität ist auf hohem Niveau. Sinnvolle Ablagen sind in ausreichender Zahl vorhanden, selbst das Fach für die Sonnenbrille im Dachhimmel fehlt nicht. Klar, die Hebel und Schalter kennt man aus dem VW-Reich, aber ist das ein Nachteil? Skoda ist schon längst keine Billigmarke mehr, das spürt man sofort, teure Ausstattungsmerkmale wie Xenonlicht (660 Euro), Navigationssystem (1430 Euro) oder Lederausstattung (1490 Euro) sind selbstverständlich zu bekommen.

          Der VW Golf als Basis

          Eine preiswerte Automarke bleibt Skoda gleichwohl. 24740 Euro stehen für dieses Modell in der Preisliste, ein VW Golf IV Variant Highline mit einem zehn kW schwächeren Diesel unter der Haube kostet 26775 Euro - wohlgemerkt, der alte Golf, nicht der neue. Wie bisher ist der VW Golf die technische Basis für den Octavia. Davon, daß die fünfte Generation des kompakten Volkswagens deutlich größer ist als die vierte, profitiert der Skoda, der jetzt tatsächlich ein Mittelklasse-Modell auf einer Kompaktklasse-Plattform bieten kann. Auch auf der Rückbank läßt es sich passabel unterkommen, es mangelt nicht mehr an Beinfreiheit wie beim Vorgängermodell. Wenn es etwas hinsichtlich des Sitzens zu bemängeln gibt, ist es die Schwierigkeit, mit 1,86 Meter Körperlänge eine wirklich perfekte Sitzposition zu finden. Entweder sind die Beine zu weit weg von den Pedalen oder die Arme zu nah am Lenkrad.

          Elegance - der Name ist Programm.

          Großer Laderaum

          Dafür verdient sich der Skoda eine Eins mit Sternchen für die Laderaum-Kapazität. 560 Liter passen in den Kofferraum und mehr als 1600, wenn man die asymmetrisch geteilte Bank umlegt. Dabei entsteht eine beinahe ebene Ladefläche mit einer Länge von rund 1,80 Metern. Zwar ist der Combi sehr gut ausgestattet, eine Dachreling (150 Euro) läßt sich Skoda jedoch ebenso bezahlen wie eine Gepäcknetztrennwand (150 Euro), einen Skisack (100 Euro) oder einen variablen Laderaumboden (150 Euro). Dieser schafft eine Ebene mit der Ladekante und einen doppelten Boden, in dem sich auch eine dicke Aktentasche verstecken läßt (dafür hat man freilich auch die serienmäßige Kofferraumabdeckung). Zudem kann der Boden aufgestellt werden und als "Raumteiler" fungieren. Verzurrösen fehlen ebensowenig wie zwei Fächer rechts und links in der Verkleidung, im Kofferraumboden ruht ein vollwertiges Reserverad. Die Kofferraumklappe schwingt ausreichend weit nach oben, an der falschen Stelle gespart hat Skoda mit dem Zuziehgriff: Es ist eine billige Lasche wie zu (un)seligen Vorwendezeiten.

          Kleine Ärgernisse

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