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Fahrtbericht Seat Altea : Minivan oder Sportkombi mit einer Ladung Emotion

Das Seat-Modell Altea Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Seats neuestes Modell, der sportliche Minivan Altea, paßt in keine oder in viele Kategorien. Auch mit dem kleinen Motor ist man meistens gut unterwegs.

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          Beinahe täglich entdeckt die Automobilindustrie neue Fahrzeugkonzepte. Eines davon ist der sportliche Minivan. Während der Mitsubishi Grandis (F.A.Z. vom 9. November) in der Liga der großen Minivans antritt, versucht sich der Seat Altea bei den kompakteren Fahrzeugen zu etablieren, tritt also gegen VW Touran, Opel Zafira und Renault Scénic an. Wobei gleich die Frage zu stellen ist, ob er das überhaupt vermag: Denn weder gibt es für den Altea eine dritte Sitzbank, noch kann er in Sachen Laderaumkapazität mit den Platzhirschen mithalten. Eine Entscheidung zugunsten des neuen Seat muß also mit einem gehörigen Schuß "Emoción" verbunden sein, und offenbar nimmt der Kunde das Konzept an: Weit mehr als 20.000 Altea sind in Europa seit Juni verkauft worden, der Absatz liegt auch in Deutschland über den Erwartungen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. Schon länger haben wir kein Auto gefahren, von dem wir bei der ersten Sitzprobe so positiv überrascht waren. Die Vordersitze sind klasse, sie bewährten sich auch auf langen Strecken. Die Armaturenbrettlandschaft ist gekonnt gezeichnet und gestaltet. Obwohl selbstverständlich nur Kunststoff verbaut wurde, sieht alles schnieke und propper aus. Drei Rundinstrumente liegen optimal im Blickfeld, sämtliche Bedienfunktionen erschließen sich beinahe von selbst. Allenfalls für den Warnblinkschalter (unten beim Schalthebel) hätte man einen besseren Platz finden können. Der Navigations-Monitor (Aufpreis 2500 Euro) macht was her, er prangt genau in der Mitte des Instrumententrägers. Das System selbst ist sehr einfach zu handhaben. Gleiches gilt für Heizung und Lüftung, deren Bedienfelder über dem Monitor angebracht sind. Eine automatische Klimaanlage, die sich getrennt für Fahrer und Beifahrer einstellen läßt, gehört bei "Stylance" zum Ausstattungsumfang.

          Viele Extras

          92 Prozent aller deutschen Seat-Kunden bestellen das dick geschnürte "Stylance"-Ausstattungspaket. Wer "Reference" wählt, weil er 2580 Euro sparen will, verzichtet vor allem auf Alufelgen, die Klimaanlage, ein Audiosystem und eine Geschwindigkeitsregelanlage. Das läßt schon ahnen, wie gut die Basisausstattung des Altea ist. Elektrische Helferlein für Außenspiegel und Fenster, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, ESP, ABS und sechs Airbags gehören wie Isofix-Kindersitzbefestigungen an der Rückbank und vieles mehr zum Standard. Stylance läßt sich unter anderem zusätzlich mit Ledergestühl (1320 Euro), Sitzheizung (190 Euro), Schiebedach (490 Euro) und einer Parkdistanzkontrolle (nur hinten, 250 Euro) aufwerten. Metallic-Lack kostet 385 Euro, das "Emoción-Rot" unseres Wagens gab es für 150 zusätzliche Euro. Ägerlich: Manche Sonderausstattungen (Navi-System) lassen sich nicht für "Reference" bestellen.

          Gelobt werden muß der Altea auch für seine zahlreichen sinnvollen Ablagen wie das Sonnenbrillenfach links oben am Dachholm, die Schubladen unter den Vordersitzen oder das Fach, das in die Gepäckraumabdeckung integriert ist. Warum ist da nur vorher niemand drauf gekommen? Ein Novum sind auch die gegenläufigen Scheibenwischer, die ihre Ruheposition an den A-Säulen haben.

          Schöne Verkaufszahlen

          So schick der Altea mit seinen "Luchsaugen" (Seat) und der gedrungenen Form auch wirkt, der sportlich knappe Schnitt hat seine Nachteile. Das gilt zwar nicht auf der Rückbank, denn hier sitzen zwei bis drei Personen sehr kommod und haben ausreichend Beinfreiheit, aber bei der Ladekapazität müssen deutliche Abstriche gemacht werden. Nur 409 Liter faßt der Kofferraum, wenn man den doppelten Boden (18 Zentimeter tief) herausnimmt. Bei einer Außenlänge von 4,23 Meter ist das wenig, der Opel Zafira (4,31 Meter) bietet knapp 600 Liter, der VW Touran (4,39 Meter) gar 695. Der Renault Scénic (4,26 Meter) ist in dieser Hinsicht auf dem Nivau des Altea (430 Liter), schlägt ihn aber bei umgelegter Rückbank deutlich (1840 zu 1320 Liter). Zafira und Touran kommen an die 2000 Liter heran. Nach Umlegen der Rückbank kann der Altea immerhin eine Laderaumlänge von 1,61 Meter bieten, die Lehne ist dreifach geteilt, das Durchladen von langen Gegenständen somit machbar, auch wenn hinten zwei Personen sitzen. Dennoch, wer maximale Ladekapazität in kompakter Karosserie sucht, ist beim Altea im falschen Auto.

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