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Fahrtbericht Renault Koleos : Ob die späte Geburt zur Gnade wird?

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

So etwas müssen wir auch haben, befand man in Paris angesichts der Erfolge von VW Tiguan und Toyota RAV4. Nun kommt er, der erste SUV von Renault. Doch er kommt spät, der Zenit der SUV-Manie ist wahrscheinlich schon vorbei.

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          Schon der Ford Kuga war eine Spätgeburt, doch der Koleos ließ sich sogar noch ein Vierteljahr länger Zeit. Immerhin war Renault nicht, wie der französische Nebenbuhler Peugeot/Citroën, auf fremde Hilfe angewiesen. Man hatte alles im erweiterten Haus: das Geländewagen-Knowhow, die Allradtechnik und die Benzinmotoren bei Nissan, die Diesel im eigenen Regal und die kostengünstigen freien Kapazitäten beim koreanischen Familienmitglied Samsung.

          Da fragt man sich zwar erst recht, warum Renault so lange gewartet (und den Zenit der SUV-Manie vielleicht schon verpasst) hat. Doch besser spät als gar nicht, und wer zuletzt kommt, hat zumindest eine gute Chance, von den anderen zu lernen.

          Wir wollten uns nicht mit halben Sachen abgeben

          Viel falsch machen konnte man freilich in den vergangenen Jahren nicht, wenn man einen SUV in sein Programm nahm. Das Publikum war geradezu vernarrt in diese Soft-Geländeautos, die so viel Sicherheit und Selbstbewusstsein auszustrahlen scheinen. Erst die Bedrohung durch steigende Kraftstoffpreise hat den Markt gespalten: Die SUVs Größe XXL verloren Käufer, die 4,50-Meter-Klasse, zu der auch der Koleos gehört, war der Gewinner – zumal immer mehr Hersteller auch Frontantriebs-Versionen ihrer Modelle anbieten, weil es manchen Kunden nur auf den Geländewagen-Habitus ankommt.

          Bild: F.A.Z.

          Renault ist mit dabei, und wer 2000 Euro sparen will (und im weiteren Verlauf einiges Diesel-Geld), kann einen 4×2-Koleos bestellen. Wir wollten uns nicht mit halben Sachen abgeben und wählten 4×4: Diesel ist dann obligatorisch, den Zweiliter-Vierzylinder gibt es in zwei Leistungsstufen (110 kW/150 PS und 127 kW/173 PS), von denen uns die stärkere gerade gut genug war.

          Menschenfreundliche Türausschnitte

          Der Koleos ist ein schmuckes Auto: stämmig, aber nicht unnötig aggressiv, kraftvoll modelliert, mit betonten Radhäusern und kurzen Überhängen. Das nach hinten abfallende Dach gilt als unerlässlicher Ausweis von Sportlichkeit – und hat natürlich Nachteile, denn ausreichend Kopfhöhe ergibt sich dann nur mit einer niedrigen, also unbequemen Sitzbank. Die ist, wie immer bei Renault, auch in der Tiefe zu knapp geraten (das gilt ebenso für die Vordersitze), bietet aber drei nicht allzu wohlgenährten Erwachsenen ausreichend Platz.

          Was im Spitzenmodell Luxe wie Leder aussieht, ist bis auf die Mittelbahnen und Wangen der Sitze nur Imitat – Abwählen leider nicht möglich. Trotz des serienmäßigen Schiebedachs, das von einem feststehenden Glasteil über den Rücksitzen ergänzt wird und viel Tageslicht in den Innenraum lässt, gibt es vorn reichlich Scheitelhöhe. Zum Einsteigen muss man einen sehr hohen Schweller überwinden, doch die Türausschnitte sind menschenfreundlich.

          Familien mit Kindern werden sich über das kreative Sortiment an Ablagen im Innenraum freuen, vom kühlbaren Handschuhkasten bis zu Unterflur-Gelassen im hinteren Fußraum, von den abundanten Dosen- und Flaschenhaltern ganz zu schweigen. Eine Zweizonen-Klimaautomatik sorgt für angenehme Temperaturverhältnisse, der Fond kann separat belüftet werden. Sechs Airbags und zwei Isofix-Kindersitzhalterungen im Fond sind Stand der Technik.

          Zwei Tonnen Anhängelast sind ein Wort

          Dem Fahrer zwingt Renault keine Design-Kaprizen auf: Alles ist gut im Blickfeld und in Reichweite, Geschwindigkeitsregler und Bordcomputer lassen sich vom Lenkrad aus bedienen, das Navigationssystem (Carminat 3, beim Luxe 1500 Euro) mit vernünftig hoch angebrachtem Bildschirm wird von Tasten zwischen den Vordersitzen befehligt, dort sitzt auch der Hebel für die elektrische Feststellbremse.

          Licht- und Regensensor entlasten den Fahrer, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht erleichtern ihm das Fahren bei Nacht; generell ist es um seine Übersicht aber nicht gut bestellt. Streiten mag man über den Sinn des schlüssellosen Zugangs und Startens, doch hier fühlt sich Renault schon lange als Pionier.

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