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Fahrtbericht Renault Kangoo : Für die freundliche Familie mit Hund

Bild: FAZ.NET, Hersteller

Mit dem Kangoo bietet Renault seit mehr als zehn Jahren wieder ein preiswertes, praktisches Familienauto. Die neue Generation ist deutlich gewachsen, was nicht jedem gefällt, aber so ist nun Platz in Hülle und Fülle.

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          Familienautos müssen vieles können. Aber im Grunde geht es nur um zwei Dinge: Sie dürfen nicht zu teuer sein, und sie sollen möglichst viel Platz bieten. So betrachtet, muss der neue Renault Kangoo ganz nach oben in der Präferenzliste für den nächsten Autokauf.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Preisgünstig ist er, und zwar so sehr, dass Renault Deutschland ganz offen als eine der Hauptzielgruppen „junge Familien mit mindestens zwei Kindern und begrenztem Budget“ ausgemacht hat, und Platz hat er ebenfalls mehr als ausreichend, aber nur, wenn die Famlie maximal drei Kinder hat. Eine dritte Sitzreihe ist nämlich nicht vorgesehen, und man fragt sich, warum nicht. Vielleicht hätte der Kangoo in der Länge im Vergleich zum alten gleich um 27 statt um 17 Zentimeter zulegen sollen, dann würden auch die 16 Zentimeter, die er in die Breite gegangen ist, besser kaschiert.

          Ein aufgeblasenes Raumschiff

          So aber wirkt der Kangoo II wie aufgeblasen, und am Lenkrad fühlt man sich wie in einem riesigen Raumschiff, was natürlich seinen Reiz hat. Und Raum ist wahrlich vorhanden: Das Kofferabteil hat schon bei herkömmlicher Konfiguration ein Volumen von 660 Liter. Packt man es bis unters Dach voll, dürften es rund 1000 Liter sein. Der Kangoo ist so praktisch, weil seine quadratmetergroße Ladefläche bei einer Höhe von fast 1,25 Meter einfach alles packt, was hinein soll: den großen Kinderwagen, den man der Kollegin geliehen hatte, oder das Fahrrad vom neunjährigen Filius oder die neue Waschmaschine für die Oma.

          Die serienmäßige Gepäckraumabdeckung, die sich in zwei Ebenen installieren lässt, muss beim Transport nicht zu Hause bleiben: Sie lässt sich platzsparend direkt hinter die Rückbanklehne schieben. Wichtig: Neben 160 Euro für ein Trenn-Netz sollte man weitere 150 Euro für eine asymmetrisch geteilte Flügeltür am Heck in sein Budget aufnehmen.

          Regulär wird der Kangoo mit einer großen Heckklappe geliefert. Diese ist erstens sehr schwer, und zweitens muss man, um sie zu öffnen, erst drei Schritte zurücktreten. Vor allem für Kinder ist eine Flügeltür, die sie selbst öffnen können, viel praktischer. In Kauf nehmen muss man jedoch die schlechtere Sicht nach hinten.

          Ladevolumen von fast 2000 Litern

          Sollen zwei oder drei Waschmaschinen an Bord, lässt sich die serienmäßig asymmetrisch geteilte Rückbank dank neuer Klappkinematik völlig flach legen (die Sitzfläche rutscht in den Fond-Fußraum). Dann hat man einen Laderaum mit fast 1,80 Meter Länge bei einem Ladevolumen von fast 2000 Liter. Und das wohlgemerkt bei einem 4,21 Meter langen Fahrzeug.

          Laden kann er also wie kaum ein Zweiter, der neue Kangoo. In der Privilège-Ausstattung lässt sich sogar noch der Beifahrersitz umlegen (150 Euro). Dann kann man auf der rechten Autoseite 2,50 Meter lange Gegenstände transportieren. Nicht von ungefähr waren bisher von 2,2 Millionen verkauften Kangoo rund die Hälfte „Rapide“, also die Nutzfahrzeug-Variante.

          Handwerker und Kleingewerbetreibende schätzen so viel Raum auf relativ kleiner Grundfläche besonders. Aber der neue Kangoo taugt für mehr als den Transport von zwei Menschen und Material.

          Komfort für fünf Personen

          Bis zu fünf Personen sind in ihm kommod untergebracht. Vorn sitzt man zwar auf den renaulttypisch zu weichen Sitzen, aber das Raumgefühl ist phänomenal, die Frontscheibe ist gefühlt einen Meter entfernt und hat Panorama-Format. Selbst eine Bienenkorb-Frisur à la Marge Simpson nimmt keinen Schaden.

          Die 1,33 Meter breite Rückbank taugt tatsächlich für drei Personen. Kein Mitteltunnel stört den Mittelmann, die Füße können bequem zwischen den Vordersitzen abgestellt werden, Bein- und Kopffreiheit sind ohnehin sehr gut. Für die Fondbänkler rechts und links gibt es Tischchen an der Rückseite der Vordersitze gegen Aufpreis, und nur in der besten von drei Ausstattungslinien (Privilège) packt Renault noch drei geschlossene Ablagefächer unters Dach, ähnlich wie in einem Flugzeug.

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