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Fahrtbericht Renault Grand Scénic 2.0 : Jetzt ein Grand nur noch mit Fünfen

  • -Aktualisiert am

Vans haben Konjunktur in Deutschland Bild: Hersteller

Im Renault Grand Scénic XXL gibt es serienmäßig nur fünf Sitze, zwei weitere ordern nur Käufer, die sie wirklich brauchen, denn sie sind jetzt aufpreispflichtig. Seine gute Ausstattung rechtfertigt den happigen Preis. Gerold Lingnau und der Renault.

          Vans, ob Mini- oder groß, haben weiter Konjunktur in Deutschland. Diese geborenen Familienautos werden von Käufern ohne Kinder kaum weniger geschätzt, einer Klientel, die auch mit Geländewagen liebäugeln würde - nicht wegen des Allradantriebs, sondern wegen der hohen Sitzposition und des bequemen Einstiegs.

          So bieten denn viele Hersteller schon Vans in mehreren Klassen nebeneinander an. Renault, ein Pionier dieser Autos in Europa, ist dafür dem bewährten Rezept „Aus eins mach zwei“ gefolgt. Seit zehn Jahren gibt es neben dem großen Espace den noch größeren Grand Espace, und dem aktuellen Scénic, der auf dem Golf-Konkurrenten Mégane basiert, wurde 2004 der Grand Scénic zugesellt.

          In beiden Fällen geschah das zu überschaubaren Kosten, nämlich mit einer Verlängerung der vorhandenen Plattform. Der Radstand differiert dabei weniger - beim heutigen Espace um sieben, beim Scénic um fünf Zentimeter - als die Länge, die um 20 und 23 Zentimeter zulegte.

          Fast zwei Kubikmeter Laderaum

          500 Euro für die Zusatzsitze

          Der Raumgewinn ist in beiden Fällen beträchtlich und beim Scénic gewiss noch gravierender für die allfällige Kaufentscheidung. Viele Interessenten wollen zwar mehr Platz, aber nicht unbedingt sieben statt fünf Sitzen, und so hat sich Renault beim Grand Scénic fürs Modelljahr 2007 nicht mehr an Konkurrenten wie dem Opel Zafira orientiert, der die dritte Sitzreihe serienmäßig mitbringt, sondern an Wettbewerbern wie VW, wo man ihr beim ähnlich großen Touran nur den Status eines Aufpreis-Extras zubilligt.

          So kann der Käufer entscheiden, ob er die Zusatzsitze haben will und ob sie ihm das Aufgeld wert sind. Renault verlangt 500 Euro, damit aus dem Grand Scénic XXL ein Siebensitzer wird, und das ist für den, der's braucht, ein fairer Preis. Unserem Exemplar fehlten die Planstellen 6 und 7, und so konnte es den Beweis antreten, dass der XXL auch ohne sie eine marktkonforme Existenzberechtigung hat.

          Eng für den mittleren der drei Passagiere

          Der Renault ist mit knapp 4,50 Meter Länge den Konkurreten Touran und Zafira knapp voraus, dem Ford C-Max sogar deutlich. So darf man viel Bewegungsraum für fünf Reisende erwarten, und das würde sich auch erfüllen, wenn nicht der verlängerte Scénic notgedrungen die Breite des kurzen beibehalten hätte.

          Deswegen wird es hinten - anders als im Espace - eng für den mittleren der drei Passagiere, dessen Einzelsessel sieben Zentimeter schmaler ist als die beiden äußeren und mit seinen 38 Zentimeter Breite wirklich nur zierlichen Persönchen Bequemlichkeit bieten kann. In allen anderen Dimensionen gibt es reichlich Platz im Fond: für die Köpfe sowieso und für die Beine selbst dann noch, wenn die Sitze nach vorn verschoben werden - das geht um bis zu 12 Zentimeter.

          Ein flacher, unsichtbarer Stauraum

          Merkwürdigerweise auf den kurzen Scénic beschränkt ist die Option, den dritten Sitz ganz auszubauen und die beiden anderen zur Mitte hin umzupflanzen. Alle drei sind auch nach vorn zu falten, dann wächst die Tiefe des Kofferraums von 107 auf 145 Zentimeter. Nimmt man die Sessel heraus - bei rund 16 Kilogramm Gewicht keine ganz leichte Übung -, entstehen fast zwei Kubikmeter Laderaum.

          Ohnehin ist das Gepäckabteil des XXL der große Gewinner der Scénic-Verlängerung: Schon bei normaler Fünfsitzigkeit werden 533 Liter Volumen geboten, rund 100 mehr als beim kleineren Bruder, der es zudem „nur“ auf maximal 1840 Liter bringt.

          Die Ladefläche ist topfeben, doch die große Heckklappe reicht nicht ganz bis zum Kofferraumboden hinunter. Das stört nur wenig, da die Bordkante mit 62 Zentimeter angenehm niedrig liegt. Im Untergeschoss gibt es mangels eines Reserverads noch einen flachen, unsichtbaren Stauraum; ein Notrad anstelle des Pannensets kostet 110 Euro extra.

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