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Fahrtbericht Renault Grand Modus : Etwas länger, aber nicht viel praktischer

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Einen Grand mit dreien auf der Skat-Hand zu haben ist schon eine aussichtsreiche Sache. Renault hat zu Grand cenic und Grand Espace nun den Grand Modus gesellt, der um 16 Zentimeter gewachsen ist und mager ausgestattet wurde.

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          Was ein paar Zentimeter mehr doch ausmachen können: 20 davon verhelfen dem Renault Grand Espace auch mit Siebener-Besatzung zu einem Kofferraum, der den Namen einigermaßen verdient, 23 schaffen die Voraussetzung dafür, auch im Scenic sieben statt nur fünf Personen unterzubringen, und neuerdings sollen bescheidene 16 dem Modus die Karriere retten.

          Renaults kleinster Van hatte nämlich einen Geburtsfehler: Er war mit nur 3,79 Meter Länge zu kurz geraten, um wirklich praktisch zu sein. Auch die Deutschen haben ihm das übelgenommen und im vergangenen Jahr nicht einmal 10.000 Stück gekauft.

          Das reichte nur zu Platz 8 im Segment „Mini-Vans“ der offiziellen Zulassungsstatistik, das 2007 rund 215.000 Autos umfasste. Also kein Jagdglück für den kleinen Gallier, der beim Facelift im Januar zwar auf 3,87 Meter gewachsen ist, doch ohne den geringsten Gewinn beim Nutzraum.

          Bild: F.A.Z.

          Maximallösung nur für Singles

          Der Grand Modus soll jetzt den Erfolg nachholen. Natürlich durfte er dem „kurzen“ Scenic (4,26 Meter) nicht allzu dicht auf den Pelz rücken, und so blieb es beim etwas halbherzigen Zuwachs auf 4,03 Meter. Der ging mit einer soliden Verlängerung des Radstands um fast zehn Zentimeter einher.

          Profitiert hat davon vor allem der Kofferraum. Die hintere Sitzbank ist hier nämlich um etwa 15 Zentimeter längs verschiebbar, und so lässt sich das Gepäckvolumen allein damit von 305 auf 410 Liter vergrößern. Bei dieser Maximallösung - eine verlängerte Abdeckung schützt die Bagage vor neugierigen Blicken - kann hinten freilich niemand mehr sitzen, so dass sie nur für reisende Singles oder Duos in Frage kommt.

          Komplizierter Umbau

          Will man noch mehr Platz im Kofferraum schaffen, gehen die Probleme erst richtig los. Man kann zwar die Bank nebst ihrer ungleich geteilten Lehne nach vorn wickeln, aber nur, wenn man sie ganz vorgerückt hat, denn sonst kommt man nicht an die Entriegelungshebel heran. Dann sind jedoch die vorderen Sessel im Weg, und sie müssen ihrerseits erst um mindestens 14 Zentimeter - von ihrer hintersten Position aus gerechnet - vorgeschoben werden, um das Maximalvolumen von kaum glaubhaften 1454 Liter entstehen zu lassen.

          Hinter dem Lenkrad haben dann nur noch Kinder (wenn sie denn fahren dürften) oder Zwergwüchsige Platz. Man wird sich also in den meisten Fällen mit dem Klappen der Rückbanklehnen begnügen müssen; dann entsteht eine 25 Zentimeter hohe Stufe, die den Kofferraum für sperriges oder schweres Gut disqualifiziert.

          Viel Raum nach oben

          Zum hilfreichen Gelegenheitstransporter ist der Grand Modus also nicht geboren. Wer ihm das nachsehen kann, lernt ihn wenigstens als passagierfreundliches Auto kennen. Das fängt beim Einsteigen an, das vorn nicht weniger bequem verläuft als hinten. Die Sitze für Fahrer und Beifahrer haben vernünftiges Maß, doch der Fond ist eher für Vorschüler als für Gymnasiasten geeignet: viel zu kurze Sitzflächen, viel zu niedrige Lehne (doch ausreichend hohe Kopfstützen), für drei kaum genügende Breite.

          Wirklich Raum gibt es nach oben, denn der Grand Modus ist stolze 1,59 Meter hoch. So hat er auch große Fensterflächen, die der Übersicht des Fahrers sehr zugutekommen - nicht einmal die vorderen Dachsäulen sind ihr gefährlich im Weg. Der kurze Bug ist freilich nicht im Blick, hier wie am Heck kann eine Einparkhilfe beim Händler nachgerüstet werden (zusammen 478 Euro plus Montage).

          Der Beschleunigung immer ein Stück hinterher

          Die Instrumente thronen, wie beim kurzen Modus, in der Mitte auf dem Armaturenbrett, und daran muss man sich ebenso gewöhnen wie an den digitalen Tachometer mit seinen riesigen Ziffern, die dem tatsächlichen Beschleunigungsgeschehen immer ein Stück hinterherspringen. Ganz untauglich ist der Drehzahlmesser mit seiner Klötzchen-Skala, eine reine Designer-Spielerei.

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