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Fahrtbericht Renault Grand Espace : Auf dem Weg zur neuen Innerlichkeit

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Bild: Hersteller

Raum ist der wahre Luxus, auch wenn er nützlich ist. An der Grenze jener Größe, die zur schweren Figur führt.

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          Li Edelkoort hat da kürzlich in einem Gespräch mit der Zeitschrift "Country" ein paar Dinge gesagt, die uns im neuen Renault Espace wieder einfallen. Die holländische Trendforscherin ließ wissen, daß gerade Menschen mit ausgeprägt individuellem Selbstbewußtsein eine immer größere Sehnsucht entwickeln, Teil einer sicheren Gemeinschaft zu sein. Daß es in Zusammenhang mit einem Wandel der Werte zum Schätzen jener Dinge komme, die aus dem Reich des immateriellen Luxus stammten. Da bringt sich der Grand Espace nicht wirklich fugenlos ein, aber irgendwie schon.

          Raum, das lehrt uns nicht nur die Werbung, Raum ist der wahre Luxus. Freilich nur so lange, wie keine anderen Ansprüche dagegenstehen. Renault entspricht den Forderungen der Espace-Eigner und hält wie bisher zwei Varianten seiner Großraumlimousine bereit. Mit einem Radstand von 2,80 und einer Länge von 4,66 Meter werden bürgerliche und bei 2,87 Meter Achsabstand und 4,86 Meter Länge fast schon fürstliche Vorstellungen erfüllt. Renault hat uns den langen Espace zugeführt, mit fünf Sitzen, sieben sind das Maximum, aber das war nicht nötig. Die beiden zusätzlichen Sessel kosten mit Seitenairbags 920 Euro Aufpreis.

          Motorisiert war der Espace mit dem 2,2-Liter-Common-Rail-Diesel und aufgefüttert mit der Privilège-Ausstattung, 34.700 Euro sind dafür fällig. Der kürzere Espace in sonst identischer Ausführung ist 1.200 Euro billiger, eigentlich kein Betrag, der zum Verzicht animierte. Die Ausstattung ist überaus komplett, die Sicherheitsvorsorge vorbildlich. Allerdings ist der Umgang mit dem längeren Espace nicht nur eine Frage der Finanzen.

          Bild: Hersteller

          Bustour

          Schon auf den ersten Metern stellt sich dieses Omnibus-Gefühl ein: Wir hier vorne und ihr da hinten, Kinder entdecken die Lust an der Entfernung, der Fahrer holt vor Kurven gern aus, er hat mit Rück- und Außenspiegel alles und alle im Blick, nur die Dimensionen der Karosserie bereiten Probleme, und mit der Übersichtlichkeit nach vorn steht es nicht zum besten. Der Espace ist immerhin 1,89 Meter breit, kaum weniger üppig als der 7er-BMW. Da schrumpfen Garagen zu Nischen, Hofeinfahrten mutieren zu Schlupflöchern, und der Versuch, im frei verfügbaren Straßenraum einen Parkplatz zu finden, gerät zur Reise ohne Wiederkehr. Zudem wirkt sich die Figur des Grand Espace auf seine Beweglichkeit aus. Statt 11,3 wie beim Normal-Espace beträgt der Wendekreisdurchmesser 11,8 Meter, auch die Agilität beim Richtungswechsel ist von der Trägheit der Größe geprägt. In Kurven schiebt der nicht nur große, sondern auch gewichtige Grand Espace mit spürbarer Entschlossenheit geradeaus, 2.015 Kilogramm brachte das von uns gefahrene Exemplar auf die Waage. Einen Spitzentanz zwischen knappen Kurven würden wir nicht mit dem Grand Espace aufführen wollen, aber das verlangt auch keiner von diesem Auto. Es läuft unbeirrt geradeaus, zeigt keine tückischen Lastwechselreaktionen, bleibt von Bodenwellen und Längsfugen unbeeindruckt, Seitenwind rüttelt vergeblich an ihm. Aus dieser Ruhe und aus seinem vorzüglichen Federungsverhalten erwächst eine hohe Langstreckentauglichkeit. Allerdings arbeitet die Lenkung etwas träge, setzt Lenkbefehle nicht mit ultimativer Agilität um, die Bremsen gehen ihrer Tätigkeit sehr entschlossen nach.

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