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Fahrtbericht Renault Clio Grandtour : Her mit den kleinen Lademeistern

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Eine Kombi-Version des Clio hat es bisher nicht gegeben. Aber der Markt scheint sie zu verlangen. Renault bietet sie ihm an, mit feinem Gespür fürs Geschäft. Der Laderaum reicht sogar für den Familienurlaub, die Federung hat den Renault-Komfort von früher.

          Um kleine Kombis war es lange Zeit still gewesen. In dieser Klasse sind Schrägheck und Heckklappe ja allgegenwärtig – ein Stufenheck gilt hier als Gipfel der Spießigkeit –, so dass es auch so recht keine Nachfrage für echte Kombis gab. Das scheint sich wieder zu ändern: Je mehr selbstzahlende Käufer sich angesichts der Autokostenexplosion wieder nach unten orientieren, desto eher wird auch dort der zusätzliche Laderaum geschätzt.

          Beweglicher Gepäckraumboden

          Eines der neuesten Angebote kommt von Renault aus Frankreich, der Clio Grandtour, dessen Beiname bei dieser Marke generell für die Kombis steht. Er hat denselben Radstand von 2,58 Meter wie sein Schrägheck-Bruder, ist aber 21 Zentimeter länger. So hat sein Kofferraum schon im Normalzustand rund die Hälfte mehr Volumen (439 statt 288 Liter) und kann damit bereits als familienurlaubstauglich gelten.

          Aber es gibt noch mehr Vorteile gegenüber der Limousine: Man kann, dank eines beweglichen Gepäckraumbodens, wählen zwischen maximaler Ladehöhe oder der Existenz eines flachen, aber doch etwa 70 Liter fassenden unsichtbaren Unterflurgelasses.

          Modischer Abschluss kostet Platz

          Im ersten Fall wird der Zwischenboden gefaltet, hinter der Rückbanklehne aufgestellt und dort verriegelt. Die lichte Höhe bis zum Abdeckrollo wächst so um fast zehn auf 57 Zentimeter.

          Dann gibt es natürlich noch die kombiübliche Kofferraumvergrößerung mit Klappen der geteilten Rückbank samt Lehne. So kommt eine glatte, nur ganz wenig ansteigende Fläche zustande, die leicht zu beladen ist – keine störende Bordkante nach außen, die Heckklappe reicht bis 58 Zentimeter über den Erdboden hinunter – und auf rund 1,60 Meter Länge bis zu 1277 Liter aufnimmt (Clio-Limousine: maximal 1028 Liter).

          Einzige Schatten auf dieser Großzügigkeit: Nach dem Klappen der Rückbank können die Vordersitze nicht mehr in ihre hinterste Position zurückgeschoben werden, und der modegerecht flotte schräge Heckabschluss kostet auf den letzten 60 Zentimetern des Kofferraums die volle Dachhöhe.

          Vernunft und etwas fürs Herz

          Ausreichend Vernunftargumente also für den Grandtour. Aber bietet er auch etwas fürs Herz? Mit dem Modellwechsel von 2005 war der Clio ja optisch erfreulich verjüngt worden. Aber ihn als Designer-Spielwiese freizugeben – siehe Mégane oder, aktueller, Modus –, hat sich der Hersteller glücklicherweise verkniffen, und das hat dem Charme auch des Kombis nach unserer Meinung nicht geschadet.

          So findet man innen ein ganz normales Armaturenbrett vor, mit den Instrumenten vor dem Fahrer und nicht mittig; sogar ein Kühlmittelthermometer ist noch vorhanden. Zu wünschen wäre allenfalls eine Dauerbeleuchtung der Instrumente.

          Mit hochgezogenen Knien

          Dass es etwas nervt, sich durch zehn Funktionen des Bordcomputers zur gewünschten durchkämpfen zu müssen, wird wohl nur neugierige Gemüter wirklich stören. Wichtiger ist, dass man sich im Clio Grandtour gut untergebracht weiß: zwar – besonders hinten – mit dem Renault-typischen Manko zu kurzer Sitzflächen, aber sonst durchaus bequem.

          Freilich könnte die Lehne der Rückbank höher sein, während deren Abstand zum Boden groß genug ist, dass Erwachsene nicht mit hochgezogenen Knien hocken müssen.

          Hinten einsteigen kann man, wie bei allen Kombis, des günstigen Türausschnitts wegen besser als vorn. Aber da auch der Grandtour nur die Clio-Breite hat, wird es im Fond für drei Normalwüchsige schon arg eng.

          Verkleidungspappe schnappte nach den Füßen

          Die Anmutung im Innenraum ist mehr praktisch als vornehm, und obwohl die Verarbeitungsqualität dieses Renault, von außen gesehen, wenig zu wünschen übriglässt, gibt es doch einige schludrige Ecken.

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