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Fahrtbericht Range Rover Sport : Die neue Sportlichkeit im Matsch

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Bild: Hersteller

Sportsgeist beweist auch ein Range Rover. Aber Abspecken genügt nicht. Flink wird der Zweitonner erst mit Elektronik und adaptivem Fahrwerk. Aber dann legt die Wuchtbrumme los. Man könnte fast den Preis vergessen.

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          Dieser trockene Humor. Wie die Briten doch immer ein flüchtiges Scherzwort auf den Lippen tragen, selbst wenn es um ernsthafte Dinge geht, etwa den neuen Range Rover. Da gibt es jüngst eine weitere Version des aufrechten Bewahrers der SUV-Tugenden, die aussieht wie eine nur etwas auf Zierlichkeit geschnitzte Hochzeitstruhe der Queen, andere Geländevehikel wirken plötzlich wie Spielzeuge: Range Rover Sport.

          Fast fünf Meter lang und mit knapp 2200 Kilogramm auf der Waage. Da biegt man sich vor Lachen, humorige Kerle diese Briten, aren’t they? Aber die Heiterkeit weicht einer gewissen Ergriffenheit, wenn aus den Untiefen der elektronischen Möglichkeiten das Dynamikprogramm aufgerufen wird und der RR S die rote Glut im Instrumententräger zeigt. Doch dazu etwas später.

          Diese RR-Sportversion hängt in ihrer zweiten Generation enger am Rockzipfel des kürzlich komplett erneuerten Range Rover. Der ist ja, wie wir wissen, eher Burberry als Adidas und schmückt sich kokettierend mit einer gutgelaunten No-Sports-Einstellung.

          Der erste Sport basierte technisch auf dem respektabel weiterentwickelten Discovery und war deshalb nur eine halbe Sache. Immerhin erlebte diese Sport-Riege eine Auflage von 380.000 Exemplaren, und im Grunde ist der seit Ende 2011 offerierte Range Rover Evoque die frechere und fittere Sportversion geworden. Aber eben nicht getragen von dieser unvergleichlichen Aura des Range Rover.

          Gewicht

          Im Vergleich zu seinem RR-Übervater ist der neue Sport äußerlich kaum verändert. Er ist etwas kürzer und flacher und leichter. Überhaupt ist das Gewicht ein ernstes Thema geworden für den Range Rover. Auch im Sport sorgen Aluminium und intelligente Verbundmaterialien für weniger Kilo, welche Version nun wie viel abgespeckt hat, muss hier nicht interessieren.

          Denn das Auto ist noch immer eine Wucht auf Rädern, es fährt wie bisher im Kingsize-Format vor, ein handelsübliches Reihenhaus schrumpft neben dem Sport zu einer Hundehütte. Zu seinen 2,2 Tonnen Eigengewicht darf der Sport noch 800 Kilo auf drei Tonnen zuladen.

          Wo bleibt da der Sports-Gedanke? Mit ihm verbindet man außerhalb der Sumo-Ringer-Welt federnde Geschmeidigkeit und asketische, von Sehnen geprägte Körperlichkeit. In dieses Bild fügt sich der füllige Sport allerdings nicht. Wer diesen Range nur von außen sieht, erkennt nicht sein wahres Wesen: Er ist ein Athlet, für den immer die Smoking-Regel auf dem Ball in der Alten Oper gilt. Das hat Folgen: mit Kummerbund durch den Matsch. Unter dem Druck der Lackschuhe im Geschlängel der Kurven. Mit eingebautem Rückenwind auf der langen Strecke. Kein Range Rover war jemals dynamischer.

          Fahrverhalten

          Das Geheimnis der neuen Sportlichkeit ist im Detail nicht leicht zu ergründen. Vielleicht sind es die verlorenen Kilos, die neue Raffiniertheit in dem mit Torsendifferential arbeitenden permanenten Allradantrieb, vielleicht die Möglichkeit zu einer Kraftverteilung, die 58 Prozent der Motorleistung auf die Hinterräder schickt, oder die neue elektrische Lenkung mit ihrer frischeren Präzision und der Luftfederung vorn und hinten mit adaptiver Fahrwerksteuerung, oder es ist das elektronische Zauberzeug in der Option „Terrain Response“, das auf Knopfdruck den sportlichen Gentleman aus den Kulissen lockt.

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