https://www.faz.net/-gya-6w0ps

Fahrtbericht Range Rover Evoque : Die Rückkehr des Mutes zur Schönheit

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Das Rangieren im Range nach Gutsherrenart ist out. In ist die neue Bescheidenheit ohne Absage an die Lust am Luxus und mit dem Stil eines Lebens, das eigenen Wegen folgt. Dafür gibt es jetzt den modernsten Range Rover aller Zeiten: Der Evoque ist mehr als Evolution.

          Tradition, das ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Bewahrung der Glut. Und diese Glut hat man bei Land Rover zur rechten Zeit nicht nur bewahrt, sondern mit dem Evoque kräftig neu entfacht.

          Mit einem Design, das nur aus Extravaganzen besteht, das in Blöcke zerfällt und sich doch wieder zu einem Ganzen vereint. Der Evoque ist die Eminenz einer Coolness, die sich aus dem Selbstbewusstsein des Herausforderers speist.

          Die Stylisten bei Land Rover hatten erkannt, dass sie weder mit einem geschrumpften Range noch mit einer langweiligen Teutonenkopie reüssieren würden. Irgendwie wussten wir schon immer, dass die Welt des noblen Kompakt-Geländewagens mehr sein musste als das kalte Eisen der Männer von gestern: Die angeblich zeitgeistigen deutschen SUVs (BMW X3, VW Tiguan, Audi Q3 und Mercedes-Benz GLK) wirken abgestanden wie kalter Earl Grey zu alten Ingwer-Keksen in einer ungeheizten Turnhalle.

          Versionen

          Zur Unterfütterung des eigenen Mutes stellten die Evoque-Macher gleich zwei Versionen auf die Plattform des plötzlich fad wirkenden Land Rover Freelander. Der Evoque als "Coupé" (zwei Türen) ist eine beinahe extraterrestrische Erscheinung, die Limousine (vier Türen) ist über alle Versionen hinweg jeweils 1000 Euro billiger. Wer häufiger die Rücksitze belegt, und sei es nur mit edlen Einkaufstüten, der ist, wie wir mit dem jetzt gefahrenen Viertürer, besser dran.

          Motorenauswahl

          Vier Vierzylindermotoren stehen zur Wahl, drei Diesel mit identischem Hubraum von 2179 Kubikzentimeter, aber in unterschiedlicher Konfiguration, und ein Benziner, der mit 177 kW (240 PS) und einem maximalen Drehmoment von 340 Newtonmeter ausreichend Temperament verspricht.

          Eine einzige Variante hat Frontantrieb, sie ist die günstigste, billig ist "Pure" für 33.100 Euro nicht wirklich, aber die stärkste 4×4-Dieselvariante im SD4 mit 140 kW (190 PS) kommt in der Ausführung "Prestige" auf 46.700 Euro. Das ist selbst unter Berücksichtigung der kompletten Ausstattung und der souveränen Verarbeitung kein kleines Geld und ruft nach einer bewussten Entscheidung. Zumal natürlich niemand weiß, zu welchem Tarif man seinen Evoque nach drei Jahren wieder losschlagen kann.

          Sicht

          Auch die viertürige Version ist der moderne Range für den Catwalk. Ein lässiges Model ohne Üppigkeit, aber mit ausgeprägtem Eigensinn für die andere Schönheit, und das kann nicht ohne Nachteile sein: Der Evoque ist neben diversen Lambos und dem Bugatti Veyron das Auto mit den größten toten Ecken (blind spots) und der miesesten Übersichtlichkeit (man kann aber mit einem Warnsystem teilweise Abhilfe schaffen). Vorn verschwinden fast kleine Landstriche hinter Dachpfosten und Außenspiegel, und die hinteren Fenster an der Seite und in der Heckklappe sind kaum größer als die Schießscharten von Bullwhinney Castle.

          Instrumente

          Allerdings gelingt der Einstieg vorn wie hinten ohne Verrenkungen, der Fahrer findet einen angenehm gestalteten Arbeitsplatz vor, der mit scharf abzulesenden Rundinstrumenten, mit Leder und edlen Materialien recht nachdrücklich Traditionspflege betreibt. Die Konsole zwischen den Sitzen ist ein mächtiges Möbelstück und die Schaltzentrale zur Bedienung des Evoque. Diese fordert freilich intensive Eingewöhnung.

          Weitere Themen

          Lundar Roving Vehicle Video-Seite öffnen

          Fahrtest auf dem Mond : Lundar Roving Vehicle

          Vor 50 Jahren landete der Mensch erstmals auf dem Mond. Wenig später waren schon die ersten außerirdischen Autofahrer unterwegs. Wir haben die Fahrt gedanklich nachgestellt.

          Topmeldungen

          Umtriebiger Minister: Jens Spahn

          Bundesgesundheitsminister : Jens Spahn demonstriert seine Macht

          Der Gesundheitsminister bringt am Mittwoch drei Gesetzentwürfe ins Kabinett ein – und will auf die Schnelle noch zwei Behörden fusionieren. Der CDU-Politiker demonstriert seine Macht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.