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Fahrtbericht Porsche Cayenne : Der sanfte Wechsel auf die Zukunft

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Als vorletzter Serienhersteller hat Porsche vor dem Diesel kapituliert. Im Cayenne arbeitet eine Audi-Maschine. Die Technik stimmt, doch die Skepsis und Angst vor einem lahmen und lieben Auto war nicht unberechtigt.

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          Der (jüngst unter dem Druck de Wirtschaftskrise geschmälerte) Erfolg von Porsche lässt sich mit einer Geste der Großzügigkeit auf einen einzigen Nenner bringen: Ein Porsche muss unvergleichlich sein. Das trifft ohne Abstriche auf den 911 mitsamt seinen Derivaten zu und zumindest teilweise auf die Geschwister Boxster und Cayman.

          Und dann noch auf den geländegängigen Reisewagen Cayenne, vor allem dann, wenn er von einem der bullig-brutalen V8-Tiere bewegt wird. Schon die Version mit dem V6-Basis-Benziner und 213 kW (290 PS) geriet in jene Zone des diesigen Markenlichtes, in dem sich jetzt der Cayenne Diesel bemerkbar macht. Und er muss sich in diesem Zwielicht des Marktes nicht als Geländewagen, sondern als Porsche behaupten. Das wird ihm gelingen, aber die Aufgabe ist nicht einfach.

          Der Cayenne wird vergleichbar

          Denn mit diesem Drei-Liter-Diesel - selbst wenn die Maschine als famos gelten darf - wird der Cayenne einer unter mehreren. Das ist für einen in der Wolle gefärbten Freund der Marke Porsche eine sanfte Apokalypse. Nichts verabscheut er mehr, als in jener Schublade zu landen, die für dieselbetriebene Off-Roader bereitgehalten wird.

          Doch der Cayenne dieselt sich nun in jene Kategorie hinein, die den 911ern quasi wie ein unveräußerliches Erbe mit ihrer exotischen Antriebstechnik und den Boxstern mit Boxer- und Mittelmotor erspart geblieben ist: Der Cayenne wird vergleichbar. Egal ob VW Touareg oder Audi Q7 oder Porsche Cayenne, alles kommt aus einem Konzern, das gemeinsame Herz vereint und prägt sie. Zumindest bis zu einem gewissen Grad.

          Ein Porsche darf niemals lahm und lieb sein

          Natürlich gibt es Unterschiede und feine Duftmarken. Und dann sind da noch die konkurrierenden, doch in der Art verwandten BMW X5 und Mercedes-Benz GL. So setzt sich der Cayenne Diesel den Anmerkungen der Pfennigfuchser aus und wird dadurch verwundbar. Er trägt das kurze Hemd des Heranwachsenden im Porsche-Portefeuille, er geht im Kleid des geläuterten Spar-Modells einher und trägt Birkenstock-Sandalen, die beim Abrollen alles, nur kein CO2 emittieren. Dass er dennoch für den Cayenne-Interessenten in Europa die erste Wahl ist, das spricht für den Motor. Und für Porsche.

          Denn dieser Diesel ist mehr als nur die einende Eigenschaft in dem (vielleicht bald größten) global orientierten Autokonzern: der Dreiliter-V6 geht in dem unverändert massigen Cayenne mit einer milden Entschlossenheit ans Werk, die zwar nie unhöflich wird, aber keine Zweifel daran lässt, wo sie tätig ist. Ein Porsche darf höflich sein, er darf sparsam sein, und er darf Anflüge von Komfort offerieren. Aber er darf niemals lahm und lieb sein.

          „Hängt doch einfach den Konzerndiesel in den Cayenne!“

          Nun ist ein Motor, der von Audi kommt, erst recht, wenn es ein DI-Diesel mit dickem Hightech-Steckbrief ist, auch für einen Porsche keine schlechte Wahl. Allerdings wird beim Blick auf das Lastenheft für den dieselnden Cayenne deutlich, weshalb man in Zuffenhausen (mit der ingeniösen Dependance Weissach) nicht so rasch reagieren konnte, wie sich das manche Kunden wünschten: „Nun hängt doch einfach den Konzerndiesel in den Cayenne!“ war eine Anregung, der nicht mit einem Federstrich zu entsprechen war.

          Die Änderungen gerieten zu einem Arbeitsprogramm, und das Ergebnis weicht dennoch kaum von der Konzernräson ab: Der Cayenne hält exakt jene Leistung bereit, die auch im Q7 anliegt. Auf den ersten Blick erscheint das maximale Drehmoment von 550 Newtonmeter zwar in seiner absoluten Höhe üppig, aber lediglich in einem sehr schmalen Drehzahlbereich (von 2000 bis 2250 Nm) zur Verfügung zu stehen.

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