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Fahrtbericht Peugeot 508 SW : In der Tradition des Löwen

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Innen herrscht eine angenehme Flauschigkeit. Außen begeistert die Kombiversion des neuen Peugeot 508 mit einem prachtvollen Hinterteil. Doch über einige Details wird der Fahrer schnell fluchen.

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          Der Löwe schläft nicht mehr. Das Wappentier von Peugeot wurde jüngst erweckt, neu gestaltet, und schon erhebt es Ansprüche. Zwar sieht es jetzt über der Kühlermaske ein bisschen aus wie der Löwenbräu-Löwe ohne Maßkrug, aber dahinter fährt ein Auto, wie es der Hersteller lange nicht mehr offerierte: Der 508 ist sich der Tradition seiner klassischen Vorgänger 504 (mit dem abbrechenden Kofferraum) und 505 (das Auto unter der Tarnkappe) durchaus bewusst.

          Gleichzeitig folgt es deutschen Vorbildern in der Mittelklasse (Audi A6, BMW-5er, Opel Insignia, Ford Mondeo), ohne dabei seine eigene Identität in Frage zu stellen. Immerhin kann Peugeot sowohl im Limousinen- als auch im Kombi-Segment auf eine erstaunliche Historie verweisen. Wenn wir den unscheinbaren Typ 607 – den direkten Vorgänger – einfach mal vergessen.

          Preis
          Der 508 ist als Limousine und als Kombi (SW) eingekleidet. Mit Stufenheck kostet er mit einem 1,6-Liter-Benziner 23.050 Euro, das darf man als untermotorisierte Kampfansage interpretieren. Der identisch gekräftigte SW kommt auf 24.100 Euro, damit ist das immerhin 4,81 Meter lange Auto beinahe schon ein Sonderangebot. Unterfüttert von vier Ausstattungsstufen und unterschiedlich kräftigen Motoren (nur Vierzylinder), geben sich die insgesamt 26 Varianten bis zum GT HDi FAP mit Automatik und 150 kW (204 PS) immer erwachsener. Das von uns gefahrene Exemplar kam in der Version Allure HDi FAP 140 mit 103 kW (140 PS) auf 31.600 Euro.

          Karosseriedesign
          Die Limousine wirkt im Heckbereich seltsam unentschlossen, der Kombi sieht eindeutig besser aus. Er hat einen Hintern wie Laetitia im Asterix-Comic, und eine Karosserie wie aus einem Guss. Vorne gibt es eine lange Haube mit stark akzentuierten Radhäusern, von den riesigen Scheinwerferflächen ist man wieder abgerückt, das Kombidach fällt zeitig nach hinten ab, und die Seitenfenster sind sehr niedrig.

          Bild: F.A.Z.

          Innenraumdesign
          Dadurch entsteht im markentypisch seriös gestalteten Innenraum eine Atmosphäre von Intimität und Geborgenheit. Der Blick auf puristisch gezeichnete Rundinstrumente ist frei, das Volant trägt einen nicht unsympathischen dicken Kranz. Dazu fügt sich die reichhaltige Ausstattung, der 508 SW zeigt eine durchaus willkommene Höflichkeit im Umgang mit seinen Passagieren, ohne damit aufdringlich zu renommieren. In der Allure-Variante herrscht angenehme Flauschigkeit, und auch die weiteren Versionen (Access, Active und GT) fallen nicht durch Ärmlichkeit auf.

          Übersicht
          Der Fahrer flucht allerdings wegen der schlechten Rundumsicht (die Mittelsäulen sind wie Brückenpfeiler), und er beklagt die miserable Übersichtlichkeit der Karosserie. Zumindest am Beginn seiner 508-Beziehung wird er wegen der schier unendlichen Menge von Bedienungsknöpfen etwas desorientiert wirken. Dann bemerkt er, dass er die meisten gar nicht benötigt, aber er registriert dankbar die Anwesenheit eines Notfallsystems, das automatisch einen Hilferuf sendet im Fall des Unfalls.

          Ablagen
          Von Nachteil ist die geringe Zahl von Ablagen, von denen keine zum Beispiel eine Ein-Liter-Wasserflasche wirklich entspannt aufnimmt. Aus dem übersichtlichen, aber dennoch wie die gesamte Inneneinrichtung hochwertig gestalteten Armaturenträger entfalten sich auf Knopfdruck zwei Becherhalter.

          Sitze
          Vorne sitzt man selbstverständlich besser als hinten. Das große Glasdach kann man mit einer Jalousie verdecken, aber nicht öffnen. Der weite Blick in den Himmel erfreut, Frischluftfreunde bleiben allerdings trotz bester Sicht frustriert zurück. Die Kopffreiheit unter dem Glasdach ist zwar ausreichend, doch die Tiefe der Rückbank-Sitzfläche ist wie die Sitzhöhe zu gering. Die Breite der Bank ist mit etwa 1,35 Meter zwar stattlich austariert, für drei ausgewachsene Figuren ist es dennoch eng.

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