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Fahrtbericht Peugeot 3008 : Der erste Diesel-Hybrid der Welt

Bild: Hersteller

Der Peugeot 3008 soll bestechend niedrigen Verbrauch mit hohem Fahrspaß verbinden. Das klappt nur bedingt. Und der üppige Preis ist auch eine Hürde auf dem Weg der Mutigen.

          4 Min.

          Peugeot und Citroën geht es wirtschaftlich nicht gut. Es geht dem Konzern sogar so schlecht, dass er sich in eine Allianz mit General Motors flüchtet. Dabei haben die Franzosen immer mal wieder Ideen, die sonst keiner hat, nur schlagen sie nicht genügend (Image-)Gewinn daraus. Der Dieselrußpartikelfilter hat seinerzeit die versammelte Autoindustrie in Bedrängnis gebracht und schöne Preise eingeheimst.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Nun fährt Peugeot einen Diesel-Hybrid heran, er ist der Erste seiner Art auf der Welt. Weil der Selbstzünder teuer ist und das Hybridmodul auch, hat sich bisher niemand an diese Kombination getraut. Die Franzosen führen ihn in ihrem einem Minivan ähnelnden Modell 3008 ein, inzwischen lässt er sich auch für den Kombi 508 RXH, die 508 Limousine und den DS 5 der Schwestermarke Citroën bestellen. Und wenn nicht alles täuscht, wird er in Zukunft eben auch in Modellen von General Motors (Opel) auftauchen.

          Motor

          Im Hybrid 4 wirkt ein 120 kW (163 PS) starker Zweiliter-Diesel auf die Vorderachse, ein im Heck verbauter Elektromotor mit 27 kW (37 PS) treibt die Hinterachse an. So lassen sich Vorderradantrieb, zeitweiser Allradantrieb oder rein elektrischer Betrieb (theoretisch für fünf bis sechs Kilometer und höchstens 60 km/h) darstellen.

          Der 3008 ist ein integrierter Hybrid, er hat also keine Steckdose. Und sein Allradantrieb steht nur kurz zur Verfügung, etwa um sich aus einem Schneehügel zu befreien. Mit dem Können eines Audi Quattro hat das nichts gemein.

          Beschleunigung

          Beim Beschleunigen wirkt der aus einer Nickel-Metallhydrid-Batterie versorgte Elektromotor zusätzlich kräftigend, durch kurze Energiestöße soll er zudem die unangenehmen Schaltpausen des halbautomatischen Getriebes überbrücken.

          Solch ein Hybrid könnte auch an eine Automatik oder an ein Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt werden, doch das ist eine Frage der Kosten. Wir sind grundsätzlich keine Freunde automatisierter Getriebe, und es sei gleich gesagt: Auch der Peugeot löst das Problem der Nickbewegungen unzureichend. Der Elektromotor schubst zu spät, außer man beschleunigt wie eine Schlaftablette, von Akzeleration kann dann keine Rede mehr sein. Eher von Entschleunigung.

          Bild: F.A.Z.

          Das gilt im Übrigen für das gesamte Auto. Obwohl eine Systemleistung von 147 kW (200 PS) zur Verfügung steht, erzieht der 3008 zur Gemütlichkeit. Er bietet kraftvollen Antritt, bewegt sich dann aber überraschend behäbig, und wer den rein elektrischen Vortrieb in der Stadt nutzen möchte, darf dem Gaspedal nichts anderes als Streicheleinheiten zukommen lassen. In der Praxis sind zwei, vielleicht drei Kilometer elektrisch zu schaffen, das ist nicht üppig, aber immerhin. Erstaunlich ist, dass die Batterie niemals vollen Ladezustand meldet, mehr als 85 Prozent waren nicht drin. Harmonisch und lautlos funktioniert das Start-Stopp-System, weil es ohne gewöhnlichen Anlasser auskommt.

          Hybridtechnik

          Ansonsten ist von dem Zusammenspiel der Maschinen wenig zu spüren, bis auf seltene Ausnahmen gelingt die Überblendung gut. Der Fahrer kann die Fahrmodi von „Null-Emission“ bis „Allrad“ mittels Drehregler wählen, doch in der Regel übernimmt das Auto die Steuerung automatisch. Spätestens von 120 km/h an wird der Elektromotor in den vorübergehenden Ruhestand geschickt.

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