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Fahrtbericht Opel Meriva : Gegenläufige Türen sind nicht alles

Bild: F.A.Z., Hersteller

Opel hat den zweiten Meriva nicht nur kräftig wachsen lassen, sondern beschert ihm mit den gegenläufigen Türen auch ein Alleinstellungsmerkmal. Ob das reicht, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten, muss sich zeigen.

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          Auf jeden Fall sind die Türen immer noch ein Hingucker auf jedem Supermarkt-Parkplatz, und ja, man steigt tatsächlich besser ein. Ältere Menschen bestätigen das, und wer kleinere Kinder noch in ihren Sitzen festschnallen muss, wird feststellen, dass man so viel leichter an den Nachwuchs heran kommt.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Komfort beruht auch darauf, dass die an der C-Säule angeschlagenen hinteren Türen fast im 90-Grad-Winkel öffnen, im übrigen fällt das Aussteigen leichter, auch in engen Parklücken. Man verlässt den Wagen nach vorn, nicht nach hinten. Nur muss man darauf achten, dass man nicht gleichzeitig mit dem Vordermann aussteigt, dann kann man sich in die Quere kommen.

          Einen Pluspunkt für die Türen hat sich Opel auf jeden Fall verdient, und der eine oder andere wird den Meriva nur deswegen kaufen. Doch Opel hat für die zweite Generation noch weit mehr getan als nur die Türen anders anzuschlagen.

          Bild: F.A.Z.

          Länge
          Vor allem ist der kompakte Opel kräftig gewachsen. Mit einer Länge von jetzt 4,30 Meter rückt er schon dem Zafira auf den Pelz, der aber seinerseits in der dritten Generation (kommt Ende 2011) abermals zulegen wird. Stehen der neue Meriva und der aktuelle Zafira nebeneinander, ist auf den ersten Blick gar nicht auszumachen, wer das größere Auto ist.

          Kofferraum
          Dem Meriva fehlt aber in jedem Fall die dritte Bank, und der Kofferraum ist nicht so groß, wie man angesichts des doch recht stattlichen Wagens vermuten würde – das Volumen beträgt 400 Liter, wenn die drei Einzelsitze im Fond ganz hinten stehen. Und auf die 400 Liter kommen, muss man noch den Boden herausnehmen, der eine ebene Fläche nach dem Umlegen der Sitze schafft.

          Ohne ihn geht es hinter der Kofferraumkante 20 Zentimeter nach unten. Wer öfter Wasserkästen transportiert, sollte den Boden also drin lassen, wenn er diese Übung nicht als Fitnesstraining versteht. Opel verkauft dieses Detail geschickt als zweifach höhenverstellbaren Kofferraumboden. Die maximale Laderaumlänge beläuft sich auf 1,60 Meter; wer dachhoch belädt, hat ein Volumen von 1500 Liter zur Verfügung.

          Platzangebot und Ablagen
          Was den Familienmenschen ärgert, ist die Tatsache, dass selbst der Meriva wie viele Autos von heute eigentlich nur ein Viersitzer ist. Der einzelne Mittelplatz hinten ist etwas schmäler, wer dort mitfahren soll, hat eine extrem harte Lehne im Kreuz, dazu keinen Platz für die Füße, sobald im Opel „FlexRail“ montiert ist. Gemeint sind damit zwei Schienen zwischen den Vordersitzen, auf denen sich auf zwei Ebenen verschiedene Boxen und Behälter montieren und hin und her schieben lassen.

          Die Schienen enden im Fußraum hinten, das System selbst kann auch von den Fondpassagieren genutzt werden. Es ist Serie in den Ausstattungsversionen Innovation (wie in unserem Testwagen) und Edition, für die Basisvariante Selection ist es nicht zu haben. Ohne FlexRail muss man mit viel zu kleinen Ablagen in den Türen (aber einem Platz für Anderthalbliter-Flaschen) und einem winzigen Handschuhfach auskommen.

          Sitze
          Die Fondsitze können um zehn Zentimeter verschoben werden, was das Kofferraumvolumen erhöht, aber Beinfreiheit gibt es dann nur noch, wenn Fahrer und Beifahrer gleichfalls vorrücken. Stehen die Sitze ganz hinten, ist auf jeden Fall für zwei genug Platz im Fond, beide äußeren Stühle können zudem für noch mehr Beinfreiheit noch etwas nach innen gerückt werden.

          Aufpreis kosten Tischchen an den Rückseiten der Vordersitze, die gibt’s für 60 Euro im Funktionspaket zusammen mit Ablageboxen unter den Vordersitzen und einer 12-Volt-Steckdose im Laderaum. Bestellt man die sehr bequemen Ergonomie-Sitze (685 Euro) für vorn, entfällt diese Option. Zu den Überraschungen der Aufpreisliste gehört die fehlende Kopfstütze für den ungeliebten fünften Sitz (50 Euro), das horizontale Trenn-netz (140 Euro) und der „FlexFix“-Fahrradträger für nur 100 Euro (bei Innovation).

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