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Fahrtbericht Opel Meriva : Das teure Familienauto

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Laufkultur gehörte nicht zu den Stärken des dieselnden Opel Meriva. Mit dem neuen Motor hat sich das geändert. Aber der Preis für die Version zum Sparen und Spurten ist eine Enttäuschung.

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          Mit der Familie tun sich Autohersteller schwer. Karrierebewusste Singles sind die attraktivere Zielgruppe. Mutter, Vater, Kinder und Bello drehen den Euro oder den Kauknochen zu häufig um. Nicht, weil es Spaß macht, sondern weil es nötig ist. Aber wenn jetzt – große Freude – der Rundfunkbeitrag je Monat tatsächlich um 48 Cent sinkt, dann rückt der Traum vom neuen Familienauto näher.

          Und schon hilft ein familiärer Blick in die Preis- und Ausstattungslisten von Opel. Jüngst überarbeitet, etwas rundlicher vorn und mit mehr Chrom, ein neues Tagfahrlicht, im Innenraum das flotte Intellilink-Infotainmentsystem und unter der knuffigen Haube ein frischer Diesel, dazu eine feine Sechsgangbox und überhaupt das mehrfach ausgezeichnete Innenraumkonzept: der Opel Meriva ist eine bewährte Zwischengröße auf dem Weg vom Kleinwagen zum Van.

          Preis

          Der Einstieg gelingt bei günstigen 15.990 Euro für den vergleichsweise mager ausstaffierten 1.4 Selection mit 100PS (74 kW) und führt über vier Ausstattungsversionen und sieben Motorvarianten zum 1.6 CDTI Innovation, der bis unters Dach mit Annehmlichkeiten gepolstert ist und für 20.090 mit diesem schwächsten Benziner oder für 24.890 Euro mit dem neuen Diesel zu haben ist. Das ist eine Summe, bei der die Eltern ins Grübeln und Bello ins Knurren geraten. Aber der Vierbeiner hat die 48-Cent-Ersparnis noch nicht mitgekriegt.

          Design

          Die zweite Generation des Meriva fährt seit 2010 mit dem populären Knick in der Gürtellinie (der sich zudem beim futuristischen i3 von BMW findet), und der sorgt auch nach der jüngsten Überarbeitung für den ersten Kick: Er wird betont durch eine Chromleiste und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Türkonzept des Meriva.

          Zustieg

          Opel nennt es hochtrabend Flexdoor-System, und vorn finden Fahrer und Beifahrer den konventionellen Zugang. Er gelingt ausreichend angenehm bei einer Öffnungshöhe von etwa 105 Zentimetern. Diese Höhe steht auch hinten zur Verfügung, aber die Türen sind andersrum angeschlagen, sie öffnen sich bei einer relativ geringen Breite von knapp 90 Zentimetern nach hinten und geben einen höflich dimensionierten Einstieg frei, der etwa 65 Zentimeter breit ist, von der Tür nicht behindert wird und zum Beispiel die Montage eines Kindersitzes erleichtert.

          Allerdings geraten sich die Besucher der ersten Reihe und die Hinterbänkler bei gleichzeitigem Einstieg ein wenig in die Quere, aber mit etwas Kooperation nicht in die Wolle. Beeinträchtigt wird allerdings des Fahrers Blick nach schräg hinten. Denn durch den großen Haltegriff auf jeder Seite für Hinterbänkler und die breite mittlere Dachsäule ergeben sich störende Hindernisse.

          Innenraum

          Wenn die Passagiere ihre Plätze gefunden haben, entdecken sie jene Qualitäten des Meriva, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde: Die Familie sitzt gut, das gilt für vorn und hinten gleichermaßen. Dafür sorgen straff unterfütterte Sitzflächen, mit strapaziertauglichem Stoff überzogen, ohne aufdringliche Farbmuster, mit sanft zupackenden Lehnen, mit gut positionierten Gurten und Kopfstützen, der Platz in der Mitte hinten hat Notsitzcharakter.

          Die Innenbreite vorn und hinten mit jeweils rund 140 Zentimetern ist ausreichend, jeder könnte eine hochragende Kopfbedeckung tragen. Sitze und Rückbank kann man in der Längsrichtung verschieben, und Platz für Gepäck gibt es auch: 67 Zentimeter liegt die Ladekante über dem Straßenniveau, die Klappe bewegt sich träge nach oben, sie gibt eine großzügig bemessene Luke frei, verharrt in Stehhöhe, vom Heckabschluss bis zur Rücksitzlehne sind es etwa 70 Zentimeter an Ladetiefe, das wird eng für einen der schnellen Laufkinderwagen, aber wird die geteilte Lehne mit zwei Handgriffen geklappt, wächst der penibel verkleidete Stauraum in der Tiefe auf rund 160 Zentimeter.

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