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Fahrtbericht: Opel Astra GTC : Mensch, Opel baut gute Autos

Astra_gtc 1.6 Turbo Bild: F.A.Z,Opel

Opel-Bashing ist in Mode. Es wird Zeit, den Blick wieder mehr auf die Produkte zu lenken. Denn diese sind viel besser, als man glauben mag. So ist der Astra GTC nicht nur schick, sondern auch flott und er hat auch ein 1a Fahrwerk.

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          Um Opel kann es einem fast leid tun. In der Presse liest man kaum etwas Gutes über die GM-Tochtergesellschaft oder das Verhältnis zu ihrer großen, herrschsüchtigen Mutter im fernen Amerika. Von Werksschließungen ist immer wieder die Rede, und automatisch schwingt die Frage mit, ob Opel überhaupt noch Zukunft hat. Ja, selbstverständlich, wenn es weiterhin so gute Produkte auf den Markt bringt wie den Astra GTC, der seit Januar neben dem Kombi (Sports Tourer) das zweite Derivat des kompakten Opel ist.

          Design

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Den GTC mag man als das Coupé des Astra verstehen, wobei die Designer nicht einfach nur die hinteren Türen weggelassen haben, sondern ein komplett neues Auto zeichneten. Nur die Türgriffe, die Antenne sowie die Gehäuse der Außenspiegel sind gleich, alle anderen Blechteile sind neu. Der herkömmliche Astra sieht dagegen richtig alt aus. Zudem ist die Karosserie des GTC um 15 Millimeter tiefergelegt und die Spur vorn um 40 und hinten um 30 Millimeter verbreitert worden. Apropos Fahrwerk: Es ist wesentlich aufwendiger konstruiert als im konventionellen Modell. Vor allem an der Vorderachse zeigen die Opel-Ingenieure ihr ganzes Können. Die Radaufhängungen - bei Opel HiPerStrut genannt - sind die gleichen wie im Insignia OPC, sie sollen für mehr Traktion, ein besseres Kurvenverhalten sowie ein direkteres Lenkgefühl sorgen.

          Nach mehr als 2400 gefahrenen GTC-Kilometern können wir das bestätigen. Die Fahrdynamik, die der Opel an den Tag legt, ist vorbildlich, kurvige Strecken liebt er, Antriebseinflüsse in der exakten, leichtgängigen Lenkung gibt es kaum, und auch die Traktion ist fast immer gewährleistet. Dazu verhält sich der GTC in schnellen Kurven neutral, und das ESP wacht, wenn es einmal doch zu schnell gewesen sein sollte. Auch die Bremsen fügen sich nahtlos ins gute Gesamtbild. Ohne Frage, der GTC ist ein talentierter Sportler, wobei der Testwagen zusätzlich mit dem für 980 Euro Aufpreis erhältlichen Flex-Ride-Fahrwerk ausgestattet war. Dieses soll sich automatisch an die Straßenbedingungen und den Fahrstil anpassen. Per Knopfdruck können drei Fahrmodi gewählt werden: „Standard“, für komfortbetonte Langstreckenfahrten „Tour“ und „Sport“. Während es zwischen den beiden ersten Modi keine großen, fühlbaren Unterschiede gibt, ist der GTC in „Sport“ noch schärfer. Die Federung wird härter, und das Gaspedal sowie Lenkung und Getriebe sprechen schneller an. Kleiner Gag am Rande: Die Farbe der Instrumentbeleuchtung wechselt von Weiß auf Rot.

          Leistung

          Bei allem Enthusiasmus über das Fahrverhalten des GTC: Wahrscheinlich hätte sich das Fahren nur halb so spannend gestaltet, wenn es der Basis-GTC mit seinen 1,4 Liter Hubraum und bescheidenen 74 kW (100 PS) gewesen wäre. Doch wir bewegten den zweitkräftigsten GTC im Stall, 132 kW (180 PS) aus 1,6 Liter Hubraum, turbogestärkt. Neben dem Basismotor hat Opel zwei weitere Benziner-Varianten im Angebot (88 kW oder 103 kW - 120/140 PS), dazu gibt es drei Dieselmotoren mit 81, 96 oder 121 kW (110/130/165 PS). Frisch vom Genfer Automobilsalon empfiehlt sich zudem der Astra OPC. Der legt nochmal 100 auf die 180 PS drauf und ist mit einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h der schnellste Astra aller Zeiten.

          Doch genügen nicht auch 220 km/h Höchstgeschwindigkeit? So schnell ist der GTC mit dem 1,6-Turbo maximal, mehr muss kaum sein. Die Kraft wird über ein Sechsganggetriebe an die Räder geschickt. Das Schalten erledigt man gern, die Wege sind kurz und knackig. Die 220 km/h Spitzengeschwindigkeit lassen sich im 5. Gang erreichen, der 6. dient nur zur Reduzierung der Drehzahl.

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