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Fahrtbericht Opel Adam : Eva wird die knuffige Form gefallen

  • -Aktualisiert am

Opel Adam: Eva wird die knuffige Form gefallen Bild: Opel

Der kleinste Opel strotzt vor Selbstbewusstsein und zieht den Fahrer schnell in seinen Bann. Auch wenn im Raumangebot Kompromissbereitschaft erforderlich ist, geben wir uns dieser Versuchung gerne hin.

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          Auf die Idee muss einer erst mal kommen - den Hoffnungsträger in schweren Zeiten auf den Vornamen des Unternehmensgründers zu taufen. Es ist kein Henry und schon gar kein Gottlieb oder Carl. Aus Rüsselsheim (oder vielmehr aus Eisenach) kommt Opels Jüngster, der knuffige Kleinwagen Adam. Variantenreich sind seine Ausstattungsmöglichkeiten, gering das Raumangebot für Mitfahrer im Fond und Gepäck im Kofferraum. Dafür transportiert der kleine Adam auf nur 3,7 Meter Länge eine Fülle von Botschaften. Und zeigt, dass es an diesem Wägelchen nicht liegen kann, wenn die Marke weiter schwächelt.

          Lifestyle schlägt Preis

          Der Preis ist ambitioniert. 13 333 Euro kostet die Basisversion, einen größeren Corsa gibt es für weniger. Knapp 16 000 Euro sind für das Modell mit der 87 PS starken mittleren von drei Motorvarianten und der umfangreichsten Ausstattung Slam fällig. Ein Diesel ist nicht im Programm, und den kräftigeren Versionen der Lebenskünstler Mini, DS 3 oder Beetle kann der Adam nichts entgegensetzen. Dafür gibt es eine zweifarbige Lackierung mit kontrastreich abgesetztem Dach, ein ganzes Rudel verschiedener Leichtmetallfelgen, Verzierungen und Anbauteilen. Mehr als eine Million unterschiedliche Konfigurationen seien möglich, sagt Opel. Wir haben nicht nachgezählt.

          Also einsteigen und überraschen lassen. Die Sitze gefallen. Ausgeprägte Konturen und zum Teil beledert (850 Euro extra) bieten feinen Seitenhalt und erschweren das Platznehmen kaum. Das Lenkrad, ebenfalls mit griffigem Leder umhüllt, thront ungewöhnlich weit oben; im Adam heißt es, eine fahrdynamisch sinnvolle Haltung einzunehmen. Erfreulich ist die Option auf eine Lenkradheizung, die im Adam als Bestandteil des 350 Euro kostenden Winterpakets eingebaut wird. Dazu zählen außerdem beheizte Sitze vorn, in Verbindung mit Lederausstattung ist das Ensemble inclusive.

          Aufgeräumter und entspannter Innenraum

          Der Blick auf die Instrumente offenbart dank bester Ablesbarkeit schnelle Information, die roten Zeiger deuten unmissverständlich auf die Skalenwerte. Schwarzer Lack für die Verkleidungen, ein wenig Chrom und silberne Applikationen, vor allem aber griffsympathische Materialien dort, wo man hinfasst, machen den kleinen Opel schon im Stand zum Erlebnis der angenehmen Art. Obendrein gelungen ist die Mittelkonsole. Endlich, will man aufatmen, wirkt sie anders als in Astra, Mokka und anderen dank des Verzichts auf Überfrachtung aufgeräumt und entspannt.

          Der Trick liegt in der Lastenverteilung. Ein Navigationssystem gibt es nicht für den Adam. Als Pfadfinder soll der Fahrer sein Smartphone nutzen, es über Bluetooth mit dem Infotainment-System koppeln und sich die Wegweisung auf dem berührungsempfindlichen Farbbildschirm anzeigen lassen. Der ist in angemessener Höhe angeordnet, Klimaautomatik und korrekt bemessene Ablagen darunter räumen das Cockpit weiter auf.

          Noch kuschelig oder schon eng?

          Wer mitfahren will, darf Tuchfühlung nicht scheuen. Wenn der Beifahrer entspannt die Arme ruhen lässt, erlebt er jeden Gangwechsel des Fahrers als Körperkontakt. Hinten sind die Raumverhältnisse noch knapper. Trotz Einstiegshilfe ist der Weg in den Fond mühsam, der Platz reicht gerade so für zwei, wenn sie nicht zu groß gewachsen sind. In einem VW Up gelangen sie einfacher auf ihre Sitze.

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