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Fahrtbericht Nissan Juke : Will vieles sein und ist nichts richtig

  • -Aktualisiert am

Wer soll sich für diese Promenadenmischung begeistern? Bild: Hersteller

Ist er ein SUV, ein Van, ein Coupé, ein Sportwagen oder auf gut Deutsch ein Fun Car? Keiner weiß es, und wir sind nach 14 Tagen auch nicht schlauer. Es ist einfach unbegreiflich. Für wen ist dieser plumpe Wagen bloß gedacht?

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          Erst bauen wir mal das Auto, dann suchen wir die Zielgruppe dafür: So ähnlich mag es zugegangen sein, als Nissan den Juke geschaffen hat. Hier hat sich die Crossover-Idee endgültig in sich selbst verheddert.

          Was herauskam, ist weder schmissig wie der Markenbruder Qashqai noch sympathisch skurril wie Nissans putziger Cube, sondern einfach nur unbegreiflich: Eine plumpe, verwachsene Gestalt, Fenster wie Kellerluken, ein fettes Hinterteil, das Außenbreite bringt und Innenraum kostet, pompöse Leuchtwarzen vorn auf den Kotflügeln, Glubschaugen darunter, die man angeblich von historischen Rallyeautos entlehnt hat, innen eine Konsole, die von einem Motorrad-Tank inspiriert sein soll. Für diese Promenadenmischung soll sich jemand begeistern können?

          Motor
          Nun, unser Problem muss es nicht sein. Aber man möge bitte auch nicht von uns erwarten herauszufinden, an wen sich dieses Auto eigentlich wendet.

          Dabei hat der Juke seine durchaus guten Seiten. Zum Beispiel den Motor unseres 1.6 DIG-T, einen Direkteinspritzer als Spitzentriebwerk der Modellreihe, das der gängigen Downsizing-Idee folgt – eher kleiner Hubraum (1,6 Liter), dafür Turboaufladung.

          Der Nissan Juke hat eine plumpe, verwachsene Gestalt... Bilderstrecke
          Der Nissan Juke hat eine plumpe, verwachsene Gestalt... :

          Der Vierzylinder-Benziner hat stramme 140 kW (190 PS) Leistung und reichlich Drehmoment, und er kann eigentlich alles, vom geschmeidigen Rundlauf selbst bei niedrigsten Drehzahlen über kräftiges Zupacken beim Gasgeben bis hin zu fröhlichem Hochjubeln, dem der Begrenzer erst bei 6800 Umdrehungen je Minute ein Ende setzt.

          Getriebe
          Dabei wird er keineswegs unangenehm laut. Das kurz übersetzte, nur beim 6. Gang mitunter hakelnde Sechsganggetriebe unterstützt allfällige Temperamentsausbrüche, wie die Elastizitätswerte – von 50 auf 100 km/h in 7,8 Sekunden (im 4. Gang) bis 15,3 Sekunden (6. Gang) – eindrucksvoll beweisen. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 207 km/h weckt Gefallen.

          Bodenhaftung
          So ist der Juke, von diesem Motor aus betrachtet, ein Spaßvogel erster Güte. Fraglich bleibt indes, ob irgendjemand ausgerechnet in diesem Weder-Noch-Auto eine Sportwagenleistung erwartet, zumal die auch ihre Nachteile hat. Sie hält erstens die Antriebsschlupfregelung nicht nur auf nassem Asphalt gehörig auf Trab (schaltet man sie ab, wird der Frontantrieb völlig haltlos) und lenkt den Blick auf die Allrad-Version 1.6 DIG-T All-Mode 4×4i, die einzige im Juke-Programm, die einschließlich des hier serienmäßigen stufenlosen Automatikgetriebes 2900 Euro Aufpreis kostet.

          Verbrauch
          Zweitens führt die Kraftmeierei, wie bei allen Downsize-Turbobenzinern, zu einem bedenklichen Verbrauchsverhalten: 9,4 Liter Super je 100 Kilometer waren unser Durchschnitt, gewiss vom Winterwetter beeinflusst, aber auch angesichts dessen zu hoch, zumal der Nissan mit 1300 Kilogramm nicht unmäßig schwer ist. Unter acht Liter sind wir nicht gekommen, und wenigstens log uns der Bordcomputer nicht auch noch reicher, sondern meldete sogar einen erheblich höheren Konsum. Für den Appetit dieses Juke ist der Tank mit 46 Liter Inhalt jedenfalls zu klein.

          Kofferraum
          Da ist er sich einig mit dem Kofferraum: Auch der ist mit nur 251 Liter für ein Auto von knapp Golf-Größe ein schwaches Angebot, selbst wenn man die rund 60 Liter unter seinem Boden (und über dem immerhin vorhandenen Not-Ersatzrad) hinzurechnet. Das maximale Volumen nach Umklappen der geteilten Rückbanklehne ist mit 830 Liter ebenfalls nicht wettbewerbsfähig.

          Platzangebot
          Hier rächt sich die hinten stark eingezogene Karosserieform des Juke, die zudem den Fond für eine dritte Person ungeeignet macht. Knapp sind dort auch die Tiefe der Bank und die Kopfhöhe, während für die Knie ausreichend Raum vorhanden ist.

          Vorn sitzt man eindeutig besser, die Sessel sind groß dimensioniert und recht weich gepolstert, das Lenkrad ist freilich nur in der Höhe einstellbar. Einsteigen kann man in den Viertürer ohne Mühe.

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