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Fahrtbericht Mini Roadster : Stramm, sportlich, herrlich emotional

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Der Mini mit zwei Sitzen und ohne Blechdach kann als schönste Nebensache der Welt Karriere machen. Aber der Grat zwischen Wahnsinn und Genius ist schmal. Das Auto begeistert, ist aber auch irgendwie überflüssig.

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          Die Form folgt der Funktion, und der Name ist Programm? Falsch. Der Mini ist kein Kleinwagen, und formal will er eher die Herzen der Damen gewinnen als während der Einkaufstour seine Praxistauglichkeit unter Beweis stellen. Konny verzeiht ihm jegliche Schwäche.

          Aber als der zweisitzige Bruder mit Stoffverdeck, der Mini Roadster, vorfährt, ist Schluss mit dem Langmut der Innenarchitektin. Das Heck sei plump, die Textilhaube über dem Passagierraum passe nicht, und „der hat fast keinen Kofferraum“.

          Was nicht ganz stimmt. Der Roadster hat einen gar nicht so kleinen, eine Durchlademöglichkeit obendrein. Beides zählt zu den wenigen praktischen Eigenschaften der 26.750 Euro kostenden Cooper-S-Version. Vieles andere verblasst unter alltäglichen Anforderungen. Aber wo für Konny der Spaß aufhört, fängt er für andere an. Bedenken der Ratio über Bord geworfen, macht der Kleine auf jedem Boulevard und vor allem in jeder Kurve eine gute Figur.

          Design Außen

          Die Frontansicht gewinnt im Vergleich zum Viersitzer durch geringere Höhe. Das fällt auch beim Betrachten der Silhouette auf, gedrungen hockt der Kapuzenmann auf dem Asphalt, besser sieht er aus, wenn er sein Mützchen in den Nacken schiebt. Das geht rustikal von Hand, halbautomatische Unterstützung kostet 790 Euro. Dafür vergibt die Damen-Jury keinen Punkt, obwohl das Öffnen einfach geht.

          Verdeck

          Den mit Spatengriff bewehrten Zentralöffner drehen und mit Schwung Bezug und Gestänge über die beiden Überrollbügel nach hinten in den Verdeckkasten werfen. Wer das nachdrücklich genug tut, muss nicht aussteigen, um die Kappe in die Verriegelung zu drücken. Beim Schließen der Haube führt kein Weg am Hantieren außenbords vorbei, Entriegelungsknopf drücken und Verdeck nach vorne klappen, dann einsteigen und zuziehen.

          Kofferraum

          Das Kofferraumvolumen bleibt unverändert, 240 Liter passen ins Heck, lange Transportgüter finden dank Durchladeklappe eine Mitfahrgelegenheit. Dass der winklige Kofferraumdeckel nicht weit genug öffnet, stört beim Beladen allerdings und ist einem unsinnigen Sparprogramm geschuldet.

          Ordentliche Scharniere mit größerem Öffnungswinkel wären teurer gewesen. Schwer ist das Ding sowieso, integriert ist der elektrisch ausfahrende Heckspoiler, der bei Tempo 80 km/h hochklappt und sich bei weniger als 60 km/h wieder zur Ruhe begibt.

          Sitze

          Fahrer und Beifahrer gelangen einfach auf die Plätze. Zumindest bei geöffnetem Dach. Der 1,84-Meter-Chauffeur muss sich ein wenig winden, aber wenn die Haube geschlossen ist, heißt es hinters Lenkrad gleiten und hoffen, dass niemand zu knapp nebenan geparkt hat. Denn dann wird der Öffnungswinkel der langen Türen noch weiter eingeschränkt und der Einstieg beschwerlicher.

          Die Sitze sind wohlgeformt mit hohen Rückenlehnen, die gut die Schulter stützen, und mit ordentlich langen Beinauflagen, auch der Seitenhalt ist vortrefflich. Vor allem aber lässt sich eine anständige Sitzposition einstellen, was bei früheren Mini-Generationen nicht der Fall war.

          Innenraum

          Der Innenraum des Roadsters entspricht weitgehend dem des Coupés. Tempo scheint auch hier die untergeordnete Rolle zu spielen. Zumindest auf dem Tacho, dessen Format ihn eher als Tiefenmesser in U-93 ausweist, lässt sich die Fahrgeschwindigkeit nur mit Mühe ablesen. Deshalb gibt es im auf der Lenksäule aufgesetzten Drehzahlmesser zusätzlich eine digitale Signalisation des Tempos.

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