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Fahrtbericht Mini Countryman : Der Mini wird zum Maxi

  • -Aktualisiert am

Der Countryman gibt sich die Ehre als Klein-SUV und will Schluss machen mit dem ständigen Genörgel über Platzmangel Bild: Hersteller

Die vierte Modellreihe aus dem Hause Mini tritt als Klein-SUV und auf Wunsch mit Allradantrieb an. Die Platzverhältnisse sind nicht überragend. Natürlich kann der Countryman mit wahren SUVs nicht konkurrieren. Aber stört das jemanden?

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          Mini hält Wort. Jedes Jahr ein neues Modell, hat die Marke der gierigen Kundschaft versprochen, und bevor nun bald das Coupé antritt (siehe folgende Seite), wurde im vergangenen Sommer das einstige Trio, gebildet von Mini, Cabrio und Clubman, zum Quartett erweitert. Der Countryman gibt sich die Ehre als Klein-SUV und will Schluss machen mit dem ständigen Genörgel über Platzmangel. 4,11 Meter lang ist der Viertürer, er ist der größte Mini der bisherigen Geschichte und kratzt mit seinen Maßen fast an der Golf-Klasse. Die stärkste Diesel-Version - ein 1,6-Liter-Vierzylinder, der es auf 82 kW (112 PS) bringt - lässt sich als einzige Selbstzünder-Ausführung mit dem Allradantrieb „ALL4“ ausrüsten. Als 4x4 kostet der Mini 25 900 Euro in der Grundausstattung, das ist ein Aufschlag von 1700 Euro gegenüber dem Fronttriebler.

          Wirklich groß wirkt der Mini nicht. In der Höhe ist er auf 1,56 Meter gewachsen, ein Golf Plus überragt ihn um sechs Zentimeter. Dennoch sitzt der Countryman-Chauffeur gut sieben Zentimeter höher als in den anderen Mini-Varianten. Für den harten Geländeeinsatz ist der Allradler nicht gedacht. Immerhin helfen 19,4 Zentimeter Bodenfreiheit und eine Kraftverteilung, die das Drehmoment feinfühlig zu den Rädern mit der besten Traktion leitet, in diesen Tagen beim Vorwärtskommen im Schnee.

          Das Raumangebot hat deutlich zugenommen, mit wahren SUVs kann es nicht konkurrieren. Zwar bietet der Kofferraum mindestens 350 Liter Volumen - das sind 90 Liter mehr, als der 13 Zentimeter kürzere Kombi Clubman hinter seiner zweiflügeligen Lieferwagentür unterbringen kann -, doch ist das maximale Volumen von knapp 1200 Liter im Vergleich mit Transportkünstlern nach Art kompakter SUVs wie dem VW Tiguan oder dem BMW X1 eher gering. Auch erhalten die erlaubte Zuladung von 430 Kilogramm und die magere Anhängelast allenfalls ein Ausreichend.

          4,11 Meter lang ist der Viertürer, er ist der größte Mini der bisherigen Geschichte und kratzt mit seinen Maßen fast an der Golf-Klasse Bilderstrecke
          4,11 Meter lang ist der Viertürer, er ist der größte Mini der bisherigen Geschichte und kratzt mit seinen Maßen fast an der Golf-Klasse :

          Das Umklappen der Rücksitze geht einfach

          Allerdings geht es im Fond endlich geräumig zu, zwei Mitfahrer finden auf den um 13 Zentimeter in der Länge verschiebbaren Einzelsitzen komfortable Plätze. Das Umklappen der Rücksitze zwecks Laderaumvergrößerung geht einfach, die Gepäckraum-Abdeckung ist zwar nicht sonderlich solide ausgeführt, lässt sich aber leicht aushaken und dank geringen Gewichts mühelos aus dem Wagen nehmen. Kleines Gepäck kann unter der massiven, herausnehmbaren Bodenplatte verstaut werden, die für einen ebenen Laderaumboden sorgt (180 Euro Aufpreis).

          Am Volant findet der Fahrer die gewohnte Mini-Architektur. Die Bedienelemente sind wie bei den kleineren Kollegen viel zu niedrig angeordnet, vor dem Chauffeur baut sich ein kleiner Drehzahlmesser auf, in dessen Display auf Wunsch das Tempo digital angezeigt wird. Das ist hilfreich, denn der eigentliche Tacho im Format eines Tiefenanzeigers in Kapitän Nemos „Nautilus“ sitzt mitten auf dem Armaturenbrett. Sein Zentrum wird als Farbmonitor des Navigationssystems (1950 Euro) genutzt, die Skala signalisiert die Fahrgeschwindigkeit mit einem schmalen Zeiger nur undeutlich.

          Wohlgeformt sind die aufpreispflichtigen Sportsitze für 310 Euro, noch mal 1440 Euro mehr kostet deren Bezug mit einer gefälligen Leder-Stoff-Kombination. Dafür erfreuen die schlank geschnittenen Lehnen mit angemessener Polsterung, die auf langer Strecke den Rücken stützt. Elektrische Beheizung kostet weitere 290 Euro, eine Sitzklimatisierung findet sich nicht im Programm. Das zweifach verstellbare Lederlenkrad hilft beim schnellen Finden einer passenden Sitzposition.

          Schlüssel in Aussparung am Armaturenbrett

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