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Fahrtbericht Mercedes-Benz Viano 2.2 CDI : Die große Spardose für das Kindergeld

  • -Aktualisiert am

Der Viano: Viel Raum für Passagiere und Gepäck Bild:

Die Zukunft liegt in der Größe. Das gilt nicht nur für Banken und Bänke, sondern auch für Vans. Raum, sagt der Familienvorstand, ist durch nichts zu ersetzen. Es sei denn, durch noch mehr Raum. Und dann fordert er zudem Vielfalt.

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          Die Zukunft liegt in der Größe. Das gilt nicht nur für Banken und Bänke, sondern auch für Vans. Raum, sagt der Familienvorstand, ist durch nichts zu ersetzen. Es sei denn, durch noch mehr Raum. Und dann fordert er zudem Vielfalt. Nicht für sich, sondern für alle anderen, ihm genügt ein Modell, wenn es das richtige ist. Deshalb hat die Maßschneiderei Mercedes bei der zweiten Generation des großen Vans (jetzt nicht mehr V-Klasse, sondern nur schlicht Viano) nach Art des Hauses gleich richtig tief in die Kiste mit Varianten und Variationen gegriffen. Es gibt zwei Radstände, drei Fahrzeuglängen, drei Ausstattungslinien, und man kann wählen zwischen vier Motoren, je zwei Diesel und zwei Otto, als Alternative zum manuellen Fünfganggetriebe steht eine fünfstufige Automatik bereit. Allen Versionen gemeinsam sind der Hinterradantrieb (die V-Klasse kam mit Frontantrieb), ein wirklich großzügiges Raumangebot und die recht anspruchsvolle Preisgestaltung.

          Wir bewegten über etwa 2000 Kilometer hinweg den Viano 2.2 CDI Ambiente kompakt (es gibt noch lang und extralang) mit Automatik und ein paar Extras: Zum Basispreis der Linie "Trend" addierten sich die Kosten für "Ambiente" (5127 Euro, inklusive Luftfederung hinten) und die Aufwendungen für diverse Extras in Höhe von etwa 6000 Euro. Der sechssitzige Familientransporter mit zwei seitlichen Schiebetüren und "Bodenbelag im Fahrgastraum" (116 Euro) war zu einer netten Pretiose herangereift, die mit dem Comand-Navisystem einen Papierwert von 47 536 Euro verkörperte. Wobei natürlich alles relativ ist: Wer das Kindergeld für vier Sprößlinge über acht Jahre hinweg komplett bunkert, kann diesen Viano locker bar bezahlen. Da sieht doch die Welt gleich viel freundlicher aus.

          Die äußeren Abmessungen des Viano sind ein Versprechen, das die inneren Dimensionen halten. Sowohl vorne als auch hinten wird der Einstieg mit großer Würde erledigt. Fahrer und Beifahrer gleiten wie von selbst in ihre hart gepolsterten, aber auf langen Strecken recht angenehmen Fauteuils. Die beiden Schiebetüren an den Seiten sind nicht einfach zu öffnen, die Griffe fordern eine kräftige Hand und ein entschlossenes Reißen. Auf einer schrägen Parkfläche kann das zur muskulösen Übung ausarten, man wünschte sich jene motorische Hilfe, wie sie zum Beispiel der große Voyager von der Konzerntochter Chrysler bietet. Von innen schließt man die Türen am besten, bevor man sich niederläßt, aus dem Sitz heraus ist es kaum möglich. Ihr Raumbedarf an den Seiten ist minimal und die Einstiegsöffnung 135 Zentimeter hoch. Sechs Menschen sind auf sechs einzelnen Sitzen sehr kommod untergebracht, der Abstand der Sitzfläche vom Boden ist besser als in den allermeisten anderen Vans. Im Viano sitzt man und hockt nicht mit Ohren zwischen den Knien. Die Stühle sind auch noch in einem relativ weiten Bereich zu verrücken, die Lehnen zu neigen, die Armstützen auf der langen Strecke angenehm. Die zweimal zwei Rücksitze kann man herausnehmen oder die Lehnen so klappen, daß sie zu Tischen werden. Ein klappbarer Tisch (Aufpreis 522 Euro) versteckt sich in einem massigen Plastikkasten zwischen den Sitzen der zweiten Reihe, er ist mit kräftigen Metallrohren und prallen Schweißnähten ein schönes Beispiel für schwäbische Sorgfalt am unsichtbaren Detail. Er ist ein schweres Trumm, auch die Sitze sind keine Leichtgewichte, am besten ist man mindestens zu zweit bei etwaigen Demontagen. Die Schienen im Boden sind nur teilweise abgedeckt, aber sie machen einen massiven Eindruck, eingetrocknete Gummibärchen sind einfach zu entfernen. Der gesamte Innenraum des Viano ist pflegeleicht, der Kunststoff macht einen robusten Eindruck, er kommt ohne schlimme Ecken aus, er wirkt auch leidlich wertvoll. Gut gefallen hat uns dann tatsächlich der aufpreispflichtige Teppichboden, eine graue, dichte Schlingenware, die man aber gut reinigen kann. Ablagen sind reichlich installiert, überall kann man selbst mittelgroßen Kleinkram gut verstauen.

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