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Fahrtbericht Mercedes-Benz SL 500 : Die Perfektion des Reisens im Roadster

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Mit einem Hauch von Tradition und einem Fuder neuester Technik schreibt der klassische Zweisitzer von Mercedes-Benz eine lange Geschichte weiter. Und stellt dabei Leistung und Komfort weit nach vorn.

          Die Visionen von Leichtigkeit, von geringem Gewicht, spielen in Stuttgart wieder eine wichtige Rolle. Dort, wo Maultaschen, Spätzle und andere kalorienreiche Nahrungsmittel die Menschen opulent nähren, müssen Automobile gewissermaßen als ausgleichendes Element immer leichter werden, so scheint es.

          Der neue SL von Mercedes-Benz, der Klassiker mit den berühmten Ahnen, schafft die Umkehr der Gewichtsspirale, das Spitzenmodell der Baureihe, der SL 500, ist um 125 Kilogramm leichter als sein Vorgänger - viel Alu sei Dank.

          Design

          Jedoch kommt die Botschaft optisch weniger an, der SL wirkt wuchtig, mit den übergroßen Scheinwerfern, dem breiten Kühlergrill, vor allem aber dem massigen Buckel zwischen den Sitzen und der Kofferraumklappe nicht sonderlich leichtfüßig.

          Verdeck

          Doch es gibt es ein sich automatisch öffnendes, üppig verglastes Dach, das den Passagieren den Himmel in 14 Sekunden näher bringt. Beim Schließen der massiven Konstruktion vergeht mehr Zeit, 18 Sekunden weist die Stoppuhr aus. Außerdem klappt es nur bei stehendem Fahrzueug. Wer offen im SL unterwegs ist, sollte stets einen Blick aufs Wetter haben.

          Wind

          Aber der Roadster verwöhnt mit bestem Reisekomfort. Nur lau fächelt der Fahrtwind in den Haaren, und das selbst bei schneller Fahrt. Wirklich stürmisch wird es im Innenraum nicht, selbst bei heruntergelassenen Seitenscheiben bleibt es hier vergleichsweise ruhig.

          Bei kühlerer Witterung hält die in den Sitz integrierte Kopfraumheizung Airscarf den Nacken warm (550 Euro extra), das Offenfahren bereitet so auch in einem Sommer Freude, der das Synonym der „warmen“ Jahreszeit nicht immer verdient.

          Sicht

          Auch bei geschlossenem Verdeck ist der SL noch recht übersichtlich. Zwar zählt die 4,61 Meter lange Karosserie zu den voluminöseren dieser Klasse, die Rückfahrkamera (298 Euro Aufpreis) oder die Parksensoren vorne und hinten (gleich 869 Euro mehr) dienen dennoch eher dem Komfort, als dass sie dringend angeratene Sonderausstattungen wären.

          Kofferraum

          Das Ladevolumen taugt für die Langstrecke und die Fahrt in den Urlaub gleichermaßen. Ist das Verdeck geschlossen, passen S-Klassen-taugliche 504 Liter in den Kofferraum. Ist das Dach hinten abgelegt, schrumpft das Stauvermögen auf 364 Liter.

          Das ist immer noch mehr, als jeder Zweisitzer von Porsche zu transportieren vermag. Mit Dach im Kofferraum bleibt nur ein Spalt zum Beladen, aber das „Dachpaket“ lässt sich auf Knopfdruck etwas anheben. Im Innenraum bleibt hinter den elektrisch einstellbaren Sitzen noch etwas Platz, dort kommen die nicht zu prall gefüllte Aktentasche oder das knitterfreie Sakko gut unter.

          Innenraum

          Im Innenraum gehört die Lederausstattung zum Serienstandard, wer das noch gefälligere Nappa-Paket bestellt, bekommt für 3100 Euro eine sorgfältige Komplettausstattung mit dem schmeichelnden Material, dann sind auch Schalttafel, die Rückwand, Türverkleidungen und die A-Säulen fein ummantelt.

          Die Verarbeitung siedelt auf höchstem Niveau, nicht ganz so trefflich ist die Gestaltung der Instrumente geraten, die nicht besonders gut ablesbar sind. Die breite Mittelkonsole sorgt für reichlich Ablagemöglichkeiten und Ellbogenfreiheit. Wer mit der Copilotin kuscheln möchte: Die Holde sitzt in nahezu unerreichbarer Ferne.

          Motor

          Mit sattem Klang aus zwei dicken Auspuffendrohren springt der Biturbo-V8 an. 4,7 Liter Hubraum, verteilt auf acht Zylinder, geben dem Leichtmetalltriebwerk ein durchaus angenehmes Stimmvolumen. Den winzigen Wahlhebel der siebenstufigen Automatik bedient, schon entacht der zarte Druck aufs Gaspedal dann einen massiven Drang nach vorne.

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