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Fahrtbericht Mercedes-Benz S 500 : Über allen Sitzen ist Ruh

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Die lange S-Klasse von Mercedes-Benz ist der Inbegriff komfortablen Reisens. Doch nicht nur im großzügigen Fond herrscht Luxus, auch der Chauffeur am Lenkrad erlebt ein wahres Genuss-Programm.

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          Keine andere Oberklasse-Limousine versinnbildlicht den Anspruch auf technische Spitzenleistung so sehr wie die S-Klasse von Mercedes-Benz. Dort, wo der S antrat, war schon immer ganz oben, dagegen kam sogar die Konkurrenz aus dem eigenen Haus nicht an: Maybach ist wieder Geschichte, und die S-Klasse ist aktueller denn je. Sie bietet jetzt neben dem zu erwartenden Luxus ein üppiges Füllhorn von Assistenzsystemen und etliche technische Feinheiten.

          Preis

          Billig war der Nobel-Mercedes noch nie, aber die Kunden erachteten ihn als preiswert. Als S 500 L kostet die 5,25 Meter lange, allradgetriebene Limousine heute 112.752 Euro. Dafür gibt es ein Höchstmaß an Sicherheit und einen Biturbo-V8-Benziner (4,7 Liter Hubraum) mit 455 PS.

          Wer sich ein wenig in der Liste der Sonderausstattungen verliert, kann auf 132.402 Euro Endpreis kommen, hat dann aber auch Extras wie eine adaptive Fahrwerksregelung, Sitzklimatisierung oder eine Lautsprecheranlage von Burmester an Bord.

          Design

          Im Gegensatz zur im vergangenen Jahr abgelösten Generation tritt die S-Klasse auch äußerlich wieder majestätischer auf. Eine wuchtige Frontpartie, markante Sicken an den Flanken und ein Heck mit LED-Rückleuchten kennzeichnen die Limousine.

          Innen werden feinste Materialien miteinander kombiniert, der individuellen Vielfalt sind nur vage Grenzen gesetzt. Fast verschwenderisch wirkt das Ambiente, bis ins letzte Detail ist der Mercedes sorgfältig verarbeitet. Für die Ausstattung mit Designo-Holz „Esche metallisiert“ in zartem Grau sind 1450 Euro Aufpreis fällig, die serienmäßigen Lederbezüge der opulenten Sitze harmonieren trefflich damit.

          Selbstverständlich lassen sich die Fauteuils elektrisch unterstützt in die passende Position bringen, auf Wunsch können sie massieren oder in der Dynamik-Funktion dem Oberkörper in Kurven zusätzlichen Halt geben. All das dient größtmöglichem Reisekomfort.

          Instrumente

          Die Instrumente werden auf einem breiten Feld virtuell dargestellt, man muss das nicht mögen, modern ist es. In der Mitte der Armaturentafel zeigt der nicht minder große zweite Bildschirm den rechten Weg oder (im Stand) Videos oder Internetdienste an.

          Bedienung

          Die Bedienung fällt leicht, auch der Platz für den Wahlhebel der Automatik auf der rechten Seite des Lenkrads an der Lenksäule ist akzeptabel. Man gewöhnt sich schnell daran und denkt mit Freuden an den alten Strich-Acht aus Studententagen. So bleibt der Raum auf dem Mitteltunnel dem Kontroll-Drehsteller des Comand-Systems vorbehalten. Doch per Spracheingabe geht die Zielbestimmung noch schneller und einfacher. Unter Verständnisproblemen leidet das Linguatronic genannte System kaum noch.

          Komfort

          Die Raumverhältnisse sind wie erwartet großzügig. Der Beifahrer sitzt in Distanz, die Konversation ist jedoch dank des niedrigen Geräuschniveaus selbst bei hohem Tempo mühelos möglich. Der Fond lockt mit noch größerem Komfort. Das Plus an Länge (13 Zentimeter) beschert hauptsächlich die Passagiere im Fond.

          Vor allem der Executive-Sitz (1130 Euro) auf der rechten Seite macht der Business-Class Konkurrenz, obgleich er sich nicht völlig flach legen lässt. Dank einer erweiterten Lehnenverstellung bis zu 43 Grad Neigung bietet er eine erholsame Ruheposition, der Beifahrersitz wird nach vorn geschoben, um Platz für die Beinauflage zu schaffen. So gehört sich das für eine große Chauffeur-Limousine. Das nächste Mal schreiben wir vielleicht einen Mitfahrtbericht und genießen hinten die Sitzheizung (410 Euro) oder -klimatisierung (1055 Euro).

          Motor

          Doch auch der Fahrer darf gut leben. Der V8-Motor entfaltet seine Kraft nonchalant und trotzdem nachdrücklich, die 2,1 Tonnen schwere S-Klasse lässt sich mühelos in die Spur der Schnelleren einfädeln. Auf der Autobahn herrscht der Titan der Langstrecke mit seinem hohen Überholprestige.

          Die unverwechselbar geschwungenen Bänder des LED-Tagfahrlichts geben schon aus der Ferne Aufschluss über das Leistungspotential. Kategorisch wird die Leistung bei Tempo 250 km/h sanft abgeregelt. Nicht jedem gefällt das. Wir meinen, genug ist genug.

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