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Fahrtbericht Mercedes-Benz E 300 Bluetec Hybrid : Da staunt nicht nur der nette Nachbar

Mercedes E300 Bluetec Hybrid Bild: F.A.Z, Mercedes-Benz

Für die E-Klasse gibt es eine Hybrid-Variante. Endlich. Die Motorenkombination überzeugt. Ohne Anstrengung ist ein Verbrauch von sieben Litern machbar.

          4 Min.

          Den deutschen Autoherstellern wird immer noch nachgesagt, sie hätten die Entwicklung der Hybrid-Technik verschlafen. Das mag zwar stimmen, aber inzwischen haben sie mächtig aufgeholt, und sie haben den Vorteil, die vermeintliche Öko-Technik in Fahrzeugklassen anbieten zu können, in denen der Kunde gern den einen oder anderen Euro mehr ausgibt. Tatsächlich ist die Quote derer, die zu einem Hybrid-Auto greifen, bei allen deutschen Premium-Herstellern (Audi, BMW, Mercedes-Benz) so schlecht nicht. Wir sind gespannt, was passiert, wenn der Volkswagen Golf mit zusätzlichem Elektromotor zu haben ist.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Doch hier und jetzt geht es um die E-Klasse. Sie ist immer noch das Herzstück von Mercedes-Benz, und seit diesem Sommer haben die Stuttgarter endlich (neben der S-Klasse) auch in Sachen Hybrid etwas zu sagen: Denn statt der „konventionellen“ Lösung, einen Ottomotor mit einer E-Maschine zu verheiraten, wählen sie - ehrgeizig, wie sie nun mal sind - den schwierigeren Weg: Sie sehen einen Dieselmotor als schönere Braut. Das Triebwerk kommt aus dem E 250 CDI (2,2 Liter Hubraum, vier Zylinder, 150 kW/204 PS), es bietet ein schönes maximales Drehmoment von 500 Newtonmeter. Dazu kommt die elektrische Kraft aus einem Motor, der in die siebenstufige Automatik integriert ist. So gibt es weitere 20 kW (27 PS) und nochmals weitere 250 Nm Drehmoment.

          Eine kleine Batterie mit großer Wirkung

          Die Batterie zum E-Motor ist allerdings relativ klein, sie bunkert nur 0,8 kWh Energie, dafür nimmt sie auch wie die gesamte zusätzliche Technik kaum Platz weg. Der Lithium-Ionen-Akku (aus eigener Produktion) steckt im Motorraum, das zusätzliche Gewicht durch die Hybrid-Technik beträgt nur 100 Kilogramm. Einzige funktionale Einschränkung: Der Kofferraumboden steigt zur Rückbanklehne leicht an, das Volumen beträgt 505 statt 540 Liter, was immer noch mehr als ordentlich ist. Die Option, die Rückbanklehnen umklappen zu können, ist weiter gegeben. Übrigens, die E-Klasse ist zurzeit der einzige Hybride seiner Klasse, den es auch als Kombi gibt (T-Modell)

          Bilderstrecke

          Daimler wirbt für seinen Mercedes-Benz E-Hybrid mit plakativen 4,2 Liter Normverbrauch und einem CO2-Ausstoß von nur 109 g/km. (Im T-Modell sind es 4,4 Liter.) Wie so oft ist dieser Wert in der Praxis nicht zu erreichen, doch 6,9 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer im Alltagseinsatz ohne großartige Sparbemühungen sind für so ein großes Auto aller Ehren wert.

          Ein Auto, ganz Mercedes

          Und das Auto fährt sich angenehm. Ganz Mercedes eben. Nach dem Dreh mit dem Zündschlüssel passiert in aller Regel erstmal nichts. Nur das Wörtchen „ready“ (startbereit) erscheint in der Anzeige. Wenn nicht zu viel „Gas“ gegeben wird, rollt der Benz lautlos elektrisch los, auch rückwärts wird in aller Regel elektrisch gefahren. Da staunt der nette Nachbar von nebenan beim morgendlichen Einsteigen in seinen 5er-BMW und fragt ungläubig: „Gibt jetzt auch schon einen elektrischen Mercedes?“ So etwas macht einfach Eindruck und ist eigentlich nicht mit Geld aufzuwiegen. Nie konnte ein konservativer Mercedes-Benz-Fahrer besser zeigen, dass er die Zeichen der Zeit erkannt hat.

          Doch der Spaß ist schnell beendet. Bis maximal 35 km/h und höchstens einen Kilometer könne man rein elektrisch fahren, verspricht Mercedes-Benz. Doch in der Regel geht der Motor sofort an, sobald man schneller als Schrittgeschwindigkeit fährt. Dafür läuft die Dieselmaschine aber sanfter als im E 250 CDI. Die Hilfe des E-Motors macht es möglich, der Diesel muss sich nicht so sehr ins Zeug legen. Doch neben dem lautlosen Schleichen haben die Techniker der E-Klasse noch etwas beigebracht: Segeln.

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