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Fahrtbericht Mercedes-Benz E 300 Bluetec : Das ruhige Gewissen als sauberes Kissen

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Dem Zeitgeist voraus ist Mercedes mit dem E 300 Bluetec, in ihm arbeitet die modernste Abgastechnik der Welt. Der Diesel erfüllt schon heute Euro 6, und dabei gilt Euro 5 noch nicht. Aber alles hat seinen Preis, auch der hohe Verbrauch bei zügiger Fahrt.

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          BLUETEC wird bei Mercedes-Benz in ganz großen Lettern geschrieben. Dafür wird der Zusatz „DIESEL“ am Heck der E-Klasse gestrichen. Nun will Mercedes nicht das trennen, was die modernste Abgastechnik der Welt zusammengefügt hat, aber so viel Platz für Modellbezeichnungen bietet in ästhetisch befriedigender Form nicht einmal die E-Klasse: Der E 300 Bluetec entspricht technisch dem E 320 Bluetec, der unter dieser Bezeichnung in den Vereinigten Staaten verkauft wird, und der ist für Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber der „sauberste Diesel der Welt“.

          Aber das muss niemanden beunruhigen. Denn der Fahrer eines Bluetec-Diesels darf ein Technik-Ignorant sein. Seine Bemühungen um kommode Mobilität mit diesem Exemplar der E-Klasse können sich auf das Nachfüllen von Diesel und die gelegentliche Kontrolle der Schmierstoffmenge im Motor beschränken. Das ist alles.

          Gehöriger Aufwand um die Schadstoffe zu verringern

          Denn Bluetec arbeitet unsichtbar unter dem Bauch und unter der Haube des Autos. Der Fahrer merkt im Prinzip nichts davon. In Wirklichkeit wird aber gehöriger Aufwand zur Verringerung der Schadstoffe im Abgas getrieben, mehr als je zuvor in einem Diesel-Personenwagen.

          Dabei bemüht sich Bluetec insbesondere um die Reduzierung der Stickoxide. Denn das Kohlendioxid ist direkt abhängig von der Menge des verbrannten Kraftstoffs. Um die anderen Bestandteile des Abgases kümmern sich auch im Bluetec (in der Reihenfolge ihres Auftritts) diverse Systeme: Oxidationskatalysator, DeNOx-Katalysator, Partikelfilter, SCR-Katalysator.

          Rollende Chemiefabrik

          Der Clou dieser Bluetec-Reinigung offenbart sich im NOx-Speicher Katalysator: dort werden die im Diesel-Abgas hockenden Stickoxide eingesammelt und aufbewahrt. Wenn hier eine gewisse Menge eingelagert ist, meldet das ein Sensor an das Motormanagement.

          Das trifft dann sehr schnell die richtige Entscheidung: Der Motor wird für kurze Zeit mit einer höheren Kraftstoffmenge (fettes Gemisch) versorgt. Das hat zur Folge, dass bei der Behandlung des dann entstehenden Abgases direkt im NOx-Katalysator winzige Mengen von Ammoniak freigesetzt werden.

          Diese wiederum genügen für eine chemische Reaktion, mit der die Stickoxide vermindert werden. So arbeitet das Bluetec-System im E 320 Bluetec (in den Vereinigten Staaten) und im E 300 Bluetec, der hierzulande veräußert wird. Das System kommt in dieser Leistungs- und Fahrzeug-Gewichtklasse noch ohne den sonst (etwa im Lastwagen) nötigen Ammoniak-Behälter aus. Das Bluetec-System führt eine kleine Chemiefabrik mit sich, die den Vorteil hat, dass sie ohne Zutun des Fahrers läuft und Umsatz macht.

          Fünf Motoren zur Auswahl

          Der Sechszylinder im E 300 Bluetec sorgt mit jeweils drei Liter Hubraum bei fünf Versionen der E-Klasse für Vortrieb. Es gibt ihn im E 280 CDI mit 140 kW (190 PS) für 44.327 Euro (immer Classic-Version), im 280 CDI 4Matic ist er für 49.206 Euro mit Allradantrieb verbunden.

          Im 320 CDI gibt er 165 kW (224 PS) entweder auf die 7G-Tronic-Automatik für 49.742 oder für 52.122 Euro auf die Fünfgangautomatik in Verbindung mit 4Motion ab. Im E 300 Bluetec wurde die Leistung des mit Direkteinspritzung arbeitenden Diesel im Vergleich zu jener im E 320 auf 155 kW (211 PS) zurückgenommen.

          Motorklackern als Lied der Zukunft

          Für sehr sensible Fahrernaturen sind marginale Veränderungen in den Wesensäußerungen des Dieselmotors auszumachen. Das beginnt schon beim Kaltstart, der für moderne Selbstzünder eigentlich kein zeitraubender Vorgang ist. Vorgeglüht wird mit High-Tech und das in Sekundenbruchteilen – auch im Bluetec-Diesel.

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