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Fahrtbericht Mercedes-Benz E 220 : Jetzt in Jeans, aber mit Bügelfalte

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Die neue E-Klasse kommt lässig daher. Trotz der modernen Gestalt bringt sie viele Gene der Vorgänger-Generation mit, manche dagegen hat sie verloren. Der aktuellen S-Klasse kommt sie sehr nahe, das könnte den Erfolg der Stern-Marke sichern.

          Hoch war die Erwartungshaltung, als in diesem Frühjahr die neue E-Klasse von Mercedes-Benz debütierte. Für die Traditionalisten unter den Freunden der Marke schien der Wagen zu modern geraten, von vorn bis hinten ziehen sich Kanten und Ecken, an denen sie sich reiben. Dabei birgt die stramme Gestalt die Chance, über viele Jahre nichts an Attraktivität einzubüßen, sattsehen - so viel darf man glauben - wird sich an der Baureihe so schnell keiner. Den Einstieg in das große E markiert wie so oft ein Diesel-Modell. Der 125 kW (170 PS) starke E 220 CDI Blueefficiency kostet 41.591 Euro.

          Im Innenraum setzt sich die Liebe zur Kante fort, fast T-förmig schmiegt sich die Mittelkonsole an die horizontal ausgeprägte, mit feingemasertem Holzdekor warm und weich gestaltete Schalttafel. Der Instrumententräger informiert mit fünf Uhren über die Fahr- und Betriebszustände. Klar ablesbar sind sie alle, und wer weitere Details zur Navigation, zum Verbrauch oder den Grundeinstellungen der Fahrzeugelektronik erfahren möchte, kann sich diese über die Bedientasten am Multifunktionslenkrad auf die Anzeige im Mittelfeld des Tachos rufen.

          Auch die vielen Fahrerassistenzsysteme können über diese Funktion gesteuert werden. Der Müdigkeitswächter, von Mercedes-Benz Attention-Assist genannt, ist serienmäßig dabei, die Aufpasser für das Spurhalten und Überwachen des toten Winkels in den Außenspiegeln oder die Pre-Safe-Bremse, die Auffahrunfälle vermeiden oder deren Auswirkungen mindern sollen, kosten im Paket 2560 Euro Aufpreis.

          Der Blinker ist schwer zu betätigen

          Das Lenkrad ist nicht zu groß, es liegt trotz sanften Lederbezugs vielleicht eine Spur zu hart in der Hand. Die Bedienung entspricht den schnell verstandenen Standards in C- und S-Klasse, allein den Kombi-Hebel für Blinker und Scheibenwischer wünschten wir uns um einige Grad weiter nach oben versetzt.

          So aber fällt die Betätigung schwer, wenn die Hände in korrekter „Zehn-vor-Zwei-Stellung“ das Volant umfassen, besonders die Komfort-Blinkfunktion - leichtes Antippen des Hebels - ist beeinträchtigt.

          Ablagemöglichkeiten gibt es in ausreichender Zahl, angenehm ist die schmale, geteilte Papierablage im großen Handschuhfach. Die Türtaschen sind von eher kleinem Format, große Flaschen passen hier nicht hinein. Unter der Armlehne auf der Mittelkonsole wartet das Telefon auf die Verbindung mit der Bluetooth-Schnittstelle, auch ein Anschluss für iPod und ähnliche Musikmaschinen fehlt nicht.

          Leichtes Anschubsen für mehr Kofferraum

          Im Fond sind die Passagiere gut aufgehoben. Selbst bei weit nach hinten gefahrenen Vordersitzen bleibt genügend Raum für die Knie. Beachtliches Volumen bietet der Kofferraum. 540 Liter passen hinein, störend ist nur die Kante in etwa halber Tiefe, die den bis dorthin ebenen Boden unterbricht und in Richtung Rückbanklehnen um knapp zwei Zentimeter anhebt.

          Dafür versöhnt die Umklappfunktion der Sitzlehnen (517 Euro Aufpreis). Vom Kofferraum aus können sie über Bowdenzüge asymmetrisch geteilt entriegelt werden. Leichtes Anschubsen genügt, um sie in eine nahezu waagerechte Position nach vorn fallen zu lassen. Das steigert das Transportvermögen der E-Klasse ganz erheblich.

          Der Diesel schiebt die E-Klasse mächtig an

          Der Vierzylinder-Diesel springt unverzüglich und mit einem metallischen Hoppla an. Im Leerlauf klackert und rumort er auffällig, unter Volllast wird daraus ein vernehmliches Knurren, trotz Common-Rail-Einspritzung, die für gewöhnlich als sanft und leise gilt, ist der Selbstzünder des E 220 CDI eher ein Rauhbein - aber eines mit Kraft in den Knochen.

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