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Fahrtbericht Mazda6 Sport Kombi 2.0 MZR : Die reine Schönheit der Freude am Laden

  • -Aktualisiert am

Der Mazda6 präsentiert sich als schmuckes Gefährt mit hoher Alltagstauglichkeit Bild: Mazda

Obwohl sich das Auto aus Japan in Details manche Blöße gibt ist mit dem Mazda6 Sport Kombi doch ein höchst alltagstauglicher, technisch solider und sehr europäischer Wagen gelungen. Ein gutes Angebot.

          5 Min.

          Ein neues Auto ist immer ein Wagnis. Denn es bestimmt das Wohl und Wehe für mehrere Jahre - ein Mißerfolg ist bei dem komplexen Produkt Auto nicht auf die Schnelle auszugleichen. Mazda kennt beide Seiten des Erfolgs: Der 626 beispielsweise war in den achtziger Jahren über eine schöne Periode hinweg das beliebteste Importauto in Deutschland. Das kam nicht von ungefähr: Seine Karosserie war gefällig gezeichnet, die Technik solide und das Preis-Leistungs-Verhältnis vorbildlich. Nicht zuletzt mit ihm wurde der japanische Hersteller zu einer festen Größe im hiesigen Markt. Doch danach kam eine lange Durststrecke. Der Hersteller und mit ihm seine Produkte hatten einen eher konturlosen Auftritt, den allein der MX-5 nicht schärfen konnte. Das besserte sich erst, als das japanische Unternehmen unter die Führung von Ford kam. Und nun scheint die Wende endgültig geschafft: Der Mazda6 präsentiert sich als schmuckes Gefährt mit hoher Alltagstauglichkeit. Nach der Limousine mit einem 2,3-Liter-Ottomotor (27. August 2002) bewegte die Redaktion nun einen 2-Liter-Benziner mit mehr Platz in der Karosserie - als "Sport Kombi", wie ihn Mazda selbstbewußt nennt.

          Wir erschrecken bei dieser Bezeichnung immer: Zu häufig war die Erfahrung, daß ein solches "Sport-Auto" zwar das Heck eines dieser praktischen Kombinationskraftwagen zeigt, es aber vornehmlich schick ist und nicht viel Großkram schluckt. Doch hier ist es anders: Auch der Mazda hat zwar eine stark geneigte Heckscheibe, dennoch bietet der Kofferraum schon bei stehender Sitzbank 505 Liter Volumen. Legt man die Rückbank um und belädt dachhoch, kann das Ladevolumen auf äußerst beachtliche 1.712 Liter erweitert werden. Damit übertrifft der Mazda6 sogar den Konzernkumpanen Ford Mondeo Turnier, der auf 1.700 Liter kommt und damit bisher eine Spitzenposition in dieser Klasse einnahm. Zum Vergleich: Ein Alfa Romeo Sportwagon kommt auf 360/1.180, ein Audi A4 Avant auf 440/1.185 Liter. Das sind schon beträchtliche Unterschiede. Sehr durchdacht ist im Mazda das Umlegen der im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel geteilten Rücklehne konzipiert: Ein Knopfdruck löst einen ingeniösen Verschiebemechanismus der hinteren Sitzfläche nach vorn aus, auf der sich die Lehne mit angesetzten Kopfstützen senkt und eine vollkommen ebene Ladefläche hinterläßt. Diese Kapazität wurde bei einem kleinen Umzug gerne genutzt, dabei erfreute zudem eine mit 57 Zentimeter sehr niedrige Ladekante. Eine Gepäckraumabdeckung gehört zur Serienausstattung, sie ist leicht aus der Verankerung zu lösen; freilich wird sie nach dem Herausziehen von unten in die Gegenhalter gehakt, was ein genaueres Zielen erfordert als bei der weithin üblichen Bewegung von oben herab. Integriert ist zudem ein Trennetz, das sich in Dachnähe einhaken läßt; in eingerolltem Zustand jedoch nervte es mit lautem Knarrgeräusch, und in die Dachaufnahmepunkte ließ es sich nur mit sehr hohem Krafteinsatz bringen. Die Zuladung ist mit 475 Kilogramm ordentlich bemessen.

          Schöne Umgebung am Arbeitsplatz

          Auf den Fahrer wartet ein feiner Arbeitsplatz. Das Volant läßt sich sehr großzügig in Höhe und Weite verstellen, so daß sich eine vorzügliche Sitzposition ergibt. Die Fauteuils sind gut konturiert und geben selbst bei schnellerer Kurvenfahrt ordentlichen Seitenhalt. Auch gegen die Kopffreiheit kann keine Klage geführt werden. Die Instrumente liegen gut im Blick, alle Schalter und Drehknebel geben ein schönes Gefühl der Präzision. Der Kunststoff der Armaturentafel in imitierter Ledernarbung nimmt freilich gern Staub an: Nach den knapp vier Wochen, die der Mazda mit uns verbrachte, war Wischen angesagt. Inmitten des eintönigen Schwarz wirkt die metallisch schimmernde Kunststoffverkleidung der Mittelkonsole fast aufdringlich. Sie beherbergt eine etliche Anzahl von Druck- und Drehschaltern. Gleichwohl ist sie übersichtlich: Die Gestalter konnten über vergleichsweise viel Platz verfügen, und so gerieten die Bedienelemente der Klimaanlage und des Radios recht groß - was die Benutzung aber erleichtert. Die Klimaanlage arbeitet nachdrücklich, wenngleich nicht zugfrei, die Heizung bringt schon nach wenigen Kilometern eine angenehme Temperatur in den Innenraum.

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