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Fahrtbericht Mazda3 Sport : Die Zwischengröße mit Familientauglichkeit

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

So sieht die neue Mitte aus: Der stärkere Diesel befriedigt deutschen Leistungshunger und sein Name ist Programm. Trotzdem ist der flotte Mittelklassewagen durchaus als Familienkutsche zu gebrauchen. Gerold Lingnau und der Mazda3 Sport.

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          Wie groß sollte ein Auto sein, das sich familientauglich nennen darf? Der VW Polo und seine Wettbewerber sind dafür gewiss zu klein. Bei Golf und Konsorten kann man schon eher zustimmen, und beim Format von Audi A4, 3er-BMW und Mercedes C-Klasse gibt es dann keinen Zweifel mehr.

          Dazwischen klafft eine Lücke, und genau da hinein hat die zum Ford-Imperium gehörende japanische Marke Mazda ihr Modell 3 gesetzt: 4,42 (mit Stufenheck sogar 4,49) Meter lang und somit deutlich jenseits des Golf und sogar des etwas größeren Ford Focus, dessen Plattform es im Interesse der Konzern-Synergien nutzt.

          Die Rechnung geht freilich nicht so recht auf. Das Auto wirkt zwar kompakter als etwa ein 3er-BMW, der nur zehn Zentimeter länger ist, und zieht auch tatsächlich noch mit guten Chancen in die tägliche Suche nach ausreichenden Parklücken. Aber es wurde längst nicht so konsequent auf Volumenoptimierung getrimmt wie viele europäische Wagen und hat daher bei Innen- und Kofferraum keinen nennenswerten Vorsprung vor der Golf-Klasse.

          Leistungshunger der deutschen Kundschaft

          Da der Mazda3 seit vier Jahren am deutschen Markt ist und eine Modellpflege ihn 2006 nicht grundlegend verändert hat, sind seine Vorzüge - zu denen auch der recht gute Qualitätsruf der Marke zählt - hierzulande wohlbekannt. Im ersten Halbjahr 2007 kam er auf Rang 47 in der Zulassungsstatistik und war unter den Importautos aller Klassen die Nummer 18.

          Dazu trug gewiss sein flottes Äußeres bei: Nach dem Mittelklasse-Modell Mazda6 war er das zweite der Marke, das von ihrer rigorosen Designwende profitieren konnte. Am Markterfolg hat ebenso mitgewirkt, dass von Anfang an ein Dieselmotor im Programm war, der mit 1,6 Liter Hubraum und 80 kW (109 PS) den damaligen Ansprüchen vollauf genügte. Seither ist der Leistungshunger der deutschen Kundschaft aber nicht geringer geworden, und so handelte man nur konsequent, als man jetzt ein größeres Triebwerk aus dem Mazda6 - zwei Liter Hubraum, 105 kW (143 PS), Partikelfilter - in den Junior verpflanzte.

          Kürzere Übersetzungen hätten besser gepasst

          Hier macht der moderne Common-Rail-Motor eine tadellose Figur. Auf Anhieb überrascht er mit seiner für die Bauart nicht selbstverständlichen Drehfreude: Erst bei 5100 Umdrehungen je Minute wird er abgeregelt, und da er sich schon aus 900/min mit gutem Erfolg beschleunigen lässt (das Drehmoment-Maximum von 360 Newtonmeter wird bei 2000/min erreicht), steht ein ungewöhnlich breites nutzbares Drehzahlband zur Verfügung.

          Zu diesem Charakter des Motors und zur Bezeichnung „Sport“, die Mazda für die Schrägheckversion des 3 gewählt hat, hätten allerdings kürzere Übersetzungen der Getriebegänge besser gepasst. So muss der Fahrer zu recht häufigem Schalten bereit sein: keine allzu lästige Pflicht, denn es geht leicht und präzis vonstatten.

          Motorgeräusch geht im Windlärm unter

          Dabei kommen Fahrleistungen zustande, die den Namen Sport nicht desavouieren. In 9,6 Sekunden sprintet der Mazda3 2.0l MZR-CD (so das wenig attraktive Modell-Kürzel) aus dem Stand auf 100 km/h, eine knappe Sekunde weniger braucht er, um im 4. Gang von 50 auf 100 km/h zu spurten.

          Die oberste Stufe des serienmäßigen Sechsganggetriebes ist dagegen so lang übersetzt, dass sie im Stadtverkehr kaum in Frage kommt. Speziell auf der Autobahn ist sie umso nützlicher, denn selbst bei der Höchstgeschwindigkeit von 209 km/h - Werksangabe sind 203 km/h - muss die Kurbelwelle nur 3800 Mal in der Minute rotieren. Dabei geht das Motorgeräusch im insgesamt moderaten Windlärm unter, während es bei niedrigerem Tempo durchaus präsent ist.

          Bordcomputer gaukelt geringen Durst vor

          Nicht ganz so überzeugend ist die ökonomische Seite. Wir mussten im Durchschnitt 7,1 Liter je 100 Kilometer nachfüllen - das ist für ein Auto mit 1440 Kilogramm Leergewicht noch erträglich, doch in dieser Klasse auch kein Vorzeigewert.

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