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Fahrtbericht Maserati Quattroporte : Ein klingender Name voller zarter Härte

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Gran Turismo: Der neue Maserati Quattroporte Bild:

Der Maserati Quattroporte ist ein italienischer Sportwagen, der die Kultur des Gran Turismo pflegt. In den meisten ihrer Details wirkt die viertürige Limousine stilsicher.

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          Die fremde Sprache allein macht den Reiz nicht aus. Quattroporte ist zwar ein klangvoller Name, aber es beeindruckt mehr, wie der lange Wagen ins Bild eines Gran Turismo paßt, dessen schnappendes Kühlermaul und die nicht wirklich bösen Scheinwerferaugen von glühenden Nächten auf einsamen Landstraßen erzählen. Nahezu unvorstellbar, daß eine Marke wie BMW einen Wagen nach seiner Karosserieform benennen würde. Ein 5er-Viertürer will nicht klingen.

          Seit 1963 werden die Maserati-Limousinen aus der Emilia-Romagna nach der Zahl ihrer Türen benannt. Im vergangenen Jahr debütierte die fünfte Generation des Familien-Sportwagens, dessen motorische Heiserkeit und die von Pininfarina gezeichnete Karosserie mit leistungsbewußter Grandezza empfindsamen Menschen den Atem nehmen. Mit seiner Form wie aus einem Guß, mit ausgeprägt sportiven Genen und schmeichelndem Leder wirbt der Maserati Quattroporte um die Gunst jener Autofahrer, die sich ihre Neigung zu Individualität und den Wunsch nach Leistung 99 100 Euro und mehr kosten lassen können und wollen.

          Die Maserati-Limousine ist kein Wagen für weiche Helden wie Roger Moore oder Herbert Grönemeyer, der Quattroporte ruft nach dem jungen Sean Connery, Bruce Willis hätte vielleicht noch eine Chance, seine Botschaft zu verstehen. Die vorderen Kotflügel schwingen sich wie in alten Zeiten über 18 Zoll große Räder, ein stämmiger Hüftschwung über der Hinterachse inszeniert die sanfte Wildheit des süßen Lebens unter der Spanischen Treppe. Der Weg zum gestalterischen Erfolg kann so einfach sein.

          Mit kurzem Fauchen springt der V8-Motor an, er dreht im Leerlauf mit knappen Schlucken und atmet durch zusammengepreßte Lippen aus. Beeindruckend ist die Drehfreude des großen Aggregats, das automatisierte Getriebe verhindert mit rechtzeitigem Hochschalten, daß der Drehzahlbegrenzer aktiviert werden muß. Vor dem Auge erscheint die Boxengasse, die roten Ampellichter verlöschen, die Startautomatik heißt bei Maserati MDS und MSP (Maserati Dual Shift und Stability Program). 451 Newtonmeter Drehmoment fließen über die Kardanwelle zum Getriebe an der Hinterachse, sechs Gänge schalten der Reihe nach automatisch oder über die Tastenbefehle des Fahrers durch, nach 5,2 Sekunden huscht die 100-Kilometer-Marke vorbei, und irgendwo, fast am Ende der Skala, verharrt die Tachonadel nur wenig später. 275 km/h schnell soll der Quattroporte sein, wir glauben es und genießen die trotz gut zwei Tonnen Gesamtgewicht beeindruckende Agilität.

          Der Einstieg gelingt mühelos, die Türausschnitte sind üppig, ihr Öffnungswinkel ist tadellos, auch in den Fond gelangt man in würdevoller Haltung, obwohl die Karosserie nur 1,44 Meter hoch ist. Den Empfang bereitet ockerfarbenes, weiches Leder auf allen fünf mit Dreipunktgurten gerüsteten Plätzen. Das ist pflegeleicht und nimmt es dem kleinen Yannick nicht übel, daß ihm nicht ganz wohl war, als Papa die 294 kW (400 PS) auf der Fahrt durch den Apennin am lockeren Zügel hielt. Seitenhalt bieten die Sitze ausreichend, vorn und bei Ausstattung mit dem 7540 Euro teuren Executive-Paket auch hinten lassen sie sich elektrisch in die rechte Position rücken, das Lenkrad wandert auf gleiche Weise vertikal und axial in die gewünschte Position. Die Vielzahl der Knöpfe und Schalter verwirrt nur wenige Augenblicke, dann offenbaren sie dank zweifelsfreier Symbole ihre Funktion. Hübsch sind sie mit kleinen Chromringen eingefaßt, ebenso wie die runden Instrumente, deren Skaleneinteilung schick, aber nicht leicht abzulesen ist.

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