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Fahrtbericht Land Rover Freelander : Britisches Wohnzimmer mit scharfer Kante

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Der neue Land Rover macht sich auf den Weg in die bessere Gesellschaft und gefällt sich in der Rolle des seriösen Protagonisten in dieser Geländewagenklasse. Er zeigt sich mit opulentem Format, viel Komfort und hoher Traktion. Michael Kirchberger und der Freelander TD4 HSE.

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          Einem Land Rover begegnen manche Menschen mit einer Mischung aus Unverständnis und Zuneigung. Alle, die eine der älteren Ausgaben im Überholverbot auf der Landstraße vor sich haben, wundern sich, dass ein Auto so kantig und so langsam sein kann. Aber dann keimt Mitleid und es kommt die sehnsuchtsvolle Erinnerung an Daktari und jenseits von Afrika auf.

          Damit haben die jüngeren Land Rover nur noch wenig gemein und die modernen Ausgaben der britischen Ikonen-Marke sind zwar immer noch von Ecken und Kanten geprägt, aber weitaus flinker unterwegs. Zumindest dann, wenn nicht der scharfe Zahn im Maul eines putzigen Marders dem Vortriebsvermögen ein Ende bereitet.

          Wucht durch den Kühlergrill

          Der jüngst neu konzipierte Land Rover Freelander macht sich auf den Weg ins britische Oberhaus. Zwar sind weder Motor noch Preis von hohem Adel, wohl aber Ausstattung und Raumangebot. Für 42.650 Euro (mit Automatik) ist gut schnuppern am blauen Blut.

          War der Freelander bislang noch mit allerlei Radien rundherum versehen, so bemüht die zweite Generation des in der gehobenen Mittelklasse siedelnden Geländewagens die eher scharfe Linie. Er wirkt größer als der Vorgänger, vor allem der aluminiumbewehrte Kühlergrill verleiht ihm eine gewisse Wucht, die großen Klarglasscheinwerfer ziehen sich weit in die Flanken des Kotflügels.

          Kleine Lufteinlässe an den Seiten mit integrierten Blinkleuchten kennen wir vom neuen BMW M3, sie machen sich auch beim Freelander gut und geben ihm eine sportliche Note. Dass er es mit der Geländetauglichkeit ernst meint, zeigt der üppige Unterbodenschutz, der Motor und Teile der Radaufhängung bei Grundberührung vor ernsten Schäden bewahrt. Schnörkellos zieht sich die Karosserielinie zum Heck, von hinten betrachtet verliert der Land Rover eine gutes Stück an Eigenständigkeit, das Heck wirkt beinahe beliebig.

          Die Übersichtlichkeit erfreut

          Großes Kino dann am Fahrerplatz - der Instrumententräger ist fein aufgeräumt, die weißen Skalen von Drehzahlmesser und Tachometer lassen sich stets gut ablesen. Wuchtig hängt das zweifach verstellbare Lederlenkrad davor, es versperrt die Sicht nicht wirklich, ist aber mit den Fernbedienungstasten für Audioanlage und Telefon sowie der Bedienung des serienmäßigen Tempomaten gut belegt.

          Zentral sitzt wie ein Wappenschild die Mittelkonsole. Oben prangt der Farbmonitor des Navigationssystems (2050 Euro Aufpreis), das über Bildschirmberührung bedient wird. Darunter findet sich das üppige Tastenfeld der Telefonanlage, weiter unten die Regler der Klimaautomatik.

          Das alles wurde sehr sachlich gestaltet und ist für Fahrer wie Beifahrer gleichermaßen einfach zu bedienen, die Übersichtlichkeit erfreut. Auf der Mittelkonsole darunter sitzt der Wahlhebel des Automatikgetriebes, davor der Drehknopf, mit dem man den Allradantrieb auf verschiedene Geländebeschaffenheiten einstellt.

          Hitze durch die Glasdächer

          Dekoreinlagen aus Holz machen den Innenraum wohnlicher, und als Wohnzimmer kann man die großzügig geschnittene Kabine tatsächlich bezeichnen. Die Raumverhältnisse sind sehr großzügig, jedem Mitfahrer, selbst dem Passagier auf dem unbeliebten Mittelsitz im Fond, wird überdurchschnittlich viel Platz geboten.

          Die zwei Glasdächer lassen viel Licht ins Innere, allerdings taugen die Netzrollos, mit denen man sie bei sengender Sonne verdunkeln kann, nicht viel. Man wird zwar nicht mehr geblendet, die Wärmestrahlung kann auf Dauer aber trotz der gut funktionierenden Klimaanlage die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn treiben.

          Die Ladekante trainiert den Bizeps

          In den Kofferraum passen 755 Liter Gepäck, das ist mehr, als der Alltag verlangt, für die Urlaubsfahrt mit einem vollbesetzten Freelander sieht das jedoch anders aus. Einzig die in 81 Zentimeter gipfelnde Ladekante fordert Tribut und trainiert dabei den Bizeps.

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