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Fahrtbericht Kia Sportage : Wenn schon SUV, dann auch Allrad

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Wie die Zeit vergeht, auch für die koreanischen Marken: Der Sportage, Kias kleiner SUV, ist schon in dritter Generation am deutschen Markt. Er ist deutlich gewachsen, was gut für das Platzangebot ist, aber schlecht für die Sicht.

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          Der Sportage - wer erinnert sich noch? - war sogar einmal ein deutscher Koreaner: als die erste Modellreihe von 1995 bis 1998 bei Karmann in Osnabrück montiert wurde, immerhin fast 26.000 Stück für europäische Käufer.

          Die zweite Generation war 2007 mit einem Teil der Fertigung nach Europa zurückgekehrt, in das slowakische Kia-Werk in Zilina, in dem auch die dritte gebaut wird. Anders als der Vorvorgänger, der noch ein ziemlich rauher Geländewagen war, ist der seit August verkaufte Neuling ein SUV der heutigen Art, mit manierlichen Straßeneigenschaften, doch ohne große Lust auf wirklich schwieriges Terrain.

          Diese Domestizierung zeigt sich auch daran, dass er, wie inzwischen viele seiner Konkurrenten, nicht nur mit Allrad-, sondern auch mit Frontantrieb angeboten und zunehmend auch verkauft wird. Denn viele Kunden schätzen die - tatsächlichen oder vermeintlichen - Vorzüge der SUV-Karosserien, ohne Wert auf den Vierradantrieb zu legen.

          Bild: F.A.Z.

          Antrieb
          Beim aktuellen Sportage stehen nicht weniger als sechs Frontantriebs- den nur zwei Allrad-Versionen gegenüber. Dass Kia uns die teuerste, den 2.0 CRDi 4wd, vor die Tür gestellt hatte, war uns in diesem schneereichen Frühwinter nur willkommen.

          Über eine elektrohydraulische Lamellenkupplung wird hier das Drehmoment je nach Schlupf auf Vorder- und Hinterachse verteilt; auf trockener Straße bleibt es bei Frontantrieb, und bei ganz schwierigen Verhältnissen lässt sich mit einer Sperrtaste die Kraft in festem Verhältnis, je zur Hälfte, nach vorn und hinten leiten. Davon haben wir nicht Gebrauch machen müssen, denn der Koreaner kämpfte sich auch im normalen Allrad-Modus wacker durch die weiße Wüste.

          Kofferraum
          Während der erste Sportage mit 3,76 Meter Länge noch ein ziemlich kleines Auto war, gehört der heutige mit 4,44 Meter zur VW-Tiguan-Liga, also zur SUV-Mittelklasse. Das bringt auskömmlichen Nutzraum mit sich, angefangen mit 465 Liter Gepäckvolumen (unter Verzicht aufs Reserverad), das sich mit Umklappen der geteilten Rückbanklehne auf bis zu 1353 Liter vergrößern lässt - allerdings nicht sehr ladefreundlich, denn die entstehende Fläche ist nicht eben, die Bordkante liegt hoch, und an der geöffneten Heckklappe können sich größer Gewachsene den Kopf stoßen.

          Platzangebot
          Zum Einsteigen in den Viertürer muss ein sehr hoher Schweller überklettert werden, dann hat man es aber vorn wie hinten recht gemütlich, solange kein fünfter Mitreisender auf den wenig einladenden Mittelplatz der Rückbank reflektiert. Die Kopfhöhe leidet ein wenig unter der Anwesenheit von zwei - mit 900 Euro aufpreispflichtigen - Glasdächern (eines davon ein Schiebedach), genügt aber immer noch den meisten Ansprüchen.

          Instrumente
          Der Fahrer freut sich über ein Armaturenbrett mit Instrumenten, die besser ablesbar nicht sein könnten, und kämpft zugleich mit den schwierigen Sichtbedingungen, die ihm die gewollt moderne Form des Sportage auferlegt, mit abartig starken vorderen und mittleren Dachsäulen und einem zu kleinen Heckfenster.

          Dass diese Karosserie, wie geschehen, einen Design-Preis erhielt, zeigt die ganze Unbedarftheit derer, die ihn vergeben: Funktion zählt offenbar nicht mehr. Ärgerlich ist auch, dass man die Anzeigen des Bordcomputers nur mit einem entlegenen Taster umschalten kann - so etwas gehört in Lenkradnähe.

          Der berührungsempfindliche Bildschirm für die Navigation (1555 Euro, ein CD/MP3-Radio ist bei allen Sportage serienmäßig) ist hoch genug plaziert, die Schalter der manuell betätigten Klimaanlage sind in guter Griffweite; eine Klimaautomatik gibt es nur in der teuersten Ausstattungslinie Spirit. An Ablagen ist vorn wie im Fond kein Mangel.

          Fahrverhalten
          Viele SUVs sind Rüttler und Schüttler, doch der Sportage darf gelobt werden: für einen insgesamt angenehmen Federungskomfort, den nur die etwas trampelige Hinterachse mitunter schmälert. Weniger schön sind die Windgeräusche, die ab 120 km/h nicht mehr zu überhören sind.

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