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Fahrtbericht Kia Cee'd 1.6 EX : Ein weites Stück des Weges ist zurückgelegt

Bild: Hersteller

In Europa für Europa entwickelt und gebaut: der Kia Cee'd 1.6 EX. Kia hat ein durchaus überzeugendes Produkt auf die Räder gestellt. Große Schwächen hat die Schräghecklimousine nicht. Er kann in der hart umkämpften Golf-Klasse gut bestehen.

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          Die Alte Welt ist doch der Nabel der Dinge. Zumindest in Sachen Auto. Wie anders ist es zu erklären, dass ein koreanischer Hersteller wie Kia (gehört zum Hyundai-Konzern) sein neues Kompaktmodell nicht nur in Europa entwickelt hat, sondern es auch noch in Europa (im slowakischen Zilinia) bauen lässt? Offenbar glaubt man, so besser beim Kunden dazustehen als mit rein koreanischer Ware. Ob Opel weniger Antaras verkauft, nur weil der Geländewagen in Korea produziert wird? Sei's drum, wir nehmen das Auto so, wie es ist, und es ist gut.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das ist schlichtweg so. Kia hat schon ein weites Stück des Weges zurückgelegt, der es zu einem wirklich ernstzunehmenden Autobauer führen soll. Wir sind sicher, Kia wird dieses Ziel erreichen.

          Unbeholfenes Apostroph

          Dass der Name Cee'd mit seinem Apostroph etwas unbeholfen daherkommt, ist verziehen, kleine Schwächen müssen sein. Doch sonst überzeugte der von der Redaktion bewegte Kia mit 1,6-Liter-Motor (90 kW/122 PS) beinahe durch die Bank, was nicht heißen soll, dass es nicht noch Verbesserungspotential gibt. Kaum verbessern lässt sich zunächst das Garantiepaket, das dem Wagen mitgegeben wird: Fünf Jahre plus zwei weitere Jahre auf Motor und Antriebsstrang (oder 150 000 Kilometer) sind in der Branche einmalig und tun davon kund, dass die Koreaner von ihrem europäischen Auto überzeugt sein müssen.

          Nun, um zu überzeugen, braucht ein neues Auto zunächst eine Form, die viele anspricht, ohne irgendwo anzuecken. Hier holt der Kia die ersten Punkte. Er ist zwar nicht aufregend oder außergewöhnlich gestylt, sondern gefällig-sportlich. Aber vier Türen sind Serienausstattung, das praktisch schräge Heck machte vor 33 Jahren der VW Golf 1 salonfähig, heute ist es aus der Kompaktklasse nicht mehr wegzudenken. Mit einer Länge von 4,24 Meter hat der Cee'd das Format eines Golf von heute, wobei der Radstand von 2,65 Meter aufhorchen lässt: Das sind sieben Zentimeter mehr als im Klassenprimus.

          Großer Mensch sitzt bequem

          Tatsächlich sitzt es sich im Fond vorzüglich, selbst wenn ein großer Mensch am Volant arbeitet, kann man hinter diesem noch bequem logierenn. Und auch die Kopffreiheit im Fond lässt nicht zu wünschen übrig. Im Übrigen ist der Innenraum des Kia sehr wohnlich gestaltet. Unser EX war für 2410 Euro Aufpreis für zwei Ausstattungspakete praktisch zum TX geworden - bis auf die Leichtmetallfelgen und den Tempomaten, dafür hatten wir noch ein elektrisches Schiebedach, was sonst 550 Euro kostet. So sind die Sitze zumindest zum Teil mit Leder bezogen, die Mittelkonsole, in der die Bedienelemente für die Heizung, die Audioanlage und das Display des Bordcomputers untergebracht sind, ist mit schickem Aluminium-Imitat umrandet, die Instrumente sind weiß unterlegt. Alles ist sehr übersichtlich gestaltet, die Schalter sind dort, wo man sie erwartet. Optisch und haptisch ist kein großer Unterschied zu europäischen Autos festzustellen, sieht man von Golf und Audi A3 ab.

          Außerdem wirft der Cee'd als TX noch zahlreiche Nettigkeiten in die Waagschale, wie ein gekühltes Handschuhfach, elektrisch anklappbare Außenspiegel, einen Anschluss für einen MP3-Spieler, Lenkradtasten für das Bedienen des Radios oder ein Sonnenbrillenfach am Dachhimmel. Ein Audiosystem, elektrische Fensterheber vorne, Zentralverriegelung, Bordcomputer und ein verstellbares Lenkrad sind schon in der Basisversion Standard, bei EX gibt es obendrein elektrisch verstellbare Außenspiegel, Fernbedienung für die Zentralverriegelung, Alarmanlage, die Klimaanlage, vierfach elektrische Fensterheber, ein Lederlenkrad und beleuchtete Spiegel in den Sonnenblenden dazu. Und die Aufzählung ist noch nicht vollständig. TX bietet neben dem schon Erwähnten auch ein Navigationssystem (ohne Kartendarstellung), Parksensoren am Heck, Regensensor und Scheinwerfer, die nach dem Abstellen des Motors noch eine Weile weiterleuchten.

          Ausstattungstechnisch ist alles da

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