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Fahrtbericht Jeep Compass : Lässiges Leben und ein Hauch Abenteuer

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Die Marke hat nichts von ihrer Faszination verloren. Auch der weichgespülte Compass zeigt einen kantigen Charakter. Doch bessere Manieren und mehr Liebe zum Detail würden nicht schaden.

          4 Min.

          Keine andere Marke baut mehr Autos, deren erste Eigenschaften sich an Abenteuer und Allrad, an Lagerfeuer und Landlust sowie am Aufbruch, wann immer man will, orientieren. Jeep ist die Verbindung aus lässigem Lebensgefühl und puristischem Pragmatismus. Nur deshalb hat der neue Jeep Compass im Feld der modernen Kompakt-Geländewagen Chancen.

          Denn von Kerlen in Cowboystiefeln und Mädels mit Lederfransen an der Bluse konnte Jeep auf Dauer nicht leben. Das hatte man bei der seit 1987 zu Chrysler gehörenden Geländewagenfraktion längst erkannt, noch bevor sich Fiat im amerikanischen Konzernsitz Auburn Hills einkaufte. Deshalb entstanden moderne Varianten von Cherokee/Liberty und Grand Cherokee, der Jeep Patriot und sein Ableger Jeep Compass wurden ganz neu aufgelegt.

          Aufhängung
          Das Ende der starren Achsen vorn und hinten hat keiner bedauert. Die bringen zwar Vorteile im Gelände, aber für den Einsatz zwischen Bungalow und Büro eignet sich die im Jeep Compass eingesetzte unabhängige Aufhängung aller vier Räder deutlich besser.

          Sie sorgt für angenehme Restmengen von Federungskomfort, kann gleichwohl auf schlechten Wegstrecken gelegentliches Bocken und Rumpeln nicht verhindern. Das ist den rustikal ausgelegten Federungsraten geschuldet, die aber für ein weitgehend neutrales, eher untersteuerndes Kurvenverhalten und das Ausbleiben störender Seitenneigung zuständig sind.

          Bild: F.A.Z.

          Für das Fortkommen jenseits von Asphalt zeichnet der hauseigene Freedom Drive verantwortlich, eine elektronisch gesteuerte Kupplung, mit der die Motorkraft je nach Traktionslage zwischen Vorder- und Hinterachse (hier landen maximal 50 Prozent) aufgeteilt wird. Auf griffigem Untergrund wandern 95 Prozent der Motorleistung zu den Vorderrädern. Als Alternative gibt es den Compass auch nur mit Frontantrieb. Vom höheren Preis abgesehen, bietet Freedom Drive keine Nach- (Verspannungen beim Rangieren treten nicht spürbar auf), aber viele Vorteile: Höhere Fahrsicherheit und bessere Traktion konnten wir auf rutschigen Waldwegen mit Erlaubnis der Frau des Försters erfahren.

          Ausstattungsvarianten
          Vom Jeep Compass gibt es vier Antriebs- und zwei Ausstattungsvarianten, man kann sich zur recht kompletten Serienausstattung noch „Pakete“ mit manchen Annehmlichkeiten gönnen. Zudem hat man die Wahl zwischen zwei Benzin- und einem Dieselmotor, der in zwei unterschiedlichen Leistungsstufen zu haben ist.

          Motor
          Die billigste Variante mit Frontantrieb kommt auf 25.200, der teuerste Compass auf 31.800 Euro. Dann hat er wie unser Testwagen einen zeitgemäßen Vierzylinderdiesel mit Common-Rail-Einspritzung unter der Haube, der prachtvoll aus niedrigen Drehzahlen durchzieht, aber sonst ein knurriger Kerl ohne Manieren ist.

          Getriebe
          Freilich darf diese Unhöflichkeit wie manches andere Unbill im Compass dem noch immer ausreichend urigen Jeep als Charaktereigenschaft gutgeschrieben werden. Das gilt auch für das knochig zu schaltende Sechsganggetriebe (eine stufenlose CVT-Automatik gibt es nur für den stärkeren Benziner) und eine Fußbremse, die sich nach hartem Tritt sehnt und dazu neigt, nach stärkerer Beanspruchung einen noch höheren Druck aufs Pedal zu fordern. Recht präzise geht die Servolenkung ans Werk, sie arbeitet auch nicht zu leichtgängig.

          Verbrauch
          Die mit dem neuen Diesel möglichen Fahrleistungen gehen ebenso in Ordnung wie seine Verbrauchswerte. Eher unwichtig ist die maximale Geschwindigkeit, immerhin kann man sich auf langen Strecken bei 140 bis 160 km/h bequem einrichten, und da hält sich der sonst mit heftigem Getöse aufwartende Selbstzünder auch hinsichtlich der Lautstärke zurück. Ähnliches gilt für den Verbrauch.

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