https://www.faz.net/-gya-16uft

Fahrtbericht Hyundai ix35 : Abschied vom Wilden Westen

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Tucson, Arizona: Diese Stadt war bisher der Taufpate des kleinsten SUV von Hyundai. Sein Nachfolger heißt, völlig gesichtslos, ix35. Wer ein modisches, aber im Kern grundsolides SUV sucht, ist gut bedient.

          4 Min.

          Wenn Namen keine Geschichten mehr erzählen dürfen, verlieren auch ihre Träger an Profil. Aber Hyundai aus Korea ist offenbar finster entschlossen, sein Programm von vorn bis hinten mit sterilen Kombinationen von Buchstaben und Zahlen zu benennen. i10 bis i30 gibt es schon, und auch beim Dreigestirn der SUVs dieser Marke hat nur noch das mittlere, der Santa Fe, bisher seinen Namen behalten, während das größte, in Amerika als Veracruz bekannt, bei uns als ix55 Käufer suchen muss.

          Der ix35 ist jedenfalls der jüngste und neueste des Trios, und mit seinen 4,40 Meter Länge begibt er sich auf ein Terrain, auf dem Wettbewerber wie VW Tiguan, BMW X1, Toyota RAV4 oder Ford Kuga erst einmal bezwungen werden müssen.

          Aber Koreaner haben Geduld, und dem ix35 kommt immerhin zugute, dass er ein echter Europäer ist: im Rüsselsheimer Designzentrum von Hyundai entworfen, im slowakischen Zilina gebaut. Dass er dazu noch der neuesten SUV-Mode folgt - die Rundungen seiner Karosserie sind mit etlichen charakterbildenden Sicken im Blech garniert -, kann seine Karriere ebenfalls beflügeln. Dem Trend folgend, lässt man den Käufer zwischen Versionen mit Front- und Allradantrieb wählen, und schließlich ist auch der Preis attraktiv: beginnend bei rund 21.000 Euro.

          Preis
          Wer freilich alles will, einen starken Dieselmotor, Allrad und eine schon fast luxuriöse Ausstattung, muss zum 2.0 CRDi 4WD mit 135 kW (184 PS) greifen und für die Ausführung Premium nach Liste mindestens 30.590 Euro bezahlen. Im Fall unseres Wagens kamen dann für 1450 Euro noch ein sechsstufiges Automatikgetriebe hinzu, ein Navigationssystem mit Farbbildschirm und Rückfahrkamera für 1720 Euro und die fast unumgängliche Metallic-Lackierung für 480 Euro - nur Weiß ist ohne Aufschlag zu haben.

          Zum Basispreis eines ähnlich motorisierten BMW X1 mit Automatik bleibt dann aber immer noch ein Vorteil von rund 2500 Euro, und ausstattungsbereinigt hat auch ein passender VW Tiguan pekuniär keine Chance gegen den Koreaner.

          Motor
          Der Zweiliter-Vierzylinder-Diesel ist eine Neukonstruktion, die es im ix35 auch mit 100 kW (136 PS) gibt, mit Piezo-Einspritzventilen, wartungsfreiem Partikelfilter und zwei Ausgleichswellen auf der Höhe der Zeit. Er läuft angenehm ruhig, nagelt nur kalt ein bisschen und zeigt sich - beim Leergewicht des Wagens von fast 1,7 Tonnen auch notwendig - als kraftvolle Antriebsquelle.

          Beschleunigung und Schaltung
          Die Höchstgeschwindigkeit von genau 200 km/h kann sich ebenso sehen lassen wie die 9,1 Sekunden, die für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h vergehen. Die Sechsgang-Automatik arbeitet unauffällig (eine leichte Anfahrschwäche kann sie allerdings nicht ganz vertuschen), manuelles Schalten ist in einer separaten Gasse des Wählhebels möglich. Auch vom Allradantrieb spürt man außerhalb des Winters wenig.

          Allradantrieb
          Die Hinterachse wird zugeschaltet, sobald vorn Schlupf entsteht, und bekommt dann bis zu 50 Prozent des Drehmoments zugeteilt; man kann sie aber auch - bis knapp 40 km/h sogar in Fahrt - per Schalter um permanente Hilfe bitten. Zudem ermöglicht eine Bergabfahrkontrolle das Bewältigen steiler Gefälle mit maximal 8 km/h.

          Damit ist der ix35 zwar noch kein Geländewagen, doch jenseits des Asphalts mit 17 Zentimeter Bodenfreiheit und 50 Zentimeter Wattiefe jeder Limousine überlegen.

          Verbrauch
          Und das zu vernünftigen Konditionen, was den Verbrauch betrifft: 8,7 Liter je 100 Kilometer waren unser Durchschnitt, als Mittel zwischen weniger als 8 Liter bei ruhiger Landstraßenfahrt und 10,5 Liter bei schneller Autobahnreise.

          Der Tank - Inhalt 58 Liter - dürfte aber gern ein wenig größer sein. Zur Automatik gehört ein mit Knopfdruck zu wählender Eco-Modus, der den ix35 arg sediert und auf etwa 140 km/h beschränkt, aber den Fahrer auch mit deutlichem Spritsparen belohnt: sinnvoll, wenn man's nicht eilig hat.

          Weitere Themen

          Nissan Leaf Video-Seite öffnen

          Fahrbericht : Nissan Leaf

          Nissan bietet sein Elektroauto jetzt auch mit größerer Batterie und 217 PS an. Das wirkt. Aber die unnötig lange Ladezeit und der Komfort enttäuschen.

          Topmeldungen

          Darf´s ein bisschen mehr sein? Wenn es nach ARD und ZDF geht, gilt das für den Rundfunkbeitrag immer.

          Gutachten zu Finanzen : Gehälter bei ARD und ZDF sind zu hoch

          Die Finanzkommission Kef schlägt vor, wie hoch der Rundfunkbeitrag sein soll. Sie prüft, wofür die Öffentlich-Rechtlichen Geld ausgeben. Jetzt stellt die Kommission fest, die Gehälter bei ARD und ZDF seien zu hoch. Besonders bei einigen Sendern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.