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Fahrtbericht Hyundai i20 : Mit viel Grandezza in der kleinen Klasse

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der kleine i20 erinnert von außen an gängige Kleinwagengestalten. Doch innen treibt Hyundai hohen Technikaufwand. Und die Ausstattung lässt sich fast auf das Niveau der nächsthöheren Klasse heben. Das hat freilich seinen Preis.

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          Nicht Geiz, sondern sexy Formate schärfen die Lust an der Mobilität. Beim Raumangebot ist Sparsamkeit angesagt, der Gedanke der Reduzierung ist charmanter denn je. Das gibt - neben allen wirtschaftlichen Anreizen - Autos wie dem Hyundai i20 Auftrieb.

          Der eben erschienene Kleinwagen koreanischer Provenienz erfreut mit einer gefälligen Form und einem günstigen Basispreis. Die mittlere Benziner-Motorisierung, ein 1,4-Liter-Vierzylinder, leistet 74 kW (101 PS), für wenigstens 15 030 Euro rollt der Wagen in der ebenfalls mittleren Ausstattung Comfort vom Händlerhof. Das ist nicht wenig Geld.

          Aufgeräumt und vielbeknopft

          Die Form des 3,94 Meter langen Wagens erinnert an gängige Kleinwagengestalten: Opel Corsa und Mazda2 werden beim Betrachten des kleinen Hyundai in Erinnerung gerufen. Innen herrscht solide Aufgeräumtheit. Stoffeinlagen in den Türverkleidungen machen das Gehäuse wohnlich, die anthrazitfarbenen Materialien wirken nicht mal trist, da knallrote Stoffbahnen in den Sitzflächen für Kontraste sorgen.

          Die Mittelkonsole ist vielbeknopft, eine leise Unsicherheit stellt sich bei der Bedienung ein. Hier hat das CD-Radio seinen Platz, ebenso die Steuereinheit für Heizung und Klimaanlage. Darüber zeigt ein kleiner monochromer Monitor die Daten der Reise, auf Knopfdruck geht es durch die Werte über Reichweite, Durchschnittsverbrauch oder Fahrzeit. Hier gilt, dass die „Trip-Taste“ zwar übergroß dimensioniert ist, aber am falschen Ort sitzt, zu weit entfernt vom Fahrer.

          Stoische Ruhe im fünften Gang

          Das Lenkrad ist nicht sonderlich griffsympathisch, bietet Fernbedienungsmöglichkeit für das Audio-System und hat ein angemessenes Format. Die Lenkung selbst ist leichtgängig und nicht sehr genau, das Gefühl für die Fahrbahnbeschaffenheit jedenfalls stellt sich nicht wirklich ein. Wie ein Filter schiebt sich die Servounterstützung zwischen Rad und Fahrer. Leichtes Verhärten ärgert beim schnellen Rangieren, dabei kommt die elektrische Unterstützung nicht so schnell in die Gänge.

          Der Vierzylinder springt munter an, er leistet sich keine akustischen Auffälligkeiten außer einem satten Dröhnen bei Höchstleistung. Seine Reaktion auf das Gasgeben ist spontan, er wirkt wach und agil. Was allerdings nicht automatisch zu souveränen Fahrleistungen führt.

          Um den Beschleunigungsvorgang jenseits von 120 km/h in akzeptablen Zeiten zu bewältigen, ist das Zurückschalten in den vierten der fünf Gänge empfehlenswert, sonst ließe sich der i20 kaum aus der fast stoischen Ruhe beim Vorwärtsdrang bringen. Bei geringerem Tempo dagegen überrascht der 1,4-Liter-Motor mit angenehmer Durchzugskraft, Landstraßenfahrten lassen sich angenehm zügig gestalten.

          Quietschende Reifen und durchdrehende Räder

          Das Wechseln der Gänge gelingt mühelos, um die Präzision der Mechanik aber steht es nicht zum Besten, nicht selten verliert sich der Fahrer in der opulent ausgeführten Kulisse der Schaltung. Mangel an Harmonie ist obendrein der Zusammenarbeit zwischen Kupplung und Gaspedal zu attestieren.

          Schon der sanfte Druck auf den Akzelerator führt zu heftiger Drehzahlsteigerung, der i20 prescht dann ungewollt heftig nach vorn, manchmal quietschen gar die Reifen, bei nasser Fahrbahn drehen die Räder trotz Traktionskontrolle gern ein bisschen durch, was bei 101 PS nicht unbedingt verwundert.

          Will der Fahrer eleganter Fahrt gewinnen, läuft er Gefahr, den Motor abzuwürgen. Hier sollte der Hersteller unbedingt nachschärfen, zumal der i20 als prädestinierter Stadtwagen gerade diese Disziplin beim stockenden Verkehr und dem Ampelstart tadellos beherrschen sollte.

          Heftiger Expresszuschlag

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