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Fahrtbericht Hyundai i20 : Die Grenze der Sparsamkeit

  • -Aktualisiert am

Bild: Hersteller

Der Kleinwagen aus Korea könnte Verbrauchskönig sein. Der Norm nach benötigt er nur 3,2 Liter Diesel. Aber wer will selbst kurze Strecken jenseits der Komfortzone zurücklegen?

          Autos aus Südkorea haben sich in den vergangenen Jahren zu ernsthaften Konkurrenten der etablierten Marken aus Japan und Europa entwickelt. Ihre Paradedisziplin: Ausstattung und Preisgestaltung.

          Dass sie obendrein formal gut dastehen und ihre Hersteller längere Garantien als jeder andere gewähren, mag die Verkaufserfolge ihrer Importeure hierzulande erklären.

          Preis-Leistungs-Verhältnis

          Der Hyundai i20 lehrt derzeit dem Wettbewerb das Fürchten. Das Basismodell mit dem 1,1-Liter-Dreizylinderdiesel ist der wohl sparsamste Kleinwagen auf dem Markt. Er verbraucht nach Norm 3,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer und kostet 14.630 Euro. Dafür gibt es nicht viel an Ausstattung, immerhin aber vier statt zwei Türen, die in anderen Versionen mit 700 Euro extra bezahlt werden wollen.

          Der Haken des Knauserers: Wer eine Klimaanlage wünscht, muss zur 16.380 Euro kostenden Trend-Ausstattung greifen. Das Mehr an Gewicht und die Klimaanlage fordern ihren Tribut: 3,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer sind dann der Normwert. Und noch mehr Geld ausgeben lässt sich auch: für weitere 2200 Euro gibt es feine Dinge wie Sitzheizungen vorn und eine Rückfahrkamera.

          Design

          Fürs Geld bekommt man einen Kleinwagen mit harmonischer Linienführung, polarisieren wird der Hyundai im Geschmack wohl kaum. Das birgt die Gefahr, dass man sich an den Formen schnell satt sieht. Macht aber nichts, der Nachfolger wird schon im Verborgenen gezeichnet, die koreanischen Marken haben sich zu Meistern der schnellen Modellwechsel entwickelt.

          Innenraumdesign

          Der Innenraum empfängt mit den gewohnten Anthrazit-Tönen und aufhellenden Kunststoffintarsien, die sogar ein bisschen wie Aluminium aussehen. Die Schalttafel ist aufgeräumt, alle Bedienungselemente sind daher leicht und intuitiv zu finden. Die Rundinstrumente - Tachometer und Drehzahlmesser - lassen an Ablesbarkeit nichts zu wünschen übrig, im Handschuhfach fände ein früher geschätzter Straßenatlas aus dem Hause Shell Platz. Die Ablagen sind großzügig bemessen und verteilt, Ordnung halten fällt leicht.

          Sitze

          Die Sitze haben einen ansprechenden Bezug und lassen sich leicht besetzen. Sie geben aber wenig Halt in Kurvenfahrten. Und sie entpuppen sich zu allem Überfluss als unbequem. Ist die Schaumstoffpolsterung nach vielleicht 30 Kilometer durch die Körperwärme oder mit Unterstützung der Sitzheizung auf Betriebstemperatur gekommen, wird sie weich. Zudem drückt eine üble Lehnenkante direkt auf das Steißbein, sie fühlt sich an wie eine defekte, weil heruntergerutschte Lordosenstütze. Schon deshalb lässt sich dem i20 eine nur eingeschränkte Mittel- oder Langstreckentauglichkeit attestieren.

          Kofferraum

          Der Platz auf der Rückbank ist knapp, in den Kofferraum passen 295 bis 1060 Liter, was ein recht ordentliches Volumen darstellt. Auch das asymmetrische Umklappen von Sitzflächen und Lehnen der Rückbank lässt sich im Handumdrehen erledigen, beim Beladen stört einzig die wuchtige Kante, die sich mehr als eine Handbreit hoch wie eine Barriere vor dem Kofferraum aufbaut. Der Blick unter den einfach geratenen Bodenteppich weist eine ordentliche Verarbeitung nach.

          Geräusche

          Per Startknopf wird der Dreizylinder zur Schicht gerufen. Er nagelt los wie der Dachdecker vor dem heraufziehenden Unwetter. Unruhig und akustisch auffällig murrt der kleine Selbstzünder vor sich hin, lieb gewonnen haben wir so die serienmäßige Start-Stopp-Automatik. Sie sorgt während der Rotphase an der Ampel für angenehme Ruhe. Währenddessen zählt eine Stoppuhr im Multifunktions-Display zwischen den Instrumenten wie drohend die Sekunden, bevor der Rabauke unter der Haube wieder für Vortrieb sorgen muss.

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