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Fahrtbericht Hyundai i10 : Hyundais Kleiner wird erwachsen

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der Hyundai i10 ist im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich gewachsen. Damit gehört er zu den Größten unter den Kleinen. Auch im Komfort hat er ordentlich zugelegt.

          4 Min.

          Früher dachten neun von zehn Menschen gleich ans Sparen, wenn sie von Kleinwagen sprachen. Man braucht keinen großen Komfort für die Zehn-Minuten-Fahrt zum Arbeitsplatz oder in den Supermarkt.

          Doch der Anspruch hat sich gewandelt. Lieber eine Klasse niedriger einsteigen, dafür aber die Preisdifferenz in Annehmlichkeiten wie Klimaanlage und Infotainment anlegen. Dann wird selbst die Kurzstrecke zum Erlebnis.

          Hyundai geht mit dem im vorigen Herbst erneuerten Kleinwagen i10 genau diesen Weg. Die Basisversion des immer als viertüriger Schrägheckwagen gelieferten Stadtflitzers gibt es schon für knapp weniger als 10.000 Euro, wer noch mal 3000 Euro investiert, bekommt einen komplett ausgestatteten und sehr alltagstauglichen Kleinen, in dem man sich auch vor längeren Fahrten nicht fürchten muss.

          Design

          In der Gestaltung haben die Koreaner alles richtig gemacht. Der i10 wirkt größer, als er mit seiner Länge von 3,67 Meter ist. Verglichen mit dem Vorgänger, hat er um acht Zentimeter zugelegt, der längere Radstand schafft innen beinahe großzügige Verhältnisse. Die Linien sind stimmig, der übergroße Lufteinlass vorn gibt ihm die Statur eines Leichtathleten. Niedlich wirkt er indessen immer noch.

          Innenraumgestaltung

          Das Interieur gewinnt durch vollflächige Verkleidungen und eine farblich abgesetzte Schalttafel. Bis hin zu den Textilbezügen der Sitze, die mit guter Beinauflage und üppigen Verstellwegen für Fahrer und Beifahrer nicht nur guten Komfort bieten, wenn es geradeaus geht, wird Wert auf Kontraste bei der Farbwahl gelegt.

          Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet, die Instrumentierung reichhaltig und klar ablesbar. Alle Primärfunktionen wurden weit oben angeordnet und sind leicht sowie intuitiv bedienbar, weiter unten finden sich dann ebenso zahlreiche wie gut bemessene Ablagemöglichkeiten. Einzig ein Navigationssystem gibt es nicht ab Werk, hier muss der i10-Chauffeur auf eine Nachrüstlösung zurückgreifen.

          Spitzenausstattung

          Dafür verwöhnt die Spitzenausstattung Style mit allen anderen Funktionen, die das Reisen angenehm machen. Die Sitze lassen sich beheizen, und sogar das lederbezogene Lenkrad wird bei Bedarf elektrisch auf Temperatur gebracht.

          Das war bisher nur im Opel Adam oder in Limousinen der oberen Klassen zu finden. Wer unter den wenigen angebotenen Sonderausstattungen für 1090 Euro das Premiumpaket wählt, bekommt eine automatische statt der manuell einzustellenden Klimaanlage, dazu das schlüssellose Zugangssystem und einen Startknopf, mit der die 1,2 Liter große Vierzylindermaschine zum Leben erweckt wird.

          Platzangebot

          Das Platzangebot kann überzeugen. Vorn herrscht trotz der im engen Parkhaus angenehmen Breite von nur 1,66 Meter keine Raumnot, und hinten gelingt der Einstieg dank weit öffnender Türen mühelos. Selbst die Kopffreiheit im Fond geht für einen Kleinwagen mehr als in Ordnung, obwohl der Hersteller aus Gründen des Luftwiderstands die Wagenhöhe im Vergleich zum Vorgänger um rund drei Zentimeter verringert hat.

          Der Beinkontakt zu den Rückseiten der Vordersitzlehnen lässt sich nicht vermeiden, doch selbst wenn ein großgewachsener Fahrer am Lenkrad hockt, bleibt die Kniefreiheit für die Rückbankpassagiere überdurchschnittlich.

          Kofferraum

          252 Liter Kofferraumvolumen hat der i10, damit wird er zum Klassenprimus. Das einfache Umklappen der Rücksitzlehnen steigert den Stauraum sogar auf 1046 Liter, auch in dieser Disziplin hat der in der Türkei gebaute koreanische Wagen die Nase vorn. Unter der Bodenplatte warten weitere Fächer auf Beladung, die Ladekante ist erfreulich niedrig, Netze halten das Gepäck in Kurven sicher am Platz.

          Motor

          Der 1,2-Liter-Benziner ist der kräftigere der beiden angebotenen Motoren im kleinen Hyundai. Er brummt nach dem Druck auf den Startknopf munter los und ist deutlich laufruhiger als sein kleinerer Kollege, der nur mit drei Zylindern auskommen muss. Von der Drehmomentspitze (121 Newtonmeter bei 4000 Umdrehungen in der Minute) sind keine Wunder zu erwarten, und doch legt sich der mit vier Ventilen in jedem Brennraum arbeitende Motor mächtig ins Zeug.

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