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Fahrtbericht Honda CR-Z : Hybrid muss nicht immer nur Öko sein

Bild: F.A.Z., Hersteller

Das kleine Coupé von Honda schmeckt so gar nicht nach Verzicht und Enthaltsamkeit. 14 elektrische Zusatz-PS helfen sparen oder sorgen für ein schnelleres Fortkommen. Leider nicht immer. Denn die Batterie macht bei sportlichem Fahren schnell schlapp.

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          Aus diesem kleinen Auto wird keiner so recht schlau: Der Honda CR-Z ist auf den ersten Blick eines jener knapp geschnittenen Coupés, das junge Menschen in erster Linie durch sein Äußeres begeistern soll.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Wahl soll nicht auf einen praktischen Polo oder Ähnliches fallen, sondern für durchaus günstige 21.990 Euro (Basispreis) auf ein unpraktisches, zweisitziges Fortbewegungsmittel, das nach Sportwagen schmeckt und dazu noch mit dem zweigeteilten Heckfenster und kessem Knick am Heck an den unvergessenen Honda CR-X aus den neunziger Jahren erinnert.

          Auto fahren soll noch Spaß machen dürfen, und gegen den ersten Anflug eines schlechten Gewissens, das Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr gegen einen Leasingvertrag für den CR-Z getauscht zu haben, hilft die zweite Maschine, die der Honda an Bord hat. Denn neben dem eher langweiligen Insight und dem Civic Hybrid ist der CR-Z Hondas drittes Hybrid-Modell, wobei der 10-kW-Stromer ausschließlich als Hilfsaggregat zu Werke geht. Der CR-Z kann keinen Zentimeter rein elektrisch fahren. Honda nennt diese Technik IMA (Integrated Motor Assist), man spricht von einem „milden“ Hybriden, wenn es allein um das Unterstützen geht - wie zum Beispiel in den Hybrid-Versionen des 7er-BMW und der Mercedes-Benz S-Klasse.

          Bild: F.A.Z.

          Motor
          Selbstverständlich spielt der Honda in einer ganz anderen Liga. Er ist fast einen Meter kürzer (4,08 Meter) und hat nur einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 84 kW (114 PS), die mit dem E-Motor verstärkt werden können. Ungewöhnlich für einen Hybriden, für ein per se sportliches Auto aber unerlässlich, ist eine manuelle Schaltbox, die sechs Gänge bietet, die sich kurz und knackig einlegen lassen. Das macht dem Jüngling richtig Spaß.

          Fahrprogramme
          Er wird sich auch am Startknopf erfreuen (aber zuvor muss der Zündschlüssel ganz konventionell gedreht werden) und an den Lichterspielen, zu denen das Instrumenten-Bord fähig ist. Das ist fast wie zu Hause an der Playstation: Rot, Grün und Blau sind als Hintergrundbeleuchtung möglich, je nachdem, welches Fahrprogramm gewählt ist oder welcher Fahrstil an den Tag gelegt wird.

          Bei Grün fährt man sparsam, bei Rot sportlich und bei Blau „normal“. Dazu kann man sich auf dem Display des Bordcomputers noch Bäumchen wachsen lassen, als Belohnung für sorgsamen Umgang mit Kraftstoff. Das sind alles Spielereien ohne wirklichen Nährwert (und mit dem Nachteil, dass bei blauer Beleuchtung oft das Fernlicht-Warnlämpchen übersehen wird), wichtig ist das Resultat.

          Verbrauch
          Schauen wir uns zunächst den Kraftstoffbedarf an: Angegeben ist das Coupé mit einem Normverbrauchswert von 5,0 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer. Diesen konnten wir wieder einmal nicht erreichen, im Gegenteil. 7,2 Liter Super auf 100 Kilometer im Schnitt sind nicht wenig. Zur Ehrenrettung des Honda müssen wir jedoch vermerken, dass wir den Wagen während der sehr kalten Wochen im Dezember bewegten. Es war meist frostig, so dass das Start-Stopp-System fast nie seine positive Wirkung entfalten konnte (alle gängigen Systeme werden bei Temperaturen unter Null außer Funktion gesetzt, um die Batterie zu schonen). Absolut gesehen sind 7,2 Liter immer noch relativ wenig, da ist auch der 40-Liter-Tank kein Nachteil.

          Batterie
          Von Nachteil sind die zwei Gesichter, die das Motorsystem des Honda an den Tag legt: eines mit der Hilfe des E-Motors und eines ohne. Denn die Nickel-Metallhydrid-Batterie kann nicht genügend Saft speichern, um den Motor immer zu unterstützen.

          Wer eher zurückhaltend fährt und nur hin und wieder einen Zwischenspurt einlegt, wird das gar nicht bemerken. Wer aber eher fordernd unterwegs ist, stößt schnell an die Grenzen der Batterie. Und dann sind die Zusatz-PS an der langen Autobahnsteigung plötzlich weg, ein deutlich spürbarer Leistungsabfall.

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