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Fahrtbericht Honda Accord 2.2i-CTDi Executive : Der Diesel-Debütant verdient sich gleich Applaus

  • -Aktualisiert am

Honda Accord 2.2i-CDTi: „Japaner” mit Dieselkompetenz Bild:

Honda gehört wie BMW zu den Automobilherstellern, die ihr Renommee in erster Linie von ihren Motoren beziehen. Einschließlich seiner Zweirad-Sparte ist das japanische Unternehmen der größte Motorenhersteller der Welt.

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          Honda gehört wie BMW zu den Automobilherstellern, die ihr Renommee in erster Linie von ihren Motoren beziehen. Einschließlich seiner Zweirad-Sparte ist das japanische Unternehmen der größte Motorenhersteller der Welt. Während er aber beim Motorrad kaum eine Bauform ausgelassen hat, hielt er sich im Autobereich merkwürdig zurück. So gibt es im gegenwärtigen Programm weder einen Acht- noch gar einen Zwölfzylinder. Und bis vor kurzem fehlte auch ein eigener Diesel. Das hat sich jetzt geändert: Honda hat eingesehen, daß man in Europa ohne den Buchstaben D nichts mehr ausrichten kann, und bietet in seinem Mittelklasse-Modell Accord einen brandneuen Vierzylinder an.

          Um es gleich rundheraus zu sagen: Mit diesem Motor hat Honda seinen guten Ruf weiter gefestigt und jene europäischen Konkurrenten beschämt, die "den Japanern" schlankweg die Diesel-Kompetenz absprechen wollen. Das neue Triebwerk mit Common-Rail-Direkteinspritzung, ganz aus Aluminium gefertigt, gehört zu den derzeit gelungensten seiner Art. Vernünftigerweise hat man schon einmal nicht am Hubraum gespart. 2,2 Liter sind eine gute Voraussetzung für angemessene Leistungswerte, und den Rauhigkeiten, die bei 550 Kubikzentimeter Einzelhubraum zu befürchten sein könnten, hat man mit Ausgleichswellen konsequent vorgebeugt. So benimmt sich die Honda-Maschine in Laufruhe und Akustik vorbildlich - egal, ob kalt oder warm, ob hohe oder niedrige Drehzahl, ob für seine Insassen oder für die Mitwelt. Dabei ist dieser Samtpfoten-Diesel (er erfüllt die Abgasnorm Euro 4, ist aber noch ohne Partikelfilter) keineswegs ein Weichei. Er liefert - nach einer winzigen Anfahrschwäche, die auch wegen der recht schroff greifenden Kupplung Gewöhnung erfordert - schon bei 2000 Umdrehungen je Minute 340 Newtonmeter Drehmoment ab, eilt leichtfüßig auf fast 5000/min und springt mit dem nicht eben leichten Auto (leer 1530 Kilogramm) recht locker um: 100 km/h sind aus dem Stand in 9,8 Sekunden erreicht, und dank der vorzüglichen Aerodynamik der Karosserie geht es weiter bis 214 km/h. Noch wichtiger ist die dieseltypische Durchzugskraft, ausgedrückt in 10,2 und 17,1 Sekunden von 50 auf 100 km/h im 4. und 5. Gang. Der zweite Wert zeigt allerdings, daß dem Accord ein Sechsganggetriebe - aber bitte ein ebenso hochpräzis zu schaltendes - gut anstehen würde: So könnte man den 5. Gang temperamentfördernd kürzer übersetzen, den 6. für höchste Autobahn-Sparsamkeit noch länger auslegen und die Sprünge zwischen 2., 3. und 4. Gang kleiner halten. Der eine oder andere Zehntelliter Verbrauch wäre auf diese Weise wegzuknausern. Doch schon in der gegenwärtigen Konfiguration ist der Diesel-Accord kein Verschwender: Aus dem vorbildlich großen 65-Liter-Tank holte er sich bei uns im Durchschnitt 7,2 Liter je 100 Kilometer, eine Reichweite von 800 Kilometer ist allemal drin.

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