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Fahrtbericht Ford Mondeo : Nützlich und eher unauffällig

  • -Aktualisiert am

Der bisherige Mondeo war dreieinhalb Jahre im Angebot, da wurde es Zeit für den Facelift Bild: Hersteller

Ein bisschen verkannt war der Mondeo schon immer. Dabei ist er ein solider Arbeitnehmer in adretten Klamotten - und auch ohne Bonus zufrieden. Nach drei Jahren wurde es jetzt Zeit für ein Facelift.

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          Deutschlands Kombi-Star ist der VW Passat Variant, daran ist nicht zu rütteln. Gegen ihn haben es alle schwer. Am wenigsten noch die hochnäsigen Kollegen etwa von Audi und BMW, die ohnehin nicht die professionelle Kombi-Kundschaft ansprechen. Der Ford Mondeo Turnier dagegen muss, ähnlich wie Opels Insignia Sports Tourer, um seinen Platz am Markt kämpfen. Er tut es mit mehr Bodenständigkeit als sein Rüsselsheimer Konkurrent, der vor lauter Design vergessen hat, dass Kombis auch praktisch sein sollten. Und was die Vielfalt der Motoren oder das reichhaltige Zubehör-Sortiment betrifft, steht der Ford den Teureren aus dem Premium-Segment inzwischen nur wenig nach.

          Der bisherige Mondeo war dreieinhalb Jahre im Angebot, und da wurde es Zeit für den Facelift, der üblicherweise zwischen den großen Modellwechseln ansteht. Er geschah zur Jahreswende und machte aus dem Ford erwartungsgemäß kein anderes Auto: Es blieb bei dezenten Retuschen am gefälligen Äußeren.

          Leistung
          Bei den Vierzylindern unter der Motorhaube tat sich mehr. Zu dem schon vorher eingeführten Turbo-Spitzentriebwerk (zwei Liter, 149 kW/203 PS) gesellte sich eine noch leistungsfähigere „Ecoboost“-Version (176 kW/240 PS) sowie ein 1,6 Liter mit 118 kW (160 PS), und bei den Dieseln kam zum neuen und vorübergehend stärksten Zweiliter-TDCi mit 120 kW (163 PS) ein noch kräftigerer 2,2-Liter mit 147 kW (200 PS) hinzu. Schließlich erweiterte Ford, dem Trend folgend, sein Angebot an - aufpreispflichtigen - elektronischen Helfern, zum Beispiel um einen Totwinkel- und einen Fahrspur-Assistenten.

          Ausmaße
          Der Mondeo Turnier ist 4,84 Meter lang und damit fast so groß wie das T-Modell von Mercedes-Benz' E-Klasse. Mit dessen Ladevolumen - 695 bis maximal 1950 Liter - kann er allerdings nicht mithalten: Er weicht stärker von der optimalen Quaderform ab und begnügt sich (bei Verzicht aufs Reserverad) mit 549 Liter als Fünfsitzer, die mit Klappen der geteilten Rückbank nebst Lehne auf 1745 Liter erweitert werden können. Damit ist er seinem Limousinen-Bruder mit Schrägheck (ein Stufenheck wird in Deutschland nicht mehr angeboten) mit seinen 1460 Liter weit voraus, der freilich beim Normalvolumen (540 Liter) gut mithalten kann.

          Vielfalt der Motoren und reichhaltiges Zubehör-Sortiment: Der Ford steht den Teureren nur wenig nach Bilderstrecke
          Vielfalt der Motoren und reichhaltiges Zubehör-Sortiment: Der Ford steht den Teureren nur wenig nach :

          Kofferraum
          Auch am Turnier stört, wenn auch nicht so arg wie beim Insignia Sports Tourer, ein weit auskragender hinterer Stoßfänger, der beim Beladen des Kofferraums hinderlich ist. Sonst geht das mühelos von der Hand: Die Ladekante liegt niedrig, die Heckklappe ist breit und kommt, wenn hochgeschwungen, auch einem 1,90-Meter-Menschen nicht ins Gehege. Und da sich unser Wagen mit einer vorbildlichen Zuladung von 690 Kilogramm präsentierte, steht selbst der Beförderung von Schwermetall nichts im Weg. Auch mit seinen 1800 Kilogramm Anhängelast kann er sich gegebenenfalls sehr nützlich machen.

          Raumangebot
          Unter diesen achtbaren Transport-Talenten muss die menschliche Fracht nicht leiden. Selbst hinten sitzen zwei Personen in aller Bequemlichkeit, genießen genug Raum für Knie und Köpfe, müssen sich aber mit recht kurzen Lehnen abfinden. Einem dritten Fondinsassen geht es, wie üblich, weniger gut; sein Teil der Sitzbank ist zwar nicht verkümmert, doch der breite und hohe Mitteltunnel stört. Vorn nimmt man komfortabel Platz auf den hier serienmäßigen Sportsitzen mit elektrischer Höheneinstellung für den Fahrer, nachdem man nicht ganz ohne Mühe eingestiegen war - hinten geht das deutlich besser.

          Sicht
          Armaturenbrett und Konsole bieten sich funktionell und ohne stilistischen Überschwang dar, die Instrumente sind tadellos abzulesen, doch die Informationselektronik nervt durch umständliche Bedienung über viele Menüebenen hinweg, und das selbst für alltägliche Einstellungen. Die Sichtverhältnisse für den Fahrer sind ausnahmsweise einmal nicht katastrophal, sondern nur erheblich eingeschränkt, vor allem durch die massiven vorderen und mittleren Dachsäulen. Immerhin sind beide großen Außenspiegel asphärisch.

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