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Fahrtbericht Ford Kuga : Auf dem Weg zu alter Stärke

Bild: F.A.Z., Hersteller

Viel zu spät hat Ford auf die hohe Nachfrage nach SUV reagiert. Jetzt aber mischt der Kuga im Markt mehr als ordentlich mit. Dass er sich besser verkauft als mancher Konkurrent, kommt nicht von ungefähr.

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          Das gute Design mag vielleicht der Hauptgrund sein, warum sich das Ford-SUV so gut verkauft. Fast 200.000 Einheiten hat man seit dem späten Start ins Segment der kompakten SUV (2008) allein in Europa abgesetzt, in Deutschland ließ der Kuga im vergangenen Jahr Markt-Größen wie den BMW X3, den Mercedes-Benz GLK oder auch den Skoda Yeti hinter sich.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Mehr als 14.000 Exemplare wurden abgesetzt, lediglich der kleinere BMW X1 (26.643 Neuzulassungen), Nissans Qashqai (26.634), der Audi Q5 (23.184) und selbstverständlich der Volkswagen Tiguan (38.687 !) waren im Segment der Geländewagen mehr gefragt.

          Motoren
          Und der Kuga hat nicht nur eine schicke Schale zu bieten, es steckt auch eine Menge gute Technik darunter. Weil sich unsere Welt offenbar immer schneller dreht, hat Ford schon zwei Jahre nach der Präsentation des Modells nachgelegt und neben einem optionalen Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (für 2000 Euro extra) jetzt den 2,0-Liter-Dieselmotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung in den Leistungsstufen 103 kW (140 PS) und 120 kW (163 PS) intensiv überarbeitet. Die Vorteile der neuen Motorengeneration seien mehr Leistung, weniger Verbrauch und geringere CO2-Emissionen (EU 5 wird erfüllt).

          Wir haben uns jetzt 14 Tage mit dem 103-kW-Modell beschäftigt und glauben nicht, dass 26 PS mehr sowie ein um 20 Newtonmeter höheres Drehmoment kriegsentscheidend sind. Glatte 1000 Euro sind der Preisunterschied, dass soll jeder für sich ausmachen. In der Frontantriebs-Version ist der Kuga 2.0 TDCI 2000 Euro günstiger, wobei es den stärkeren Motor nur mit Allradantrieb gibt – was auch für die dritte Motorvariante gilt, einen 2,5-Liter-Benziner (147 kW/200 PS), für den sich aber keine zehn Prozent der deutschen Kunden entscheiden.

          Bild: F.A.Z.

          Verbrauch
          Hierzulande kauft man Diesel, und der Kunde weiß warum: Weil selbstzündende Motoren genügsam mit Kraftstoff umgehen. So verbraucht der Benzin-Kuga schon auf dem Papier 3,5 Liter mehr als der Diesel. Die beiden Selbstzünder sind im übrigen mit denselben Verbrauchswerten angegeben: 6,8 Liter auf 100 Kilometer. Um es gleich vorweg zu sagen, wieder einmal kamen wir nicht in die Nähe dieses Wertes, im Gegenteil. 8,6 Liter Diesel waren im Schnitt für 100 gefahrene Kilometer nötig, in der Spitze waren es sogar 9,2. Lediglich auf einer Sparfahrt (Autobahn, nicht schneller als 120 km/h) konnten wir den Sprit-Bedarf auf 7,5 Liter drücken.

          Offenbar verlangt die „Automatik“, also das Doppelkupplungsgetriebe, mit dem unser Wagen ausgestattet war, ihren Tribut. Denn mit dem bisherigen Motor, der marginal schwächer war, kam diese Redaktion in Kombination mit dem manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe auf 6,9 Liter (Der Fahrtbericht: Ford Kuga 4×4 2.0 TDCi).

          Motorleistung
          Doch bis auf die mangelnde Sparsamkeit kann man weder Motor noch Getriebe kaum etwas vorwerfen. Der Motor springt willig an (Startknopf, aber kein Start-Stopp), dreht munter hoch und gibt seinem Fahrer mit seinen 320 Nm Drehmoment nie das Gefühl, zu wenig Kraft unter dem Hintern zu haben. Nur oben herum wird die Luft dünn. Bei knapp 200 (so die Anzeige des Tachos, die gar bis 240 reicht) geht nichts mehr, obwohl der Kuga bis dahin munter marschiert. Nachgemessen beträgt die Höchstgeschwindigkeit 186 km/h. Uns genügt das, wobei sich der Ford auch bei hohen Geschwindigkeiten sehr sicher anfühlt und der Motor nicht laut wird.

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